Sonntag, 15:00 Uhr: TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell - SV Plüderhausen
Ein reizvolles Duell steht in der osthessischen Bischofsstadt auf dem Programm. Im TV-Spiel des dritten Spieltags stehen sich der sensationell in die Saison gestartete gastgebende TTC Rhön Sprudel Fulda-Maberzell, der seinen Spätstarter-Nimbus abgelegt hat, und der amtierende Liga-Pokalsieger und ETTU-Cup-Gewinner SV Plüderhausen gegenüber. Reichlich Brisanz verspricht das Duell der letztjährigen erbitterten Rivalen um den vierten Play-Off-Platz, über den im Fotofinish zugunsten des Waldner-Teams entschieden wurde. Der Umstand, dass Fulda ganz oben in der Tabelle thront und Plüderhausen noch sieglos ist, bedeutet keineswegs, dass die Schwaben als krasser Außenseiter in die Rhön reisen würden. Im SVP-Dress wird Ex-Weltmeister Jörgen Persson, der in Fulda auf seinen noch einen Tick prominenteren Landsmann Jan-Ove Waldner treffen könnte, sein Ligadebüt 2009/10 geben. Mit Aleksandar Karakasevic, Jakub Kosowski und Paul Drinkhall stehen weitere Akteure der gehobenen DTTL-Kategorie im Kader der Remstaler "Gelbhemden". Die Maberzeller sind richtig gut drauf und spüren, dass eine ganze Region, die gierig auf Spitzensport ist, hinter ihnen steht - eine interessante Konstellation für den Sonntag.
„Nach dem dritten Spieltag wissen wir mehr. Sollte unserem Team tatsächlich ein Sieg gegen Plüderhausen gelingen, wäre der Saisonstart optimal verlaufen", betont Fuldas Vizepräsident Claus-Dieter Schad den Schlüsselcharakter der Partie, bei der sich die Gastgeber der stimmgewaltigen Unterstützung der Fans in einer gut gefüllten Wilmingtonhalle sicher sein können. Tendenziell ist Schad optimistisch: "Genug Selbstvertrauen haben Wang Xi und Robert Svensson in ihren Auftaktmatches gegen Ochsenhausen und in Jülich ja sammeln können." Allerdings macht TTC-Chef Stefan Frauenholz darauf aufmerksam, dass Plüderhausen in Bestbesetzung extrem gefährlich sein kann: „Die Remstaler müssen einfach punkten". Auf der neu gestalteten, sehr informativen Fuldaer Homepage ist ferner zu lesen: "Auch wenn Plüderhausen derzeit nur Tabellenachter ist, gehört der Gast vom Wahlsonntag zu den Topteams der Liga. Spannend wird die Rückkehr von Jörgen Persson an seine alte Wirkungsstätte. Wird er auf Wang Xi treffen und mit seinen Topspins die chinesische Abwehrmauer durchbrechen können? Oder kommt es doch zu einem legendären Zusammentreffen mit Jan-Ove Waldner? Wer ist der bessere der beiden schwedischen Goldmedaillengewinner?"
Plüderhausens Sportkoordinator Ulrich Engele bestätigt, dass die Partie in Fulda ein besonderes Spiel für die Schwaben ist: "Zum einen wollen wir den ersten Sieg einfahren, wissen aber, daß dies sehr schwer werden wird. Zum anderen treffen wir unsere beiden ehemaligen SVP'ler Jan-Ove Waldner und 'Robby' Svensson wieder, zu denen wir nach wie vor ein sehr gutes Verhältnis haben. Trotzdem wollen wir selbstverständlich vor allem gegen diese beiden punkten, da es gegen Wang Xi für alle sehr schwer sein wird. Natürlich haben wir auch noch eine Rechnung mit Fulda offen, da sie uns ja im letzten Spiel mit dem sehr überraschenden 3:0-Sieg gegen Düsseldorf den Play-Off-Platz vermasselt haben. Auch deshalb wollen wir unseren damaligen Sieg direkt nach unserem Europapokal-Finale in Moskau möglichst wiederholen."
Die Begegnung wird im Livestream auf www.DTTL.tv in gewohnt professioneller Qualität zu sehen sein, die Highlights werden am Dienstag, den 29. September, ab 17.30 Uhr im DSF ausgestrahlt.
Sonntag, 15:00 Uhr: TTF Liebherr Ochsenhausen - TG 1837 Hanau
Hier der in unveränderter Besetzung antretende deutsche Vizemeister und Champions-League-Finalist, da die hessische Youngstertruppe mit dem 40-jährigen "Leitwolf" Roßkopf, die gegen den Abstieg kämpft - klar, dass Hanau, zumindest auf dem Papier, nur zum Punkteabliefern die 365 Kilometer weite Reise ins oberschwäbische Biberach antritt. Bemühen wir freilich unser Kurz- und Langzeitgedächtnis ein wenig, erscheint die Angelegenheit schon nicht mehr ganz so eindeutig. Immerhin bringt die TGH den EM-Helden Ruwen Filus mit, der an gleicher Stätte vor 13 Monaten sein letztes DTTL-Einzel gewann - Gegner war damals kein geringerer als Chuang Chih-Yuan, der nicht gerade als "Abwehrkiller" einen Namen hat. Hanau-Vorgänger Gönnern verkaufte sich damals übrigens - trotz angespannter Personalsituation - teuer beim 2:3 gegen die Johansson-Truppe. Zudem ist ja auch "Rossi" mit von der Partie, der gegen Spieler wie Crisan oder Chuang schon fast traditionell gute Spiele abliefert, zuletzt im Jülicher Trikot. Und schließlich hat der Bundesliga-"Seiteneinsteiger" mit dem 20-jährigen Taiwanesen Chiang die Antwort auf dessen Landsmann Chuang im Bordgepäck, einen Spieler, der in der noch jungen Saison bereits Kontrahenten wie Bastian Steger, Tan Rui Wu und Trinko Keen bezwungen hat.
Dennoch spricht eindeutig mehr für als gegen den Vizechampion aus Oberschwaben, der sich nach der Auftaktschlappe in Fulda zuletzt im Schwabenderby stark verbessert zeigte. Auch die drei EM-Teilnehmer der TTF enttäuschten nicht, wenngleich man das von den beiden Hanauern Filus und Franziska auch nicht behaupten kann. Am Freitagabend müssen Chuang & Co. zunächst im ersten von sieben Spielen in den kommenden drei Wochen beim Madrider Vorstadtklub San Sebastian de Los Reyes in der Champions League bestehen, wo sie als Favorit antreten. Trainer Anders Johansson geht davon aus, dass sich ein Sieg auch positiv für das DTTL-Spiel auswirken könnte: "Dann sind die Beine nach der langen Reise nicht so schwer, wenn der Kopf freier ist." Großen Respekt zeigt der TTF-Trainer vor seinem Hanauer Kollegen, dem er immer einen gekonnten taktischen Schachzug zutraut: "Bei Helmut Hampl weiß man nie, was in seinem Kopf vorgeht. Er ist unberechenbar."
Johannes Herrmann kalkuliert nicht mit einer Sensation: "Wir haben nun den nächsten dicken Brocken vor der Brust und hegen lediglich Außenseiterchancen. Wichtig ist für uns, mit dem einen oder anderen Einzelsieg Selbstvertrauen auch für die weiteren Spiele zu tanken. Gegen Bremen und Jülich kommen dann Gegner, die in Reichweite liegen." Hanaus Teammanager unterstreicht nochmals die tolle Leistung von Defensivkünstler Filus bei der EM, die zeigt, welches Potenzial der junge DTTL-Spieler besitzt: "Ruwen hat in Stuttgart wirklich alle überrascht und mit seinem attraktiven Spiel viele Tischtennisfans in den Bann gezogen. Er wird seinen Weg weiter gehen und sich auch nach diesem Höhenflug wieder voll auf seine weiteren Aufgaben konzentrieren, ohne die Bodenhaftung zu verlieren." (Dr. Stephan Roscher) +++