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FULDA "Pure Erleichterung bei geglückter Suche"

Vierbeiner retten Leben: BRH-Rettungshundestaffel rückt aus bei Tag und Nacht

12.12.22 - Elvis ist ein Retter in der Not. Mit seiner Spürnase durchstreift er präzise und mit geschärftem Sinn die Wälder. Er begibt sich auf die Suche nach Menschen in Gefahr, oftmals in lebensbedrohlichen Situationen. Szenarien gibt es viele - und sind doch keine Seltenheit.

Die tierischen Begleiter unterlaufen eine Ausbildung. Fotos: Carina Jirsch

Das Team engagiert sich ehrenamtlich.

Brigitte Rockel ist 1. Vorsitzende.

Jedes Jahr werden in Deutschland etwa 100.000 Menschen als vermisst gemeldet. "Es ist natürlich nicht planbar, wie oft sich jemand verirrt. In unserem Einsatzgebiet waren es im letzten Jahr 15 Einsätze, in diesem sind wir bei sieben", erklärt die 1. Vorsitzende der BRH-Rettungshundestaffel Fulda Brigitte Rockel. Doch die Zahl ist letztendlich Nebensache. Wichtig ist: "Wir sind immer zur Stelle, wenn Hilfe benötigt wird."

Waldgebiete werden nach vermissten Menschen durchsucht.

Rockel kann inzwischen auf 25 Jahre Erfahrung zurückblicken. Stets an ihrer Seite: ihre drei Hunde. Brandlbracke Anton, Riesenschnauzer Black Gizmo und der bayrische Gebirgsschweißhund Bruno sind entsprechend auf diesem Gebiet geschult sind. "Die Staffel Fulda existiert in diesem Jahr seit zehn Jahren. Wir haben derzeit 35 Mitglieder, die für Einsätze zur Verfügung stehen. Darunter 18 geprüfte Flächensuchteams, fünf geprüfte Trümmersuchteams und zwei Mantrailer." Felder, Wälder oder Stadtgebiet - jegliche Hindernisse am entsprechenden Suchort werden gemeistert. Mithilfe der Arbeitsgemeinschaft der Hilfsorganisation zur Vermisstensuche Osthessen (AdHzV) - bestehend aus BRH, DLRG, DRK und Johanniter - werden die Kräfte noch zusätzlich verstärkt gebündelt. Dazu zählt laut der Ausbildungsleiterin nicht nur die biologische Ortung mittels Hunden, sondern auch die technische Ortung anhand von Drohnen. 

Elvis findet den Vermissten.


Oftmals Kinder und Senioren vermisst

Die Sorgen von Familienmitgliedern ist groß.

Ein Szenario: Ein medizinischer Notfall im Wald.

"Sobald eine Person vermisst wird, kommen wir ins Spiel - sei es der Opa, der aus dem Seniorenzentrum verschwunden ist, oder Kinder, die nicht zu Hause angekommen sind. Über die Polizei kommt eine Alarmierung und dann rücken wir aus", so Rockel. Hand in Hand zu arbeiten mit anderen Organisationen wie Polizei, THW oder Feuerwehr ist dabei unabdingbar. 

Kompetenzen fördern und stärken

Die BRH-Rettungshundestaffel Fulda leistet einen wichtigen Beitrag: Gemeinsam ...

Elvis und seine Hundeführerin.

Alle in der Organisation Tätigen engagieren sich ehrenamtlich. Zum Einsatz kommen eigene Privathunde, die eine spezielle Ausbildung durchlaufen sind. Ein kostenloses und unverbindliches Schnuppertraining zeigt, ob die Tätigkeit überhaupt das Richtige für einen ist. Innerhalb von vier Wochen erhalten Interessierte einen Einblick in Theorie und Praxis. "Die Rettungshundearbeit ist sehr umfangreich. Nicht nur der Hund wird entsprechend geschult. Auch die Hundeführer müssen fit sein. Der richtige Umgang mit Karte und Kompass ist notwendig, schließlich gibt es in einigen Waldgebieten kein GPS-Signal." Eine kontinuierliche Auffrischung der Kenntnisse in Bezug auf Erste-Hilfe, Such- und Einsatztaktiken, ist stets erforderlich. Jeder Fall fällt individuell aus. "Manche Suchaktionen dauern mehrere Tage, manche lediglich eine halbe Stunde. Es variiert sehr, deshalb ist die Absprache mit dem Arbeitgeber vorab wichtig. Ich bin beispielsweise selbstständig und flexibel. Andere Kollegen müssen das Ganze erst abklären, in der Regel ist das aber kein Problem."

Jeder Fall ist individuell

Positives Ende: Der Vermisste konnte wohlbehalten aufgefunden werden.

Die Witterungsbedingungen haben einen entscheidenden Einfluss auf die Suche. "Jetzt in der kalten Jahreszeit kommt es tatsächlich auf Zeit an. Es besteht die Gefahr des Unterkühlens." Dramatische Einsätze hat auch Rockel schon miterleben müssen, "es hilft unter Staffelkollegen über das Erlebte zu reden". Nicht alle Fälle werden gelöst und aufgeklärt. "Das beschäftigt einen natürlich länger, wenn jemand nach all den Maßnahmen nicht auffindbar ist." Doch das schönste Gefühl ist der Abschluss einer erfolgreichen Suche: "Im ersten Moment ist es wirklich pure Erleichterung, wenn die Geschichte ein gutes Ende nimmt und die Person wohlbehalten gefunden werden konnte. So weiß man, wieso man das alles macht: um den Menschen in unserer Region in jeder Situation zur Seite zu stehen."

Sehen Sie mehr zur BRH-Rettungshundestaffel Fulda in unserem O|N-Video. (mkr) +++

Ältere Menschen und auch Kinder werden oftmals gesucht.


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