IT-Leiter Michael Dietzel (links) neben dem Ausschussvorsitzenden Helge Mühr (rechts). - Foto: Privat

FULDA Ausschuss für Digitalisierung

Besichtigung des Niedrigenergie-Rechenzentrums in Fulda

19.09.22 - Der Ausschuss für Digitalisierung, Wirtschaft und Verkehr informierte sich über das Fuldaer Niedrigenergie-Rechenzentrum am Standort Fulda.

Rechenzentren benötigen Strom, viel Strom - sie produzieren damit Wärme, viel Wärme. Durch eine clevere Kombination von Wärmetauschern und Hot Spot Klimatisierung lässt sich aber die Abwärme eines Rechenzentrums für das Heizen von Räumen benutzen. Davon konnten sich kürzlich die Mitglieder des Ausschusses für Digitalisierung, Wirtschaft und Verkehr der Stadt Fulda überzeugen. Sie besuchten das geothermal gekühlte Rechenzentrum am Standort Fulda.

Niedrige Energiekosten

Der IT-Leiter Michael Dietzel führte die Ausschussmitglieder durch die Sicherheitsbereiche und erklärte ihnen die Anlage und verwendete Technologien wie Geothermiefeld, Indirekte Freikühlung, Hallenheizung und Noteinspeisung. "All das führt zu nachhaltig sehr niedrigen Energiekosten. Und Nachhaltigkeit ist ein erklärtes Ziel der Stadt Fulda. Dafür wurde eigens eine Nachhaltigkeitsagenda 2030+ beschlossen, die sich nach den Zielen (SDG) der Vereinten Nationen richtet", so der Ausschussvorsitzende Helge Mühr (FDP). "Die Transformation unserer Gesellschaft, die Digitalisierung nebst Nutzung des Internets führt zu rasant steigenden Datenmengen. Mit dem wachsenden Transfer von Daten steigt auch der Energieverbrauch von Rechenzentren enorm an. Doch wir benötigen diese leistungsstarke digitale Infrastruktur um wettbewerbsfähig zu sein", so Mühr.

Noch Kapazitäten frei

Auf Nachfrage des Ausschussvorsitzenden hat das Rechenzentrum noch freie Ressourcen und Kapazitäten, um auch heimischen Betrieben die Infrastruktur zur Verfügung zu stellen. "Man kann hier auch Höheneinheiten beziehungsweise Racks mieten", so Dietzel. Konkret bedeute das, im Rahmen der vorhandenen Überkapazitäten (rund 35KW) können dort eigene Server sicher untergestellt werden, statt eigens in die Technik zu investieren, die eine hohe Planungs- und Eintrittsschwelle hat. Das vorhandene Glasfasernetz ermöglicht dann dieselben Geschwindigkeiten, also ob die Server im Unternehmen stünden. Das Sicherheitsniveau ist auf EN50600 Class 3. Der eigenständige Zutritt ist und um die Uhr gewährleistet.

"Aktuell hat das RZ einen PUE von 1,2. Wer also seine Server im städtischen Rechenzentrum unterbringt, spart Energie und damit Geld. Aktuell nutzen einige regionale Serviceanbieter bereits dieses Angebot bereits", so der IT-Leiter. "Für einige regionale Unternehmen wäre ein Server-Umzug ins energieeffiziente kommunale Rechenzentrum vielleicht eine Alternative zum eigenen Betrieb einer Infrastruktur", so Mühr. (pm) +++


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