Der vierte und somit vorletzte Lauf zum Westdeutschen ADAC Kart Cup fand am Wochenende im badischen Walldorf statt. Als Veranstalter war kurzfristig der Kartclub Trier eingesprungen, da der eigentliche Veranstalter das Rennen aus organisatorischen Gründen hätte absagen müssen. Insgesamt fünf Fahrer waren für das Fuldaer NOlimit Racing Team am Start.
Bei den Jüngsten in der Klasse Formula light war es der erst zehnjährige LOUIS WÖLFLE aus Lahr, der die Fahnen hochhielt und nach einem fünften Platz im Zeittraining sich mit guten Rundenzeiten und cleverer Fahrweise in den beiden Wertungsläufen auf die Positionen vier und drei nach vorne fuhr. Die schnellste Rennrunde in Rennen zwei bestätigte die steigende Tendenz des Wochenendes.
NICOLA DIETZ startete etwas gehandicapt ins Zeittraining, nachdem er tags zuvor sein IcA-Junioren Kart derart in der Streckenbegrenzung deformiert hatte, dass über Nacht ein neues Chassis aufgebaut werden musste. Platz zwei im Training und ein Sieg im ersten Lauf ließen auf eine erfolgreiche Verteidigung der Meisterschaftsführung hoffen, doch ausgerechnet ADAC Hessen Thüringen Teamkollege Dennis Anoschin fuhr ihn im zweiten Rennen sprichwörtlich „über den Haufen“. Anoschin wurde zwar von der Rennleitung mit einer Strafe belegt, aber die Punkte für Dietz waren leider dennoch verloren.
TOBIAS SAFFRICH absolvierte in der Klasse der KF3 seine dritte Veranstaltung im WAKC, um sich somit das Ticket für den ADAC Bundesendlauf zu sichern. Mangels Budget mit Trainingsmotor und gebrauchten Reifen unterwegs konnte der Dautphetaler keine Spitzenplatzierung erwarten, so reichte es im Training, wo ein neuer Reifen den größten Vorteil bringt, lediglich für Startplatz vier. In Rennen 1 kollidierte er im Startgerangel ausgangs der ersten Spitzkehre mit Dennis Anoschin, sodass beide die Segel streichen mussten. „Ich weiß, dass es für den hinteren immer schlecht aussieht bei einem Unfall, aber wir haben uns erst in der Beschleunigungsphase berührt. Wenn ich ihn hätte abschießen wollen, hätte ich beim Anbremsen eine bessere Gelegenheit dazu gehabt ohne selbst dabei auszufallen“, so seine Worte nach dem Zwischenfall. In zweiten Lauf verlief der Start reibungslos und der sympathische Zanardi-Kart-Pilot kämpfte sich bis auf den dritten Platz nach vorne.
MORITZ OESTREICH (s. obenstehendes FOTO) reiste als frisch gebackener DCKM Champion nach Walldorf. So wie sein Teamkollege Tobias Saffrich musste auch er mit Trainingsmotor und gebrauchten Reifen in der Klasse der KF2 an den Start gehen. „Irgendwie bekomme ich das schon hin, schließlich muss ich ja auch noch selbst schrauben an diesem Wochenende, da habe ich wenigstens mal einen guten Mechaniker“, scherzte er augenzwinkernd vor Beginn der Veranstaltung. Und er sollte tatsächlich rechtbehalten. Pole position und zwei blitzsaubere Siege vor Tabellenführer Alexander Dörfler sicherten ihm maximale Punktausbeute und ein breites Grinsen auf der obersten Stufe des Siegerpodestes.
Der Lindauer KEVIN BERGER, normalerweise im ADAC Kart Masters bei NOlimit unterwegs, war als Gaststarter (ohne Meisterschaftswertung) in der Getriebe-Kart-Klasse KZ2 angereist. Bereits im Training war abzusehen, dass Berger an diesem Wochenende zu einem ernsthaften Konkurrenten für Tabellenführer Pascal Jung werden könnte. „Moritz hat ja gut vorgelegt, das verpflichtet“, so die Worte des schnellen Piloten vom Bodensee. Er kam auch in allen Punkten seiner Verpflichtung nach und distanzierte von der pole aus gestartet seine Konkurrenten bis ins Ziel und holte sich so den verdienten Doppelsieg. +++