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Süsterfelds Vorsitzender und Mäzen Mehmet E. Göker (links) hatte Spaß beim Fußball. Nach der Pause allerdings musste er sich von den gegnerischen Fans einige beleidigende Töne anhören lassen. - Fotos: Hans-Hubertus Braune

23.08.09 - FUSSBALL

Verbandsliga Top-Spiel KSV - Süsterfeld 1:1 - Dramatik und Gökers "Mittelfinger"

Emotionen und Dramatik pur beim Top-Spiel der Fußball-Verbandsliga: Vor knapp 1.000 Zuschauern auf dem Kasseler G-Platz trennten sich der KSV Hessen Kassel II und der VfB Süsterfeld mit einem leistungsgerechten 1:1 (1:0)-Unentschieden. Zumindest vom Kampf und der Spannung her hielt das Spiel des Tabellenführers VfB Süsterfeld beim Verfolger Hessen Kassel alle Erwartungen. Von Beginn an lieferten sich die Mannschaften einen verbissenen Fight. Zunächst hatte Süsterfeld spielerisch leichte Vorteile und stand in der Abwehr um Neuzugang Stephan Kling - der einst in der Fußball-Bundesliga beim Hamburger SV spielte - sicher.

Die erste Großchance hatte allerdings der KSV nach einem Kopfball, den Süsterfelds überragender Keeper Andre Schreiber über das Tor lenkte. Das erste Tor fiel jedoch auf der Gegenseite: Mirko Tanjic traf mit einem abgefälschten Schuß, der sich im hohen Bogen über Kassels Torhüter Tobias Wolf (früher unter anderem bei Borussia Fulda) in das Tor senkte (25.). Spielerisch konnte der favorisierte Gast jedoch kaum überzeugen. Oftmals verzettelten sich die Gäste in Einzelaktionen und brachten die KSV-Abwehr kaum in Bedrängnis. Andreas Mayer blieb unauffällig während Julio Cesar immer wieder für Dampf sorgte, letztlich aber ohne Wirkung. Erst in der zweiten Halbzeit nahm das Spiel so richtig Fahrt auf.

Hessen Kassel wurde von Minute zu Minute stärker und belagerte das Süsterfelder Tor, die Gäste schienen konditionell nicht auf der Höhe und kamen mit zunehmeder Spielzeit kaum mehr aus der eigenen Hälfte heraus. Angefeuert von den lautstarken KSV-Anhängern waren die Junglöwen dem Ausgleich nahe. Doch im Süsterfelder Tor stand ein wahrer Hexer. Sensationell was Schreiber alles parierte. Süsterfeld gelang es nur selten, für Entlastung zu sorgen. Derart hoffnungsvoll feuerten die KSV-Fans ihr Team an und sorgten für eine tolle Stimmung wie selten in einem Verbandsligaspiel. Darunter mischten sich allerdings auch einige Anfeindungen gegen den "neuen" Rivalen aus dem Stadtteil Süsterfeld - allen voran dessen Hauptsponsor Mehmet E. Göker, einem erfolgreichen Unternehmer in der Versicherungsbranche.

Der Vorstandsvorsitzende der MEG AG musste sich einiges anhören und quittierte die Beleidungen seinerseits mit einem ausgestreckten "Mittelfinger". Brodelnde Stimmung auf den Rängen, Kampf auf dem Platz. Der Einsatz der Junglöwen wurde in der Schlussphase noch belohnt: Ricky Wittke traf mit einem sehenswerten Freistoß aus knapp 20 Metern in den rechten oberen Torwinkel zum gerechten 1:1in der 89. Minute. Bei diesem Ergebnis blieb es. Schiedsrichter Klaus Montag (Dietershan) hatte alle Hände voll zu tun und meisterte das brisante Duell mit einer guten Schiedsrichterleistung. In der Schlussphase schickte er Süsterfelds Spielertrainer Karsten Hutwelker, der selbst nicht mitspielte, hinter die Barriere. (Hans-Hubertus Braune) +++


Einlaufen zum Topspiel: In Rot die Junglöwen des KSV. In der Bildmitte mit Ball Schiedsrichter Klaus Montag aus Dietershan.

Süsterfelds neuer Spielertrainer Karsten Hutwelker. In Kassel allerdings nur an der Seitenlinie.


Kassels Keeper Tobias Wolf verletzte sich beim Abwehrversuch vor dem 0:1. Er prallte gegen den Pfosten, konnte aber weiter spielen. Der Ball einsam im Tor.

Dieser Schuss schreifte den Außenpfosten.


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