Beendet Waldner in Saarbrücken seine Durststrecke?
Dienstag, 19:30 Uhr: 1. FC Saarbrücken - TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell
Das mit Spannung erwartete, weichenstellende Duell der beiden derzeit auf den Rängen fünf und vier der Tabelle positionierten Teams schließt den vierten Spieltag ab. Gewinnt Fulda, ist es wieder in der Spitzengruppe dabei, behält der 1.FCS die Punkte zu Hause, würde man sich einstweilen im Mittelfeld des Klassements festsetzen und könnte von dort aus in aller Ruhe nach vorne schauen. Einen Favoriten gibt es nicht. Der Gastgeber aus dem Saarland wird wieder in Bestbesetzung, also mit Leung Chu Yan, antreten, während die Osthessen mit Abwehrkünstler Wang Xi immer eine Trumpfkarte vorzeigen können - allerdings musste der hagere Chinese, Spezialist für knappe Spielstände, am dritten Spieltag mit Ex-Weltmeister Jörgen Persson erstmals in dieser Saison einem Gegner zum Sieg gratulieren. Die Zuschauer erwartet Toptischtennis in der Joachim-Deckarm-Halle. Zudem kommt mit Jan-Ove Waldner (unser Archivbild von Hendrik Urbin) der sicher berühmteste Tischtennisspieler aller Zeiten - ihn konnten die tischtennisbegeisterten Saarländer bislang einmal jährlich an gleicher Stelle beim Energis Masters Cup bewundern. Mit Wang Xi stellt sich ferner der wohl beste Abwehrspieler vor, der in einer europäischen Liga unter Vertrag steht - sicher noch stärker einzuschätzen als der Grieche Gionis (Angers) oder EM-Viertelfinalist und Ligakollege Filus (Hanau). Wang garantiert in aller Regel für ansehnliche, spannende und ungemein strategische Matches, die den schnellsten Rückschlagsport der Welt um eine dem Schachspiel ähnliche Variante bereichern.
Nachfolgend einige Stimmen vor der Begegnung:
Erwin Berg (Sportlicher Leiter Saarbrücken): "Der 1. FC Saarbrücken wird in der eigenen Halle in Bestbesetzung antreten können, da auch Leung Chu Yan wieder mit von der Partie ist. Wir werden in den nächsten Spielen gegen die besten Mannschaften der DTTL neben Düsseldorf spielen und uns so teuer wie möglich verkaufen. Mit dem neuen Spielsystem ist ein Sieg wie auch eine Niederlage jederzeit möglich.“
Matthias Landfried (Coach Saarbrücken): "Innerhalb der nächsten zwei Wochen haben wir drei sehr schwere Spiele gegen Fulda, Frickenhausen und Ochsenhausen, in denen wir Außenseiter sind. Wenn es schlecht läuft, werden wir durchgereicht und jedem dürfte klar sein, dass wir dann in den 'Wochen der Wahrheit' von Mitte November bis Mitte Dezember gegen Jülich, Plüderhausen und Hanau gewaltig unter Druck stehen. Wir wollen uns deshalb in den nächsten zwei Wochen eine bestmögliche Ausgangsposition verschaffen. Meine Ansicht mag ungewöhnlich klingen, aber da es keine Unentschieden mehr gibt, wird das Spielverhältnis noch etwas wichtiger und auch 2:3 Niederlagen können ein Teilerfolg sein. Mein Ziel ist, dass wir uns in allen dieser drei harten Oktoberspiele ins Schlußdoppel kämpfen, bei 2:2 ist dann alles möglich und wenn wir eine der drei Partien heimbekommen, bin ich im Hinblick auf unser Saisonziel Klassenerhalt sehr zufrieden. Den Auftakt bildet die Partie gegen Fulda. Gegen diese Mannschaft ist es sehr schwer zu spielen. Ich erwarte auch einen topmotivierten Waldner in einer ihm sehr gut bekannten Joachim-Deckarm-Halle, der einiges wieder gut machen will. Ich habe aber vollstes Vertrauen in meine Spieler. Ich bin überzeugt, dass wir Fulda einen heißen Kampf liefern können und hoffe auch an einem Dienstagabend auf zahlreiche Zuschauer, die uns voranpeitschen. Wir versuchen selbstverständlich, eine Überraschung zu schaffen."
Claus-Dieter Schad (Vizepräsident Fulda): "Wir wollen aus Saarbrücken zwei Punkte mit nach Fulda nehmen, wissen aber, dass da ein ganz harter Brocken auf uns wartet. Leung und Tokic sind zwei Spitzenspieler. Saarbrücken musste gleich zu Beginn gegen Düsseldorf und Grenzau ran, da bedeuten vier Minuspunkte gar nichts. Für unser Team geht es in dieser Woche schon ein bisschen um die Richtung in der Tabelle, erst gegen Saarbrücken und dann am kommenden Sonntag gegen Düsseldorf (15 Uhr, Wilmington-Halle, Fulda). Saarbrücken wird ein typisches 50:50-Spiel, jeder kann gewinnen, die Tagesform und das notwendige Quäntchen Glück werden den Ausschlag geben. Wenn Waldi seinen ersten Saisonsieg landet, werden wir es schaffen." (Dr. Stephan Roscher (Text) +++