Schmucker Austragungsort: die Esperantohalle in Fulda - Foto: matchroom UK

FULDA Ein Kommentar zu den European Open

Werbung für Spieler, Sport, Stadt und die SG Johannesberg - aber auch Kritik

17.08.22 - Seit Sonntagabend gehören die European Open im Poolbillard - oder besser gesagt: im 9-Ball - der Geschichte an. Sie entpuppten sich als Geschenk für alle Beteiligten: für Spieler, Fans, Mit-Organisator SG Johannesberg, für Thorsten Hohmann und Arik Reiter - aber auch für die privaten Fernsehsender Sky sports und DAZN, die in den beiden letzten Tagen übertrugen. Der Promoter matchroom entscheidet, ob die Veranstaltung noch einmal in der Barockstadt stattfindet - in ein paar Wochen wissen wir mehr.

Keine Frage: die lokal Partizipierenden hätten es verdient. Ob die Spieler der SG Johannesberg, der Verein selbst, der bekanntlich in die 1. Bundesliga aufgestiegen ist und eine große Zahl ehrenamtlicher Helfer mobilisierte - oder Weltmeister Thorsten Hohmann und Koordinator Arik Reiter, die den European Open das Gesicht gaben und Fuldaer Identifikation stifteten. Nicht zuletzt die Stadt Fulda, die sich im Nachhinein keine bessere Werbung hätte vorstellen können. Gastronomie und Einzelhandel freuten sich über gesteigerte Umsätze - das Video mit Aushängeschild Thorsten Hohmann vor dem Dom kam als Selbstläufer rüber. 

Auch der Veranstaltungsort Esperanto-Hotel profitierte von der sechstägigen Belegung: Künftig weiß die gesamte Welt, wo sie sich, sofern sie nach Fulda kommt, aufhalten kann. In jedem Trailer wurde die Esperantohalle erstgenannt - nach dem Motto: Hier sind wir. Hier geht es los. Tag für Tag. Bemerkenswert: Alle, die Verantwortung übernahmen, betonten, dass sie es künftig besser machen sollten. In Sachen Präsentation, Eigenwerbung, Zuschauer-Gewinnung gibt es noch Luft nach oben. Reiters schrille Idee, den Dom in Form einer Billard-Kugel zu illuminieren, wäre da doch gar nicht so schlecht. Was uns unumwunden zu einem weiteren Ansatzpunkt bringt: Alle schienen in den ersten Tagen etwas überrumpelt zu sein von der Welt-Veranstaltung "European Open". Nur die professionellen Fernsehsender waren es am abschließenden Wochenende nicht. 

Wäre eine Anmoderation in den ersten Tagen nicht schick gewesen? Den Zuschauer - die es freilich zunächst nur spärlich gab - zum Thema hinzuführen? Was eigentlich los ist an den 26 Tischen? Wer gegen wen spielt? Wo besonders die Johannesberger im Einsatz sind? Einheimische Fans wussten das - aber andere? Dem Dritten blieb es überlassen, sich Infos zu holen.

Kommen wir noch zur Stadt. Wäre nicht mehr Präsenz seitens des Magistrats möglich gewesen? Kann man nicht beim nächsten Mal - sofern es das gibt - neben Arik Reiter eine weitere Kontaktperson schaffen, um das Verhältnis von Geben und Nehmen noch mehr zu schärfen? Auch Reiter wird, obwohl man es nicht glaubt, irgendwann mal müde. Gewiss war die Vorbereitungszeit zu kurz. Plötzlich war Fulda der Billard-Nabel der Welt. Und plötzlich wollten alle etwas abhaben vom Kuchen der professionellen Sport- und Unterhaltungsindustrie. (Walter Kell) +++


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