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14.08.09 - MARATHON

LG Fulda richtet als Blackhorse-Nachfolger "Fulda-Halbmarathon" aus

Auf eine lange Geschichte kann der Fulda-Marathon zurückblicken, der seit 1977 in jedem Jahr stattfindet und am 6. September eine Neuauflage erfährt. Ausrichter waren bis 1993 das in Fulda stationierte 11. US-Panzeraufklärungsregiment „Blackhorse“ und die amerikanische Militärgemeinde. Nach dem Abzug der Amerikaner entschloss sich der Lauftreff der LG Fulda, die traditionsreiche Sportveranstaltung nicht sterben zu lassen, und führt seither den Fulda-Marathon durch.

Am Beginn der Veranstaltung stand eine geografische „Fehlbezeichnung“. Obwohl das Motto „Run to the Rhön“ lautete, führte die Strecke durch die westlichen Stadtteile von Fulda und damit in Richtung Vogelsberg. Zu der überschaubaren Zahl von deutschen Teilnehmern gehörte auch der langjährige Stadtverordnetenvorsteher und LG-Vorsitzende Heinz Gellings, der die Veranstaltung in all den Jahren begleitet hat und aus seinen statistischen Aufzeichnungen schöpfen kann.

Nach einer Laufveranstaltung im kleineren Rahmen 1977 fand der erste Fulda-Marathon im Jahr 1978 statt. Genau genommen handelte es sich um einen Halbmarathon, der als Einzel- und Mannschaftswettbewerb ausgetragen wurde. Dabei bestand eine Mannschaft aus mindestens 15 und höchstens 25 Läufern. Diese mussten die gesamte Strecke von rund 21 Kilometer in einer Zweier-Formation laufen, wobei der Mannschaftsführer einen Mannschaftswimpel mitzuführen hatte.

Laufbegeisterung springt über

Ein richtiger Marathonlauf über rund 42 Kilometer kam erst 1979 hinzu. Ab 1980 wurden dann zwei Runden in Richtung Petersberg/Rauschenberg/Niesig mit anspruchsvollem Streckenprofil und relativ vielen Steigungen gelaufen. In den Folgejahren entwickelte sich der Blackhorse-Halbmarathon zur größten militärischen Sportveranstaltung in Europa, wobei die Faszination dieses Laufereignisses auch auf die deutsche regionale und überregionale Laufszene übersprang.

Seit 1985 war die LG Fulda insbesondere aus versicherungstechnischen Gründen wegen der zunehmenden Zahl von deutschen Teilnehmern Mitveranstalter. Die eigentliche Organisation lag aber weiterhin bei den Amerikanern. 1986 wurden 1.471 Starter beim Halbmarathon und 83 beim Marathon gezählt. 1988 waren es insgesamt über 1.600 Läufer. In diesem Jahr siegte erstmals eine Mannschaft des Lauftreffs Fulda und lag damit vor allen von Militärangehörigen gebildeten Teams.

1991 gelang ein solcher Erfolg dem Lauftreff auch in der Frauenwertung, und 1992 gewann Thomas Herget als erster Fuldaer den Fulda-Marathon in der heute noch bemerkenswerten Leistung von zwei Stunden und 29 Minuten. Diese Zeit konnte nach der Erinnerung von Heinz Gellings nur ein einziges Mal unterboten werden. Die Bestmarke steht heute bei 2 Stunden und 28 Minuten und wurde erzielt, als in Fulda die Hessischen Marathonmeisterschaften stattfanden.

Nahtloser Übergang

Ein tiefer Einschnitt erfolgte 1993, als zum letzten Mal der Fulda-Marathon unter der Regie der Amerikaner ausgetragen wurde. Insgesamt 1.450 Einzel- und Mannschaftsläufer, darunter zwei Männerteams und ein Frauenteam vom Lauftreff der LG Fulda, waren am 23. August am Start. Wehmütig nahmen sie Abschied von einer sportlichen Großveranstaltung. Mit dem Abzug der amerikanischen Truppen schien zugleich das Ende des Fulda-Marathons besiegelt.

In einer mutigen Aktion fällte der Lauftreff die Entscheidung, den Fulda-Marathon fortzuführen. Vor allem der Mannschaftslauf sollte in seiner Einzigartigkeit erhalten bleiben. Dies bedeutete einen großen organisatorischen Aufwand, mussten doch über 200 freiwillige Helfer gefunden werden. Nach Aussage von Heinz Gellings sorgte neben dem Ehepaar Hanna und Hermann Fiedler sowie Dieter Schäfer vor allem der inzwischen verstorbenen Klaus Rill für einen nahtlosen Übergang.

Der Mut wurde belohnt: Nahmen 1993 nur 380 deutsche Läufer am Fulda-Marathon teil, waren es 1994 bereits über 700 Starter. Die Teilnehmerzahl stieg in den nachfolgenden Jahren kontinuierlich an. Im Jahr 2000 wurde die 1.000-Marke übertroffen und 2003 der Rekordwert von 1.815 Teilnehmer und 53 Teams erreicht. Seither hat sich das Meldeergebnis zwischen 1.500 und 1.800 Läufer eingependelt - und dies obwohl seit vier Jahren nur noch ein Halbmarathon durchgeführt wird.

Der Rundkurs verläuft heute über weite Strecke durch das landschaftlich reizvolle Fuldatal. Amerikanische Staatsangehörige, die früher fast ausschließlich vertreten waren, sieht man unter den laufsportbegeisterten Teilnehmerinnen und Teilnehmern nur noch ganz vereinzelt. Durch zusätzliche Wettbewerbe wie den Mini-Marathon und eine Marathon-Staffel wird von Seiten der LG Fulda versucht, die Attraktivität der Veranstaltung zu erhalten und nach Möglichkeit weiter zu steigern. (Stefan Waldmann) +++

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