2. Halbfinale, Stadtsporthalle Melsungen, 1.200 Zuschauer)
MT Melsungen – Rhein-Neckar Löwen 31:29
Der MT Melsungen ist die Sensation gelungen. Mit einem verdienten 31:29 (16:16)-Sieg über die Rhein-Neckar Löwen zogen die Hessen ins Finale des Sparkassencups 2009 ein. In der ersten Halbzeit dominierten noch die Badener, doch Melsungen zeigte Kämpfermoral, so dass sie bis zur Halbzeit ein Unentschieden erreichen konnten. Nach dem Seitenwechsel drehte die MT, die in Torhüter Mario Kelentric ihren überragenden Akteur hatte, weiter auf und zog phasenweise auf bis zu sechs Tore davon. Es wurde zwar noch einmal spannend in der Melsunger Stadtsporthalle, aber am Ende konnte Melsungen die Führung für sich behaupten und vor 1200 jubelnden Zuschauern das Finale erreichen
Voll auf ihre Kosten kamen die 1200 Zuschauer in der Melsungener Stadtsporthalle. Die heimische MT Melsungen gab nämlich von Anfang an Vollgas und konnte somit in der Anfangsphase immer vorlegen. Allerdings ließen sich die Rhein-Neckar Löwen, die souverän den Gruppensieg in der Gruppe Vier erlangt hatten, nicht abschütteln und nutzten eine Überzahlsituation um das Ergebnis zu drehen. Binnen weniger Minuten hatten sich die Badener, bei denen Uwe Gensheimer bereits im ersten Abschnitt wieder acht Tore erzielte, einen Vorsprung von drei Toren heraus geworfen, den sie nun verteidigten.
Melsungen mühte sich nach Kräften und überzeugte mit einem schönen und konsequenten Handballspiel, allerdings zeigte die Mannschaft von Löwen-Trainer Ola Lindgren, dass sie nicht umsonst zu den Topmannschaften Deutschlands zählt. So wussten Gensheimer und Co. ihre Chancen besser zu nutzen als die Nordhessen und Henning Fritz im Tor entschärfte so manchen Melsunger Wurfversuch. Die MT ließ sich davon allerdings nicht entmutigen und kämpfte sich nach Kräften wieder heran. So verkürzte Savas Karipidis mit einem Treffer vom Siebenmeterpunkt wieder auf zwei Tore. Die anschließende Chance zum Ausgleich vergaben die Hessen allerdings, so dauerte es bis zur 30. Minute ehe Nenad Vuckovic den Anschlusstreffer erzielen konnte und quasi mit der Halbzeitpause war es Frank Junillon, der dafür sorgte, dass das Spiel nun wieder vollkommen offen war. Mit 16:16 gingen die Teams in die Pause.
Nach dem Seitenwechsel knüpfte Melsungen direkt an die Form an, die sie im ersten Abschnitt wieder herangebracht hatte und zog somit den favorisierten Rhein-Neckar Löwen davon. Die hingegen scheiterten immer wieder am bärenstarken Mario Kelentric im Melsunger Gehäuse. Melsungen zeigte sich dafür treffsicherer und zog bis zur 45. Minute auf 24:21 davon, was Ola Lindgren, der auf Oliver Roggisch verletzungsbedingt verzichten musste, zu einer Auszeit veranlasste. Diese zeigte allerdings keine Wirkung. Die Nordhessen spielten konsequent weiter, nutzten ihre Chancen und profitierten davon, dass Kelentric weiterhin nahezu jeden Ball entschärfte. Die Zuschauer in der Stadtsporthalle standen Kopf, feierten ihre Mannschaft bereits in der 49. Minute als sie 28:22 führten und keine Anstalten machten diese Führung wieder herzugeben.
Doch in der Schlussphase schwanden Melsungen die Kräfte, was die Rhein-Neckar Löwen für sich zu nutzen wussten. Allen voran Olafur Stefansson drehte nun auf und erzielte drei Tore in Folge, so dass es noch einmal spannend wurde. Bis auf auf ein Tor kamen die Badener beim 28:29 heran, ehe Melsungen die letzten Kräfte mobilisierte und auf 31:28 davon zog. Nenad Vuckovic war dabei mit elf Feldtoren erfolgreichster Torschütze der Hessen. Den Rhein-Neckar Löwen gelang zwar noch ein Treffer, doch am Ende konnte die MT Melsungen mit 31:29 (16:16) wie bereits im vergangenen Jahr ins Finale um den Sparkassen-Handballcup einziehen.
Stimmen zum Spiel:
Ryan Zinglersen, Trainer MT Melsungen: Uns ist insgesamt viel gelungen und es war ein tolles Spiel. In der zweiten Halbzeit stand der Abwehrmittelblock besser und Mario Kelentric hat super gehalten. Zudem war die Unterstützung des Publikums wahnsinnig, das hat uns geholfen und den letzten Push gegeben. Ich bin sehr zufrieden, wenn man bedenkt, dass die Rhein-Neckar Löwen eine Mannschaft mit Weltklassespielern sind. Aber am Ende konnte wir mit Herz und Kampf gewinnen.
Uwe Gensheimer, Linksaußen Rhein-Neckar Löwen: Wir haben gut begonnen und konnten wegen der guten Abwehr auf zwei bis drei Tore wegziehen. Dann haben wir aber zu Beginn der zweiten Halbzeit viel zu wenig Tore gemacht und Melsungens Kelentric hat gut gehalten. Unsere Abwehr wurde unsicherer, so dass viele Schlagwürfe von Vuckovic durchkamen. Das hat dann das Spiel gedreht.
Torschützen:
MT Melsungen: Kelentric, Herold, Brouko 1, Junillon 5, Klitgaard 2, Telander 3, Tzimourtos 2, Vasilakis 2, Karipidis 5/2, Vuckovic 11
Rhein-Neckar Löwen: Szmal, Fritz, Gensheimer 12/4, Tkaczyk 3, Harbok 2, Bielecki 1, Stefansson 5, Klimovets 1, Myrhol 3, Alvanos 2 +++