Bei der Firmenkontaktmesse an der Hochschule Fulda: Hafizullah Samim (links) und Ramandeep Singh - Fotos: Marius Auth

FULDA Zum ersten Mal an zwei Tagen

Firmenkontaktmesse: "Heute müssen sich Firmen um Nachwuchs prügeln"

10.11.22 - Die Firmenkontaktmesse an der Hochschule Fulda bietet regionalen und überregionalen Unternehmen ausreichend Möglichkeiten, an gut qualifizierten Nachwuchs zu kommen. Allerdings wird es immer schwerer, den zu begeistern - so begehrt sind die Fachkräfte inzwischen, dass sie mehr als wählerisch sein können. Heute und morgen legen sich insgesamt 53 Aussteller dementsprechend ins Zeug.

Die Firmenkontaktmesse findet traditionell in Halle 8 statt

In Halle 8 stehen Messenorganisatorin Sabrina Dörr und Prof. Dr. Jörg Kreiker, Vizepräsident für Digitalisierung an der Hochschule Fulda, und warnen die Aussteller eindringlich: "Heute müssen sich Unternehmen um die jungen Menschen prügeln. Eine Präsenzveranstaltung ist weiterhin das beste Mittel, um mit Interessenten von Angesicht zu Angesicht ins Gespräch zu kommen. Der persönliche Kontakt ist von unschätzbarem Wert, wenn man einen bleibenden Eindruck vermitteln will", so Kreiker. Zum ersten Mal findet die Firmenkontaktmesse an zwei aufeinanderfolgenden Tagen von jeweils 10 bis 15 Uhr statt. Von den 53 Ausstellern sind 24 vor Ort, die anderen sind digital dabei: "Eine browserbasierte App zeigt Profile von Unternehmen - da können sich die Studierenden anmelden, die Firmen sagen dann zu. Beim gemeinsamen Chat können auch Dokumente wie Infobroschüren ausgetauscht werden", erklärt Dörr.

Messenorganisatorin Sabrina Dörr mit Prof. Dr. Jörg Kreiker, Vizepräsident für ...

Prof. Dr. Jörg Kreiker, Vizepräsident für Digitalisierung an der Hochschule Fulda ...

Messenorganisatorin Sabrina Dörr

Kreiker: "Heute müssen sich die Firmen um die jungen Menschen prügeln" ...

Neben regionalen Unternehmen, darunter langjährigen Bekannten wie JUMO und EDAG, sind auch überregionale Akteure vertreten, hier etwa die internationale Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft Deloitte sowie Amazon. "Wir bieten den jungen Menschen gleich nach dem Einstieg eine Führungsfunktion: Als Graduate Area Manager in Bad Hersfeld ist man für 60 bis 120 Mitarbeiter verantwortlich - außerdem kennt man das System Amazon früh genug und kann sich so gut entwickeln. Wir versprechen uns vor allem Interessenten aus dem Bereich Internationale Betriebswirtschaft, außerdem Maschinenbau", erklärt Amazon-Recruiter Timo Woche. Alleine in Bad Hersfeld sind 3.000 Mitarbeiter beschäftigt.

Diplom-Ingenieur Joachim Schütz von der B&W Engineering und Datensysteme GmbH Niederlassung ...


"Flexible Arbeitsumgebung ist Muss"

"Wir bieten ein Spektrum an Unternehmen aus den Bereichen Informationstechnologie, Wirtschaft, Gesundheit und Lebensmittel. Heute ist eine flexible Arbeitsumgebung ein Muss - fünf Tage die Woche arbeiten, das ist nicht mehr. Vor drei Jahren dagegen hätte man sich permanentes Homeoffice nicht vorstellen können - das Vertrauen der Unternehmen wäre nicht da gewesen, jetzt geben die steigenden Energiekosten allerdings einen zusätzlichen Motivationsschub dafür", so Kreiker.

Internet-Recruiting ist inzwischen Pflicht für Unternehmen, aber auch die Mundpropaganda in der Region hilft: "Wir haben die Stellenanzeigen auf unserer Homepage und jetzt sogar auf Facebook, wo Interessenten sich in weniger als 60 Sekunden mit ihren Kontaktdaten bewerben können. Wir schreiben auch die Professoren an der Hochschule Fulda inzwischen direkt an", erklärt Joachim Schütz, Geschäftsführer der B&W Engineering und Datensysteme GmbH Fulda. Das Unternehmen aus Stuttgart hat inzwischen 50 Mitarbeiter, zehn davon in Fulda. Fulda und die Hochschule seien als Talentpool kaum ergiebig, moniert Schütz:

"Wir suchen Elektrotechnikingenieure und Softwareprogrammierer, außerdem Mechaniker und Mechatroniker. Maschinenbauingenieure bekommt man gar nicht in Fulda, dafür muss man nach Schmalkalden oder Kassel - hier wird das Studium nicht angeboten. Der Mechatroniker wurde vor einigen Jahren hier an der Uni eingeführt, das hilft", so Schütz.

Grasmit Katharotiya (links) würde gerne Business Analyst werden

Grasmit Katharotiya aus Indien studiert Global Software Development an der Hochschule. Der 22-Jährige will Business-Analyst werden und kann sich vorstellen, in Fulda zu bleiben. Grund: niedrige Lebenshaltungskosten. Das IT-Beratungsunternehmen Orexes aus Fulda würde ihm zusagen, allein: gesprochen wird ABAP und Deutsch, nicht Englisch. "Bei uns zählt programmiertechnisch die SAP-Sprache ABAP - und Englisch würde problematisch, weil unsere Kunden beinahe ausschließlich aus der öffentlichen Verwaltung kommen", erklärt Orexes-Recruiterin Christina Wiegand.

Auch Hafizullah Samim aus Afghanistan studiert Global Software Development, auch er liebäugelt mit der Domstadt als fester Bleibe nach dem Studium. "Große Städte haben den Vorteil, dass alle 500 Meter ein anderer Arbeitgeber zu finden ist. Aber eben keine Wohnungen, die zu bezahlen sind." (mau) +++


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