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Treffsicherer Schütze der TSG Balingen: Jan Ferdinand (Mitte), hier im Spiel gegen die U23 des VfB Stuttgart - Fotos: TSG Balingen

BALINGEN/FULDA Barockstadts nächster Gegner

Trainer Braun: Wenn wir den Klassenerhalt schaffen, ist es der größte Erfolg

26.08.22 - Kennen Sie Balingen? Das ist eine Stadt im Süden Baden-Württembergs, die etwa 75 Kilometer südwestlich von Stuttgart entfernt sowie 65 Kilometer nördlich des Bodensees liegt. Balingen hat knapp 35.000 Einwohner - und 333 Kilometer spuckt der Routenplaner aus. Knapp vier Stunden fährt man mit dem Auto bis dorthin. Warum? Die Kicker des Regionalliga-Aufsteigers SG Barockstadt treten am Samstag bei der Turn- und Sportgemeinschaft Balingen Fußball - wie sie sich offiziell nennt -  an. Sie liegt mit sechs Punkten aus drei Spielen auf Rang fünf. OSTHESSEN|NEWS hat sich umgehört.

Und sie hat einen Trainer durchaus prominenten Namens - nicht nur in Süddeutschland: es ist der 53-jährige Martin Braun. Als Spieler kickte er anfangs 1990er Jahre für den SC Freiburg, mit dem er 1993 in die Bundesliga aufstieg - Seite an Seite des Argentiniers Rodolfo Cardoso, von Jens Todt, Jörg Schmadtke oder Martin Spanring, Coach damals: Volker Finke -, für den 1. FC Köln und Rapid Wien. Nach seiner Karriere war er auch für den VfR Aalen, Barockstadts letzten Auswärtsgegner, tätig - als Geschäftsführer. Seit zwei Jahren ist er Balingens Coach. In der BIZERBA-Arena.

In Balingen sind die Mittel begrenzt für die Regionalliga

Leander Vochatzer

Jonas Meiser

Balingens Jonas Fritschi (links) im Kopfballduell

transfermarkt.de - jene Online-Plattform, die sich für gut unterrichtet hält, hat als "Brauns bevorzugte Formation ein 4-4-2 mit einer Doppel-Sechs" notiert. Der 53-Jährige muss lachen. "Weder das Eine noch das Andere". Auch was das Saisonziel oder die Erwartungen in dieser Saison angeht, betont Braun: "Wenn wir den Klassenerhalt schaffen, ist es für uns der größte Erfolg. 

Auch bei der Ausrichtung der TSG Balingen bleibt er gelassen, zeigt aber klare Kante. "70 Prozent unserer Spieler gehen arbeiten und haben eine 40-Stunden-Woche. Andere studieren. Nur vier Spieler tun weder das Eine noch das Andere." Dreimal pro Woche trainiert sein Team, in Englischen Wochen zweimal. "Für die Regionalliga verfügen wir über nur begrenzte Mittel. Wir versuchen, das Beste daraus zu machen."

1990 noch in der Kreisliga A - positive und kontinuierliche Entwicklung seitdem

Balingens Lukas Ramser (rechts)

Im vergangenen Jahr belegte die TSG Rang acht, davor Platz 15 - und wieder ein Jahr rettete sie die wegen Corona abgebrochene Saison, denn da wäre sie aller Wahrscheinlichkeit nach abgestiegen. 1990 kickte Balingen noch in der Kreisliga A. Seitdem hat die Turn- und Sportgemeinschaft eine mit Abstrichen kontinuierliche und positive Entwicklung genommen. Der Verein gilt als gut strukturiert und weiß keinen Mäzen im Rücken. 

Der Kader des Teams besteht aus 25 Feldspielern - darunter sind drei Torleute und fünf Zugänge. Das Durchschnittsalter des Teams liegt bei knapp über 24 Jahren. Als "sehr homogen und sehr reif" kennzeichnet Braun seine Mannschaft, auch als "sehr verantwortungsvoll im Auftreten. Den Spielern ist bewusst, dass viele zusätzlich arbeiten müssen. Und sie wissen, dass sie gerade in Phasen zusammenhalten müssen, in denen es nicht so gut läuft". Und das gehe nur, wenn die Kicker "verantwortungsvoll mit der Doppel-Belastung zwischen Arbeit und Fußball umgingen". Jüngere Spieler würden sich den erfahrenen gut fügen, "das passt im Moment ganz gut", urteilt Braun.

"Sechs Punkte. Das ist schön. Aber nur eine Momentaufnahme. Das sagt gar nichts"

Laurin Curda

Dem Coach liegt daran, den ansprechenden Start seines Teams passend einzuordnen. "Das sagt nichts. Der Zweitletzte hat drei Punkte - der Dritte hat sechs. Das ist gar kein Unterschied." Die Liga, so betont er, scheint extrem ausgeglichen zu sein. "Schön, dass wir jetzt sechs Punkte haben. Aber das ist alles eine Momentaufnahme. Wir können gegen jeden gewinnen, aber auch gegen jeden verlieren." Beim letztwöchigen 2:1 in Aalen habe der Kontrahent schon nach 30 Sekunden geführt - "wir sind aber ruhig geblieben und haben im Laufe des Spiels die Kontrolle gewonnen", blickt Braun zurück.

Balingens Trainer Martin Braun

Den kommenden TSG-Gegner, die SG Barockstadt, kenne er nicht nur aus der Vorbereitung. Als "körperlich stark und sehr robust", schätzt er sie ein, "homogen, mit viel Laufbereitschaft und Leidenschaft". Mit Martin Braun begann diese Betrachtung, mit Braun soll er auch enden. Als Aktiver wurde er im nahen Freiburg auf der rechten Außenbahn eingesetzt, später im defensiven Mittelfeld und als linker Verteidiger. Braun nennt seine Zeit als Kicker "sehr einprägsam". In Köln sei es "sehr spannend" gewesen bei einem Traditionsverein, bei Rapid Wien spielte Braun im UEFA-Cup, "die Stationen hatten alle ihre Besonderheiten", blickt er zurück. (wk) +++



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