So könnte der neue Mobilfunkmast in Schletzenhausen bald aussehen? Viele Bürger sind jedoch dagegen - Fotomontage: BI

HOSENFELD Gibt es noch einen Weg zurück?

Bürgerinitiative gegen einen Mobilfunkmast in Schletzenhausen

06.09.22 - Die Gründung einer BI, also einer Bürgerinitiative, bedarf in den meisten Fällen keiner weiteren Erklärung. Solche Interessensvereinigungen haben oftmals konkrete politische, soziale oder ökologische Ziele - so auch in der Gemeinde Hosenfeld (Landkreis Fulda). Ein geplanter Mobilfunkmast sorgt hier für Ärger.

"Die Vodafone GmbH plant die Errichtung einer Hochfrequenzanlage in Form eines Mobilfunkmastes in der Gemarkung Schletzenhausen, um die Erreichbarkeit im unterversorgten Gebiet im Bereich der Ortslage Schletzenhausen bis hin zum Ortseingang von Hosenfeld zu verbessern", bestätigt Peter Malolepszy, Bürgermeister von Hosenfeld, gegenüber OSTHESSEN|NEWS. Dafür wurde die Tochterfirma Vantage Towers AG aus Düsseldorf beauftragt, welche heimische Planungsunternehmen wie Ingenieurbüro Atzert aus Schlüchtern sowie Planungsbüro Pradel aus Fulda aussuchten.

Karte: Gemeinde Hosenfeld

Während die Planungen bereits in vollem Gange waren, fühlten sich zahlreiche Bürger übergangen. "Die Sitzungen dazu fanden hauptsächlich in Hosenfeld statt und waren der Bevölkerung von Hosenfeld und Schletzenhausen nur sehr dürftig bekannt gegeben worden", bemängelt Helmut Frimmel. In Schletzenhausen bildete sich daraufhin die Bürgerinitiative "Kein Mobilfunkmast in Schletzenhausen" mit circa 30 Personen. "Seitdem kämpfen wir gemeinsam gegen die Errichtung das Mastes." Daraufhin entgegnete Malolepszy jedoch: "Die beiden Ortsbeiräte von Schletzenhausen und Hosenfeld, der Gemeindevorstand sowie interessierte Bürger wurden in einer Informationsveranstaltung am 14. Juli durch das von Vodafone beauftragte Ing.büro Atzert, Schlüchtern, über das Vorhaben informiert."

Ortsbeirat Hosenfeld stimmte dafür

Im direkten Anschluss an die Informationsveranstaltung schlossen sich laut Bürgermeister gleichzeitig Sitzungen der beiden Ortsbeiräte an. "Nach deren Beratung lehnte der Ortsbeirat Schletzenhausen den Standort ab, der Ortsbeirat Hosenfeld stimmte zu. Der Gemeindevorstand nahm diese Ergebnisse zur Kenntnis, beriet in der Folgesitzung eingehend über das Vorhaben, stimmte dem Standort am Ende zu, worüber Vodafone über das Ing.büro Atzert informiert wurde."

Der Standort des Mastes, welcher von Vodafone geplant wurde, befindet sich auf einem Privatgrundstück im Außenbereich, etwa 500 Meter vom südlichen Ortsrand von Schletzenhausen und 500 Meter vom nordöstlichen Rand von Hosenfeld entfernt. Der Mast soll eine Höhe von etwa 50 Meter haben. Für die Errichtung ist eine Grundfläche von ca. 250 Quadratmeter erforderlich. "Nach Prüfung durch die Verwaltung wurden noch zwei weitere Alternativstandorte vorgeschlagen, die in südwestlicher Richtung weiter entfernt liegen. Diese wurden allerdings von Vodafone abgelehnt, da sie das Suchgebiet nicht abdecken", so der Bürgermeister.

Für die Mitglieder der BI unvorstellbar: "Im weiteren Umfeld (Rabental Gieseler Forst) soll ein weiterer Mast von dem Anbieter D1 errichtet werden. Es ist für die Bürgerschaft fast nicht erklärbar, dass hier zwei Mobilfunkmaste aufgebaut werden - zudem der umstrittene Mast in Schletzenhausen von einer Anhöhe ins Tal und der Nähe von Wohnhäuser liegen würde", kritisiert Frimmel. Der rund 50 Meter hohe Mast solle nach Fertigstellung die Ortschaften Hosenfeld und Schletzenhausen, die Bundesstraße L3141 sowie ein Teilstück der L3079 abdecken. "Aktuell gehen wir davon aus, dass der Standort in der zweiten Jahreshälfte 2024 den Betrieb aufnehmen kann. Die eigentliche Bauzeit für einen neuen Funkmast ist in der Regel deutlich kürzer, allerdings ziehen die langwierigen Genehmigungsverfahren in Deutschland den gesamten Prozess in die Länge", erläutert Robin Hagenmüller von Vantage Towers AG auf O|N-Nachfrage.

Die Vorteile für den geplanten Standort zwischen Hosenfeld und Schletzenhausen sowie für den Mobilfunkausbau insgesamt, liegen für Hagenmüller klar auf der Hand: "Eine leistungsstarke und flächendeckende digitale Infrastruktur ist die Grundvoraussetzung für die erfolgreiche Digitalisierung relevanter Lebens- und Wirtschaftsbereiche. Pro Tag gehen allein in Deutschland ca. 80.000 Notrufe per Mobilfunk bei den Rettungszentralen ein. Und die COVID-19-Pandemie hat mit Homeoffice, Homeschooling, Online-Shopping, digitaler medizinischer Versorgung, Entertainment oder dem einfachen in-Verbindung bleiben mit Familie und Freunden einmal mehr gezeigt, wie wichtig stabile und gut ausgebaute Telekommunikationsnetze sind."

Wie geht es jetzt weiter?

Helmut Frimmel von der BI überreicht Bürgermeister Peter Malolepszy ein Schreiben ...Foto: BI

In einer öffentlichen Ortsbeiratssitzung in Schletzenhausen am Donnerstagabend, überreichte BI-Sprecher Helmut Frimmel eine Stellungnahme mit circa 200 Unterstützungsunterschriften an den Bürgermeister. In einer Diskussion wies der Rathauschef daraufhin, dass die Gemeinde keine rechtlichen Möglichkeiten zur Verhinderung des Vorhabens habe. "Gleichzeitig stehen den ablehnenden Bürgern jedoch auch einige andere gegenüber, die ein Interesse an einer besseren Versorgung haben und die Errichtung des Sendemastes befürworten. Dies wurde auch vom Ortsbeirat bestätigt."

Jetzt will sich die BI mit dem Eigentümer des betroffenen Grundstücks in Verbindung setzen, um eine Rücknahme der Bereitstellung der Fläche als Mobilfunkstandorts zu unterstützen, die der Eigentümer mittlerweile auch selbst anstrebe. "Sollte dies gelingen, ist von Seiten der Gemeinde mit Vodafone über einen neuen Standort zu verhandeln und die Ortsbeiräte sowie die BI bei der Suche mit einzubinden. Gleichzeitig werde ich die Gremien in deren nächsten Sitzungen über den Sachstand informieren und darüber beraten lassen", versichert Bürgermeister Malolepszy abschließend. (nb) +++


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