
Ulms Keeper Lorenz Otto Rückkehr in die Heimat
11.11.22 - Die Freude ist groß in diesen Tagen im Hause Otto in Rengersfeld bei Gersfeld. Lukas und Barbara Otto kommen am Samstag in die Johannisau, um ihren Sohn zu sehen. Auch Schwester Greta ist dabei, vielleicht auch Oma Käthe, auch wenn die schon 80 ist. Selten war ihre Anreise - 30 Kilometer sind es vom 170 Einwohner-Ort südlich des Rhönstädtchens Gersfeld - zu einem Fußballspiel so kurz, um Lorenz wiederzusehen. Der hat sich im Sommer den Regionalliga-Fußballern des SSV Ulm angeschlossen und ist zweiter Torwart, wenn sein Team bei der SG Barockstadt antritt.
"Sie haben sich schon angekündigt", blickt Lorenz dem Spiel entgegen, auch Freunde und Verwandte des 21-Jährigen sind vor Ort. Lorenz fühlt sich nach wie vor nicht nur seinem Heimatort verbunden, er hat auch eine Ex-Beziehung zu Fulda. "An meine Jugendfußball-Zeit denke ich gerne zurück." Er meint auch die beiden Jahre bei den D-Junioren des TSV Lehnerz, wohin Lorenz nach sieben Jahren bei der SKG Gersfeld wechselte. Trainer in Lehnerz war seinerzeit Branko Milenkovski; dessen Sohn Dejan sowie die heutigen U23-Spieler der SG Barockstadt, Arnis Mulaj oder Yunus-Emre Kocak kickten mit Lorenz in einem Team.
Fünf Jahre am Betzenberg - prägendes Ereignis Aufstieg
Vom Ehrgeiz angetrieben, hielt es den 21-jährigen Keeper nicht in Fulda. Nachdem er noch für den JFV Viktoria gekickt hatte, zog es ihn zu Traditionsvereinen des deutschen Fußballs. Zunächst schloss sich Lorenz für ein Jahr Rot-Weiß Erfurt an - dann, bereits in der U17, dem 1. FC Kaiserslautern. Fünf Jahre blieb er am Betzenberg, unterschrieb schon in der U19 einen Profivertrag - spielte überwiegend in der U23 und war meist Torwart Nummer drei.
Und ein Erlebnis nimmt er mit aus dieser Zeit. Eines, das noch nicht lange zurückliegt. Als Daniel Hanslik Ende Mai dieses Jahres den FCK in Dresden in die Zweite Liga schoss. "Quasi als Zuschauer war ich da. Aber ich war mit dabei. Es war ein prägendes Ereignis für mich."
"Du musst geduldig bleiben und bereit sein"
Mit Beginn dieser Saison nun der Sprung zum SSV Ulm. "Ich habe mir überlegt: Was ist der beste Weg für mich?" Lieber, was die Ligazugehörigkeit betrifft, einen Schritt zurückgehen und auf mehr Spielpraxis zu hoffen? Sei's drum: Hinter Christian Ortag ist Lorenz die Nummer zwei im Tor der "Spatzen". "Er hat die Nase ein Stückchen vorne. Aber so ist es im Torwart-Spiel. Du musst geduldig bleiben und bereit sein.""Ich habe meistens den Blick für das Langfristige", begründet Lorenz den Wechsel, "ich lege viel größeren Wert auf den Entwicklungsprozess". Starke Worte eines 21-Jährigen. Züge und Kennzeichen seiner Haltung und Persönlichkeit.
Dass der Wechsel ins Donaustadion der passende Schritt war für Lorenz Otto, daran lässt er keinen Zweifel. Ein "cooles Team" sei der SSV, "solch einen Mannschaftsgeist, einen Teamspirit, der hier gelebt und gefordert wird, habe ich selten erlebt. Klasse ist das Mannschaftsgefühl. Klasse das Trainerteam."