Patrick Schaaf (links), das Herz der SG Barockstadt - Archivfoto: Jonas Wenzel/yowegraphy

FULDA Kommentar zur SG Barockstadt

Team ist auf hohem Niveau angelangt - dennoch: den Ball flach halten

19.09.22 - Die Teilbilanzen sprechen eine deutliche Sprache. Und sie sprechen für sich. Die Kicker der SG Barockstadt verblüffen als Aufsteiger in der Regionalliga Südwest. Seit fünf Spielen sind sie ungeschlagen, treten äußerst gefestigt und stabil auf. Kurzum: Sie machen Freude derzeit. Dennoch sollte man ihre Entwicklung und den Status Quo passend einordnen - um die Realität nicht so ganz aus den Augen zu verlieren.

Nehmen wir an, es gäbe ein Würfel- oder Brettspiel, das den Namen "den Ball flach halten" trägt. Es bietet die Chance, viel zu riskieren. Es treibt die Entwicklung voran, wenn man nur genügend einsetzt. Und es bietet denen, die nach vorn wollen, die Chance zu mehr. Zu viel mehr. In solch einem Strudel mag sich die SGB derzeit aufhalten. Nur, und das ist positiv gemeint: Sie - alle sind angesprochen - haben sich all dies erarbeitet. Und das Glück, das einem auf diesem Weg zufällt, verdient sich halt nur der, der viel dafür tut.

Der Kapitän als Freigeist - wie ein Dirigent

Es scheint derzeit, als könnte das Team auf dem Platz zurzeit nichts erschüttern. Stabil ist es, gut organisiert, Mischung und Balance zwischen offensivem und defensivem Verhalten stimmen. Erstaunlich, wie Mannschaft und Trainer das Schließen defensiver Räume hinbekommen haben. Patrick Schaaf, Kapitän des Teams, tritt quasi als Freigeist auf. Er bewegt sich intuitiv auf dem Platz und schleicht in fürs Team passende Räume. Überall ist er. Und überall ist er anspielbar. Fast jeder strukturierte Angriff geht von ihm aus. Er ordnet das Spiel, bringt Ruhe und Takt rein. Wie ein Dirigent eben.

Und der Fußball? Der ist wohlüberlegt, abgeklärt, macht Sinn - und ist äußerst effektiv. Nicht umsonst erspielte sich das Team einige Tore, die zur rechten Zeit fielen. Wie jetzt in Kassel mit einem Vorsprung im Rücken - Moritz Reinhard hatte beim frühen 1:0 das Glück, das ihm drei Tage zuvor gegen Trier verwehrt blieb - oder wiederholt mit Treffern kurz nach der Pause. Wohlgemerkt: All das hatte sich die SGB erarbeitet und verdient. Hessen Kassel konnte dem Gast nie wirklich ernsthaft gefährlich werden. Der KSV Hessen wirkte bisweilen wie ein Kind, das emotional und heftig um ein Geschenk bei den Eltern buhlt. Das aber nicht bekommt. 

Was ist, wenn das Spielglück auf des Gegners Seite ist?

Nur - und um eine Anleihe in der Realität zu nehmen: Was ist, wenn das Spielglück mal auf die Seite des Gegners fällt? Wenn Reinhards Kopfball zum 1:0 nicht drin ist - und Durnas Heber kurz darauf die Nordhessen in Front bringt? Und was ist, wenn sich die kleine Erfolgsgeschichte mal ins Gegenteil verkehrt und die Portion Glück den Kontrahenten zufällt? Trainer Sedat Gören, das Team, Kapitän Schaaf und die Verantwortlichen der SGB wissen das sicher richtig einzuordnen. Und solange spielen wir das Würfelspiel weiter: den Ball flach halten. (Walter Kell) +++


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