Die Mini-Fangruppe des SGV - Fotos: SGV Freiberg

FREIBERG/FULDA Nächster Gegner der SG Barockstadt

Freibergs Trainer Gehrmann coachte einst vier WM-Fahrer des DFB-Teams

18.11.22 - Es ist nicht nur das Duell zweier Aufsteiger, wenn die SG Barockstadt Fulda-Lehnerz am Samstag in der Regionalliga Südwest beim Sport- und Gesangsverein Freiberg zu Gast ist. Bisweilen erfährt man bei der Recherche Dinge, auf die man sonst eher nicht stoßen würde. So erging es auch OSTHESSEN|NEWS im Gespräch mit Freibergs Trainer Ramon Gehrmann.

Der 48-Jährige, schon seit einem Vierteljahrhundert in diesem Job, war einst Trainer der Fußball-Eliteschule in Stuttgart. "Ich hatte damals vier Spieler des aktuellen WM-Kaders unter meinen Fittichen", blickt er nicht ohne Stolz zurück. "Antonio Rüdiger habe ich beim VfB Stuttgart trainiert. Auch Joshua Kimmich, dessen Klassenlehrer ich sogar war. Serge Gnabry war der dritte, der bei mir gespielt hat. Timo Werner war ebenso dabei, aber der kann ja nicht an der WM teilnehmen." Dafür vervollständigt ein anderer das Quartett: Nico Schlotterbeck - allerdings war das zu Gehrmanns Karlsruher Zeiten. "Mit Schlotti habe ich sogar eine Fahrgemeinschaft gehabt, von Stuttgart aus."

Zum dritten Mal Trainer in Freiberg - hohe Fluktuation

Von der Vergangenheit - die Erinnerung an diese Zeiten ist schön, bringt aber aktuell keine Punkte - springen wir in die Gegenwart. Zum dritten Mal ist Gehrmann Trainer in Freiberg, das nur 25 Kilometer von Stuttgart entfernt liegt. Im Sommer stieg der Coach mit dem SGV Freiberg in die Regionalliga auf - erstmals schaffte der Verein den Sprung in die vierthöchste deutsche Spielklasse. Wie nicht wenige Vereine in dieser Liga, so gab es auch in Freiberg eine hohe Fluktuation. 14 Spieler gingen - und 17 kamen, Spieler aus Regional- und Oberliga sowie aus U19-Teams; "sie haben sich alle gut integriert", sagt Gehrmann. 

Der SVG fand gut in der Serie, führte hier und da schon mal mit zwei Toren Vorsprung - brachte die Spiele aber bisweilen nicht über die Bühne. "Wir waren richtig gut", erläutert der Trainer, "haben mit unserer offensiven Spielweise aber Lehrgeld bezahlt". Einen anderen Grund nennt er in erster Linie dafür, dass sein Team am 8. Oktober seinen letzten Sieg feierte - damals traf David Tomic zum 1:0-Heimsieg gegen den Bahlinger SC. "Drei Schlüsselspieler waren in den vergangenen Wochen verletzt", fügt der Coach an. Yannick Thermann machte bereits erste Gehversuche, auch bei Innenverteidiger und Abwehrchef Jan Koch, aus Cottbus gekommen, deutet sich eine Rückkehr an. Einzig bei Keeper Niclas Heimann braucht's noch etwas Geduld. 

Freiberg, "das gallische Dorf der Regionalliga" - 4.000 Plätze "am Wasen"

Auf eine kleine, feine Fußball-Welt darf sich die SG Barockstadt freuen am Samstag - der SGV Freiberg geht durchaus als "gallisches Dorf der Regionalliga" durch. "Wir sind auf jeden Fall einer der kleinsten Vereine der Liga", sagt Gehrmann, "mit Bahlingen vielleicht. Wir haben mit die schwächste Infrastruktur". Als der Verein sein Stadion erweitern wollte, lehnte die Stadt ab. Immerhin finden 4.000 Zuschauer "am Wasen" Platz.

Geht man der Ausrichtung oder der Philosophie des Vereins auf die Spur, betont Gehrmann unumwunden. "Wir sind traditionell ein Verein, der auf eine gute Nachwuchsarbeit setzt." U19 und U17 spielen in der Oberliga - die U17 war 2013 gar mal für ein Jahr in der Bundesliga vertreten, die U19 stand vor Jahren im DFB-Pokalfinale. Und der SGV brachte namhafte Spieler heraus: Marc Schnatterer etwa, Heidenheims einstigen Zweitliga-Kicker und Standard-Spezialist, oder Marco Grüttner, heutiger Sportlicher Leiter des SGV Freiberg - oder auch Tim Leibold, den Gehrmann in die erste Mannschaft einbaute und der später beim Club in Nürnberg spielte und heute Kapitän des Hamburger SV ist.

Verbleiben einige Bemerkungen zum kommenden Gegner Barockstadt. "Die Videos, die ich gesehen habe, haben mich beeindruckt", meint Freibergs Coach, "das Team bringt vom ersten Spieltag an extreme Körperlichkeit ins Spiel. Die ganze Liga hat außerdem vor ihren Standards Respekt. Eine Qualität, die in dieser Liga Punkte bringt und Sicherheit gibt. Eine sehr effektive Waffe", urteilt Gehrmann. Dennoch strebt er am Samstag den ersten Sieg seines Teams seit dem 8. Oktober an. (wk) +++


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