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14.08.09 - HANDBALL (1)

SPARKASSENCUP: SG Flensburg-Handewitt – TSV Hannover-Burgdorf 27:25

1. Halbfinale (Ense-Sporthalle Bad Wildungen, 600 Zuschauer)

SG Flensburg-Handewitt – TSV Hannover-Burgdorf 27:25 (17:12)

Die SG Flensburg-Handewitt steht als erster Finalist des Sparkassen-Handballcups fest. Der nördlichste Bundesligist gewann in der Bad Wildunger Ense-Sporthalle vor rund 600 Zuschauern mit 27:25 (17:12) gegen Bundesliga-Aufsteiger TSV Hannover-Burgdorf. Der Hannoveraner Außenseiter zeigte keinen Respekt und lieferte dem späteren Sieger von Beginn an einen offenen Schlagabtausch. Selbst der zwischenzeitliche Rückstand von fünf Toren bedeutete noch keine Vorentscheidung. Bis zur Schlussminute versuchte die TSV sich das Spiel zurück zu holen. Am Ende setzte sich dann jedoch mit der SG Flensburg-Handewitt die routiniertere Mannschaft durch.

Obwohl die Favoritenrolle vom Papier her klar an die SG Flensburg-Handewitt ging, gab zunächst der Außenseiter von der TSV Hannover-Burgdorf das Tempo vor. Der letztjährige Zweite der Nordstaffel in der Zweiten Liga, der sich den Aufstieg erst in der Schlusssekunde der Relegation gesichert hatte, war mit gestärktem Selbstvertrauen von der Vorrunde aus Eisenach angereist. Flensburgs Trainer Per Carlén musste dagegen mit einer dezimierten Mannschaft auflaufen. Sein Sohn Oscar war zur Junioren-WM nach Kairo abgereist. Torhüter Johan Sjöstrand pausierte wegen einer Entzündung am kleinen Zeh, wird aber vermutlich bereits im Finale wieder spielen können. Zudem konnte Alexander Petersson nur phasenweise eingesetzt werden. So legte dann auch zunächst immer die TSV vor, die SG glich aber sofort wieder aus. Beim Stand von 6:4 lagen die Burgdorfer sogar zwei Tore vorne, konnten aber von einer Zeitstrafe gegen Lasse Boesen nicht weiter profitieren. Stattdessen traf Patrik Fahlgren zweimal in Unterzahl und glich für Flensburg wieder aus.

Eine Schrecksekunde gab es dann für die Flensburger Bank, als Michael Knudsen nach einem Foul von Andrius Stelmokas am Kreis behandelt werden musste. Der Däne konnte aber glücklicherweise weiterspielen, während sich sein Kontrahent nach einer roten Karte das restliche Spiel anschauen musste. Knudsen gelang dann in der Folge auch der Treffer zum 8:7 und damit der ersten Flensburger Führung. Die Nordlichter hatten nun ins Spiel gefunden und vor allem ihre Abwehr stabilisiert. Hatten sie in der Anfangsphase dem Gegner noch zu viele Lücken geboten wurde nun aufmerksam verschoben und die TSV ins passive Spiel gezwungen. Hatte die TSV Hannover-Burgdorf in der Anfangsphase noch befreit aufgespielt, wirkte sie nun zunehmend eingeschüchtert. Selbst eine doppelte Überzahl nach Zeitstrafen gegen Tobias Karlsson und Michael Knudsen konnte nicht genutzt werden. Vier Sekunden vor dem Halbzeitpfiff setzte Burgdorf einen Kempatrick über Marc Hohenberg an. Der Ball ging allerdings erst nach der Pausensirene in das Tor von Dan Beutler, so dass es zwar beim 17:12 als Halbzeitstand blieb, der Applaus der Zuschauer war Hohenberg jedoch sicher.

Burgdorfs Trainer Frank Carstens hatte das Team in der Pause offensichtlich mit den richtigen Worten an ihre Leistung der letzten Tage erinnert. Nach der Pause ging das Team engagiert und kämpferisch zu Werke. Immer wieder wurde die SG Flensburg-Handewitt zu technischen Fehlern gezwungen. Die TSV verpasste es allerdings diese Gelegenheiten für eine Aufholjagd zu nutzen. Flensburg-Handewitt profitierte außerdem von ihren fehlerlosen Siebenmeterschützen Anders Eggert und Lars Christiansen. Aus dem Spiel heraus scheiterten sie dagegen reihenweise am TSV-Keeper Alexander Hübe. Der Burgdorfer überbot die bereits überdurchschnittliche Leistung seines Kollegen und Ex-Flensburgers Jendrik Meyer aus dem ersten Durchgang noch. Mehrfach konnte er freie Gegenstöße abwehren, Würfe aus dem toten Winkel abblocken und einen gegnerischen Wurf sogar fangen.

Erst in den letzten zehn Minuten gelang es dann der TSV Hannover-Burgdorf die Fehler des Gegners in eigene Vorteile zu münzen. Vor allem Hannes Jon Jonsson wollte es nun offensichtlich um jeden Preis wissen und warf sein Team mit aller Kraft wieder heran. Auf der anderen Seite spielte das Team von Per Carlén aber seine Routine aus, ließ sich nicht verunsichern und versuchte ebenfalls konzentrierter abzuschließen. Damit verhinderten sie am Ende die Sensation und setzten sich insgesamt verdient mit 27:25 durch. Während die SG Flensburg-Handewitt damit als erster Finalist feststeht, kann die TSV Hannover-Burgdorf trotz der Niederlage im letzten Spiel auf ein erfolgreiches Turnier zurückblicken.

Trainerstimmen:

Per Carlén, SG Flensburg-Handewitt: Wir mussten es etwas ruhiger angehen lassen, weil uns einige Spieler fehlten, wollten aber natürlich trotzdem auf 100% Sicherheit spielen. Oscar Carlén und Alexander Petersson fehlten uns im Rückraum, da können wir nicht unser normales Spiel aufziehen. Aber so konnten wir taktische Varianten ausprobieren und andere Formationen spielen. Das Turnier hat uns bis hierher schon weitergeholfen und jetzt freuen wir uns auf das Finale.

Frank Carstens, TSV Hannover-Burgdorf: Ich bin sehr zufrieden, das war ein sehr positives Vorzeichen für die Saison. Wir haben einen Schritt nach vorn gemacht, vor allem die Gruppenspiele in Eisenach haben uns weitergeholfen. Heute war es dann zu viel des Guten, das waren jetzt vier Spiele in vier Tagen. Heute waren wir dann etwas zu ängstlich, nicht so mutig und frei, wie wir sonst spielen können.

Statistik:

SG Flensburg-Handewitt: Beutler; Eggert 7/5, Knudsen 5, Christiansen 5/2, Boesen 3, Fahlgren 3, Johanssen 3, Svan-Hansen 1, Mogensen, Karlsson, Jensen, Heinl, Petersson

TSV Hannover-Burgdorf: Hannes Jon Jonsson 8/1, Buschmann 4, Rydergaard 4, Pauzuolis 2, Hohenberg 2, Lehnhoff 2, Stelmokas 1, Bedzikowski 1, Jurdz 1, Brack

Zeitstrafen: 10:6 Minuten (Fahlgren 2x, Boesen, Knudsen, Karlsson – Pauzuolis, Jurdz 2x, Trainer Carstens)

Rote Karte: Andrius Stelmokas (TSV Hannover-Burgdorf) +++

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