Der Transfer der vielfältigen Erfahrungen der Smart City Bad Hersfeld steht ebenfalls im Fokus der Landesförderung. Digitalministerin Prof. Dr. Kristina Sinemus hat am Mittwoch die Zusage an Bürgermeister Thomas Fehling überreicht. - Fotos: Gerhard Manns

BAD HERSFELD Programm "Starke Heimat Hessen"

2,28 Millionen Euro für smarte Projekte: Digitalministerin auf Sommertour

04.08.22 - Die gesetzlich vorgeschriebene Rettungsfrist für Feuerwehr- und Rettungsdienste (BOS) von zehn Minuten kann auf Grund von hohem Verkehrsaufkommen insbesondere in der Stoßzeit nicht immer gewährleistet werden. Die Stadt Bad Hersfeld will nun mit dem Projekt "Rapid BOS" Abhilfe schaffen. Das Land Hessen unterstützt das Projekt durch die Förderung smarter Kommunen und Regionen im Programm "Starke Heimat Hessen" mit 2.272.968 Euro. Der Transfer der vielfältigen Erfahrungen der Smart City Bad Hersfeld steht ebenfalls im Fokus der Landesförderung. Digitalministerin Prof. Dr. Kristina Sinemus hat am Mittwoch die Zusage an Bürgermeister Thomas Fehling überreicht.

"Moderne digitale Technologien können im wahrsten Sinne helfen, Leben zu retten. Denn bei Rettungseinsätzen zählt jede Minute. Daher ist es ein äußerst verdienstvolles Vorhaben, dass Bad Hersfeld sich dieser umfassenden Herausforderung stellt, ein System zu entwickeln, damit Rettungskräfte schneller an den Einsatzort kommen", sagte Digitalministerin Sinemus. "Ich bin überzeugt, dass das Projekt Aufsehen erregen wird und auch andere hessische Kommunen davon profitieren werden, da volle Straßen im Stadtgebiet kein alleiniges Problem von Bad Hersfeld sind."

Feuerwehr Bad Hersfeld als Beispiel

Für das Projekt dient die Feuerwehr Bad Hersfeld als Beispiel. Daten aus unterschiedlichen verkehrsrelevanten Systemen sollen so integriert und mit Hilfe Künstlicher Intelligenz weiterverarbeitet werden, dass das Routing für Rettungskräfte auf der Grundlage des Echtzeit-Verkehrsgeschehens zeitoptimal geleitet wird. Damit soll immer die rascheste Strecke hin zum Einsatzort beziehungsweise von Ehrenamtlichen hin zur Leitstelle empfohlen werden. Grundlage ist eine echtzeitfähige, offene urbane Datenplattform. Unter anderem soll ein zentrales Lichtsignalanlagen-Beeinflussungssystem installiert werden. Mit diesem kann Einsatzfahrzeugen Vorfahrt auf dem Weg zum Einsatzort eingeräumt werden beziehungsweise sollen eventuell vorhandene Rückstaus möglichst weitgehend durch eine entsprechende Ampelschaltung aufgelöst werden. Möglich machen dies unter anderem GPS-Positionsdaten in den Einsatzfahrzeugen, die in Echtzeit an das System gesendet werden.

Der tatsächliche Nutzen hierzu soll im Rahmen des Projektes durch Begleitforschung evaluiert werden. Zudem soll es eine Anbindung zum Datenraum Mobilität (DRM) und zum Mobilitätsdatenmarktplatz (MDM) des Bundes geben. Die Projektverantwortlichen gehen davon aus, dass das Bad Hersfelder Projekt beispielhaft für andere Kommunen sein kann, da es bisher nur wenige Versuche gebe, die Einhaltung der Rettungsfrist mithilfe digitaler Ansätze zu gewährleisten. 

"Smart Region Hub"

Die Pläne in Bad Hersfeld gehen über das innovative Projekt "Rapid BOS" hinaus: Bad Hersfeld hat sich in den vergangenen Jahren zu einer modellhaften Smart-City mit vielfältigen Anwendungsfeldern entwickelt. Mithilfe der Förderung soll es nun gelingen, die Erfahrungen und Use Cases in einem sogenannten "Smart Region Hub" auf andere hessische Kommunen übertragbar zu machen. Dabei stehen sowohl die Sensibilisierung und Information von kommunalen Akteurinnen und Akteuren – unter anderem mithilfe von Stadtführungen und Exponaten – auf dem Programm als auch die Erarbeitung von Unterlagen, die eine bestmögliche Nachnutzung der Entwicklungen aus Bad Hersfeld ermöglichen. Der Smart Region Hub in Bad Hersfeld wird mit der Geschäftsstelle Smarte Region zusammenarbeiten, die im Haus der Digitalministerin als zentrale Anlaufstelle für die hessische Smart Region-Community entwickelt wurde.

Bad Hersfelds Bürgermeister Thomas Fehling dazu: "Mit der Gründung des ersten Smart Region Hubs hat das Land Hessen erstklassiges Timing bewiesen. Unlängst hatte das Smart City Forum, das größte deutsche Experten-Netzwerk für die Digitalisierung im urbanen Raum, nämlich in einem Positionspapier darauf hingewiesen, dass es für den Digitalisierungserfolg in Deutschland nicht an erprobten Projekten, Technologien und Lösungen mangelt. Was fehlt, ist ein ,Rollout‘ in die Fläche, mit dem bestehende gute Projektergebnisse übertragen und an weiteren Standorten schneller in die Umsetzung gebracht werden können. Das wir nun, meines Wissens erstmalig in Deutschland, mit dem neuen Smart Region Hub in Bad Hersfeld an einem solchen Digitalisierungstransfer mitwirken können, freut uns sehr." (pm) +++


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