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02.09.09 - MOTORSPORT

Fortuna ist keine BMW-Fahrerin! Team Matthes Motorsport auf Nürburgring

Nach dem Training zum 7. Lauf zur BF-Goodrich Langstreckenmeisterschaft sah es am Wochenende für das Team Matthes Motorsport (Meiningen-Dreißigacker) nach einem guten Rennwochenende aus. Doch der Übermut eines Mitstreiters machte alle soliden Vorraussetzungen mit einem Schlag zu Nichte.

Nach dem Ausfall beim 6h-Rennen im Juli war die Mannschaft um Teamchef Peter Matthes hoch motiviert und „heiß“ auf eine gute Platzierung. Entsprechend enthusiastisch starteten die Fahrer Michael „Mick“ Jestädt (Fulda) und Werner Schlehecker (Rösrath) schon ins Zeittraining am Samstagmorgen. Schlehecker startete zuerst ins Training, erkannte aber schnell, dass durch den vielen Verkehr in seiner ersten Trainingsrunde keine gute Zeit zu erwarten war. Also hängte er eine weitere Runde dran.

Eine kluge Entscheidung, denn diese Runde hatte er nahezu freie Fahrt und konnte sich bis auf weniger als eine Sekunde an Platz eins der Klasse V2 ran fahren. Dann ließ er Mick Jestädt ans Steuer des BMW 318is. Der Hesse hatte sich die „Pole-Position“ der Klasse in den Kopf gesetzt und diese auch kurz inne. Mit seiner fehlerfreien Runde über die knapp 25 Kilometer lange Rennstrecke in 10:15,886 Minuten führte das Team die Klasse an, ehe der Wettbewerb zurückschlug und das Matthes Motorsport mit 700stel Rückstand auf Rang zwei verwies. Mit dem Ergebnis zufrieden bereiteten sich die Mannen rund um Teamchef Peter Matthes auf das bevorstehende 4h-Rennen vor.

Schleheckers guter Start und schnelles Aus

Nachdem das Führungsfahrzeug den fliegenden Start zum 7. Lauf der Langstreckenmeisterschaft freigegeben hatte, entwickelte sich direkt ein harter aber fairer Kampf zwischen den beiden Erstplatzierten der Klasse V2. Schlehecker ließ schon auf den ersten Metern nicht locker, versuchte aber auch nicht mit Gewalt die Führung zu erobern, wohl wissend dass vier Stunden Renndauer vor ihm, seinem Fahrerkollegen Jestädt, dem BMW und dem gesamten Team lagen. Schon nach wenigen hundert Metern wurden die beiden Führenden der Klasse von einem eigentlich schnelleren Fahrzeug überholt, jedoch an einer Stelle und auf einer Linie, die nicht zum überholen geeignet ist. Der Fahrer verlor die Kontrolle über seinen Wagen rutschte von der Strecke und nur der führende BMW der Klasse V2 kam am gestrandeten Wettbewerber vorbei.

Werner Schlehecker hatte deutlich weniger Glück: Als er den „Ausrutschenden“ passieren wollte, schleuderte dieser auf die Strecke zurück, direkt in den BMW von Matthes, der daraufhin seinerseits das Rennen schwer beschädigt im Kiesbett beenden musste. Für das Team war es der zweite Ausfall in Folge, zweimal in Folge auch, dass andere Fahrer für das frühe Aus von Matthes Motorsport verantwortlich waren. Bleibt zu hoffen, dass das Team bei den letzten drei Rennen der Saison mehr Glück hat.

Das nächste Rennen im Rahmen der BF-Goodrich Langstreckenmeisterschaft findet am 03. Oktober 2009 statt, die Renndistanz beträgt 4h. (Text/Fotos) Redaktionsbüro Meuren/ K. Vetter

Stimmen nach dem Rennen

Peter Matthes, Technikchef: "„Es ist schade, dass wir schon wieder ins Aus geschickt wurden. Wir waren nach dem guten Training überzeugt, den Speed der Spitze gehen zu können, dass es nun so kam, ist sehr ärgerlich. Auch wenn der Schaden augenscheinlich nicht groß ist, der zweite Blick sagt anderes. Wir haben zwar nun gut vier Wochen Reparaturpause, dennoch wird es ein hartes Stück Arbeit für unsere Mechaniker. Ich wünsche mir für die ausstehenden Rennen nicht nur mehr Glück, sondern auch umsichtigere Konkurrenten, die nicht versuchen, schon in der ersten Runde das Rennen für sich zu entscheiden.“

Werner Schlehecker, Fahrer: "„Es ist wirklich deprimierend, was mir derzeit widerfährt: In zwei Rennen in Folge wurde ich Opfer von übermotivierten Fahrern. Dabei fing der Samstag gut an. Das Auto ging sehr gut, Reifen und Fahrwerk stimmten und im Training wurde mit viel Rücksicht gefahren. Wir hätte durchaus um Platz eins kämpfen können – doch das war alles graue Theorie, die der Wettbewerber zerstörte.“

Michael Jestädt, Fahrer: "„Von Rennen ist diesmal bei mir keine Rede: Insgesamt zwei Trainingsrunden absolvierte ich, wartete nach dem Rennstart auf meinen Einsatz und konnte schon wenige Minuten nach dem Start meine Koffer packen. Diese Saison ist zum abhaken. Jetzt hoffe ich auf die letzten drei Rennen – vielleicht können wir dann noch mal einen Pokal und ein paar Punkte mit nach Hause nehmen.“ +++

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