FULDA Johannes Winkel wird neuer Vorsitzender

Über 1.000 Gäste bei JU-Deutschlandtag: "Fulda ist Heimat der Union"

19.11.22 - Die Junge Union steht zusammen - und das in der CDU-Hochburg Fulda: Am Freitagabend starteten rund 1.000 Gäste aus aller Welt ihr großes Familientreffen in der Esperantohalle. Bereits zum vierten Mal in seiner Geschichte tagt Europas größter politischer Jugendverband in der Barockstadt. Unter dem Motto "Gemeinsam. Mutig. Voran" kommen insgesamt 317 Delegierte sowie hunderte Gäste aus über 30 Ländern zusammen. Zudem werden am gesamten Wochenende zahlreiche hochkarätige Redner erwartet. Da der Deutschlandtag in diesem Jahr das Ende der Amtszeit des JU-Bundesvorsitzenden Tilman Kuban markiert, wurde am Freitagabend Johannes Winkel mit 86,96 Prozent zum neuen Vorsitzenden der Jungen Union gewählt.

Johannes Winkel, neuer Bundesvorsitzender (rechts) gemeinsam mit Tilman Kuban ...Fotos: Carina Jirsch

Große Freude bei Hessens Ministerpräsident Boris Rhein

Im Rahmen einer Pressekonferenz positionierte sich die Junge Union vorab mit ihren Zielen, Motivationen und Forderungen. So sei das Thema Freiheit gerade in Zeiten des Kriegs in der Ukraine ein großer Schwerpunkt auf der politischen Agenda. "Wir müssen für Frieden, Freiheit und Demokratie weiter kämpfen", so Kuban. Zudem fordert die Union mehr politische Unterstützung für die Frauenbewegung im Iran. Des Weiteren solle die Bundeswehr wieder einen festen Bestandteil in der Gesellschaft haben.

Tilman Kuban (rechts) und Oleskii Makeiev, Botschafter der Ukraine in Deutschland ...

"Fulda ist eine Heimat für die Union. Bereits zum vierten Mal wird der Deutschlandtag in unserer schönen Stadt ausgerichtet", meinte Dr. Heiko Wingenfeld. Zuletzt hatte die Veranstaltung im Jahr 1995 in der Barockstadt stattgefunden. "Wir sind stolz darauf, dass die CDU seit vielen Jahren in unserer Stadt an der Spitze steht. Ich wünsche uns allen an diesem Wochenende einen Kompass, um uns neu auszurichten. Wir stehen für Eigenverantwortung und Solidarität, dafür steht auch die CDU in unserer konservativen Stadt. Das sind die Werte, auf die wir uns neu besinnen müssen. Wir brauchen eine starke Gemeinschaft - einmal Union, immer Union", so der Oberbürgermeister abschließend.

Die CDU muss wieder laufen lernen

"Wir befinden uns in bewegten Zeiten", brachte es JU-Landesvorsitzende Sebastian Sommer zu Beginn der Veranstaltung auf den Punkt. "Während wir hier in Frieden und Geselligkeit unseren Deutschlandtag begehen, kämpfen unsere Freunde in der Ukraine um ihre Freiheit." Bereits beim Deutschlandtag im vergangenen Jahr in Münster seien die Weichen für den Neuanfang der CDU gestellt worden. "Die CDU muss wieder laufen lernen und in Zukunft ein klares Signal setzen", sind sich Sommer und Kuban einig.

CDU-Fraktionsvorsitzende Ines Claus

"Wir sind eine Familie"

Auch Oleskii Makeiev, Botschafter der Ukraine in Deutschland, richtete einige Worte an die Gäste. "Für mich ist es eine Ehre nach Fulda zu kommen. Ich kann mich nur bei allen Deutschen bedanken, dass sie meine Landsleute zum Schutz aufgenommen haben. Ich spüre, dass die Herzen in Fulda blau-gelb schlagen und wir eine Familie sind." Die Worte des Ukrainers stießen im Publikum auf großen Beifall. "Der Applaus gilt den tausenden Soldaten, die in der Ukraine jeden Tag unsere Werte von Frieden und Freiheit verteidigen. Wir denken an alle, die im Krieg gefallen sind. Über 200.000 junge Männer sind zurückgekehrt, um ihr Land zu verteidigen. Das verdient meinen größten Respekt", so Kuban. Mit geeinten Kräften hat die Union im Zuge der Aktion "HeldenHelfen" außerdem in kürzester Zeit Hilfsgüter im Wert von über 180.000 Euro an Partnerorganisationen in der Ukraine geliefert. 

"Mehr Zusammenhalt in der Regierung"

Hendrik Wüst, Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen, beschrieb seinen Besuch in Fulda "ein bisschen wie nach Hause kommen" und blickte in seiner Rede unter anderem auf seinen ersten Deutschlandtag zurück. Zudem übte der Politiker Kritik an der Bundesregierung und an Kanzler Olaf Scholz: "Wir brauchen mehr Zusammenhalt in unserer Regierung. Rauft euch zusammen, es herrscht Krieg in Europa, genau jetzt müssen wir zusammenstehen. Wir müssen gemeinsam vorangehen, wenn Friede und Freiheit angegriffen werden", fordert Wüst. Des Weiteren blickte Wüst in seiner Rede auf 16 Jahre Bundesregierung unter Angela Merkel zurück. "Wir sorgen mit unserer Politik dafür, dass Gleichberechtigung Wirklichkeit wird. Nicht links, nicht rechts - für uns gibt es nur den Weg nach vorne, denn das ist der Weg der Union." 

Über 1.000 Gäste waren zum Deutschlandtag in die Esperantohalle gekommen ...

"Lasst uns Mutmacher sein"

In seinem Bericht forderte Bundesvorsitzender Tilman Kuban unter anderem, sich in Deutschland unabhängiger zu machen. "Wir begehen diesen Deutschlandtag in einer Situation, die wir uns nie hätten vorstellen können. Wir stehen mutig und entschlossen an der Seite der Ukraine. Die Diktatoren dieser Welt haben eines gemeinsam: Sie alle sind menschenverachtend. Das ist eine Wahrheit, die viele nicht hören wollen", meinte Kuban, der betonte: "Wir brauchen daher neue Weichen für die Unabhängigkeit vom chinesischen Markt und müssen unsere Industrie in Zukunft breiter aufstellen. Die Junge Union wird mehr denn je gebraucht, wer mit anpacken will, ist in unserer Union richtig. Lasst uns Mutmacher sein", motivierte der Bundesvorsitzende abschließend.

Nach der bewegenden Verabschiedung von Tilman Kuban durch Carsten Linnemann, stellvertretender Vorsitzender der CDU Deutschland, erfolgte die Wahl des Bundesvorsitzenden Johannes Winkel, Landesvorsitzender der Jungen Union Nordrhein-Westfalen, der mit 86,96 Prozent zum neuen Vorsitzenden der Jungen Union gewählt wurde. "Ihr seid immer meine Kraftquelle gewesen und ich hätte mir vor vielen Jahren niemals erträumen lassen, einmal an der Spitze dieser tollen Truppe zu stehen. Ich weiß, dass unser Weg noch lange nicht vorbei ist. Die Union war für mich immer eine Herzensangelegenheit", so Kuban, der sich für die bedingungslose Unterstützung der vergangenen Jahre bedankte.

Die Junge Union steht mutig und entschlossen an der Seite der Ukraine

"Neu denken und Vorreiter sein"

In seiner Vorstellungsrede sprach Johannes Winkel über seine politischen Ziele in der Union, seine Motivation und seine Perspektiven. In diesem Zusammenhang forderte er eine neue Westpolitik und setzte einen Fokus auf das Stichwort "Vordenken". "Unsere Westbindung wurde in der Vergangenheit offenbar vergessen. Wir müssen stark sein nach außen. Das Schlimmste, was einer Demokratie passieren kann, ist, dass sie die Sorgen der Bürger nicht mehr ernst nimmt. Wenn diese sich nicht mehr ernst genommen fühlen, dann sind sie offen für radikale Parteien. Das darf nicht passieren", so Winkel, der unter anderem auf die Enttäuschungen in der Ampelpolitik sowie eine "schlecht organisierte Bundesregierung" zu sprechen kam.

"Wir müssen nicht nur vordenken, sondern auch neu denken", betonte der neue Bundesvorsitzende. "Lasst uns beweisen, dass wir die politische Leidenschaft in die Union zurückbringen, lasst uns in den großen Fragen unserer Generation Vordenker sein." Vitali Klitschko, Bürgermeister der Stadt Kiew, schaltete sich per Videogrußwort zur Veranstaltung hinzu: "Seit mehr als neun Monaten tobt hier ein sinnloser Krieg. Wir sehen unsere Zukunft als Teil einer großen europäischen Familie. Das ist kein Krieg, das ist Völkermord. Wir haben eine riesige Wut, doch wir bleiben, denn das ist unsere Heimat. Wir kämpfen weiter um die europäischen Werte und für den Frieden."

Zeichen stehen auf Zukunft

Ines Claus, Fraktionsvorsitzende der CDU Hessen, wünschte Johannes Winkel alles Gute und dankte Tilman für seine herausragende Arbeit. "Ihr stellt heute wie immer die Zeichen auf Zukunft. Genau das haben wir auch hier bei uns in Hessen durch die Wahl unseres neuen Ministerpräsidenten Boris Rhein getan. Es ist großartig, das erleben zu dürfen. Nur gemeinsam sind wir stark. Da, wo die Union regiert, geht es den Menschen besser", sagte die Politikerin. Auch der bayrische Ministerpräsident Markus Söder äußerte sich per Video und betonte: "Die Junge Union ist und bleibt das Herzstück der Partei", und er stellte fest: "Die Ampel ist wohl oder übel die schlechteste Regierung, die Deutschland je hatte."

Abschließend richtete auch Ministerpräsident Boris Rhein einige Worte an die Gäste und Delegierten und gratulierte Johannes Winkel zu seinem großartigen Ergebnis. "Das Wort der Jungen Union hat egal, wo es gesprochen wird, enormes Gewicht. Tilman Kuban hat die Union jahrelang hervorragend geführt. Das ist genau das, was wir brauchen: Eine Union mit Herzblut, denn ohne die Union gibt es auch keine CDU."

Zudem lobte Rhein das Engagement der ukrainischen Soldaten. "Unsere Aufgabe ist es, dass die Ukraine rasche und massive Unterstützung erfährt. Auch hier versagt einmal mehr unsere Bundesregierung. Wir werden unsere Sicherheitspolitik vollständig neu vermessen müssen", blickt der Ministerpräsident in die Zukunft und sprach sich in seiner Rede unter anderem gegen das Bürgergeld aus. "Mit euch haben wir eine tolle, kampferprobte Union, die unser Land innovativ voranbringt."

Noch bis zum Sonntag werden Delegierte und Gäste in der Barockstadt über die Zukunftsperspektiven ihrer Partei diskutieren. (Lea Hohmann) +++


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