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Matthias Kapelle - Fotos: privat

NÜSTTAL Ein Fußballtrainer startet durch

Matthias Kapelle: Der einzige Job der Welt, in dem man ehrliches Feedback kriegt

20.12.22 - Matze Kapelle und Fußball - das passt. Es ist eine spezielle Beziehung. Sie ist von viel Geben und Nehmen geprägt. Seit 1. November ist der 42-Jährige aus Nüsttal-Rimmels hauptberuflicher Campleiter und verantwortlich für das Trainerwesen bei der Audi Schanzer Fußballschule des FC Ingolstadt. Das heißt, er macht das, wovon so mancher träumt: Er hat sein Hobby, seine Leidenschaft zum Beruf gemacht. Kids und Jugendliche bringt er nicht nur in Deutschland voran - sondern weltweit. OSTHESSEN|NEWS stellt die neue Lebensaufgabe des A-Lizenz-Inhabers vor. 

Zunächst erklärt er, wie es zu seinem neuen Fulltime-Job kam. Seit 1. Juni fuhr er zweigleisig: Kapelle hatte einen 20-Stunden-Vertrag bei der Fußballschule des FC Ingolstadt - und auch bei seinem seitherigen und langjährigen Arbeitgeber, der Paul Büchel GmbH, einem Karosseriebau-Betrieb in Böckels. Acht Jahre engagierte sich Kapelle, DFB-Stützpunkttrainer in Hünfeld, bereits für die Fußballschule des ehemaligen Erstligisten. Er hielt engen Kontakt zum Leiter - und seitdem hielt er in jedem Jahr ein oder zwei Camps ab.

Gefühlt in allen Bundesländern unterwegs - und in Mexiko und China

Man spürt, wie sehr der Mensch Kapelle brennt. Wie sehr er sich mit seiner Profession identifiziert. Eine "schöne Zeit" habe er schon erlebt - mit Reisen nach Mexiko, wo er im weltberühmten Azteken-Stadion zu Besuch war, oder China. Aber auch in Deutschland. Es ist so viel, dass es dem Rimmelser spontan gar nicht so leicht fällt, Standorte aufzuzählen. Er nennt Berlin, Wilhelmshaven, Stuttgart, Saarbrücken oder Heilbronn, "gefühlt in allen Bundesländern", sagt er und rundet die Geschichte ab.  

Es klingt nicht nur so - es ist so: Da haben sich zwei Parteien gesucht und gefunden. Es besteht kein Zweifel: Kapelle ist prädestiniert für diesen Job. "Du kannst mit Leuten reden. Bist in der Kommunikation mit Eltern, Vereinstrainern und Hotels am Ort. Das liegt mir halt." Wovon die talentiertesten Nachwuchskicker im regionalen Stützpunkt in Hünfeld profitierten - das saugen jetzt auch Kids und Jugendliche in Deutschland und der Welt auf. "Meine Art kommt halt an", lässt er sein Selbstbewusstsein spielen, "ich kann lustig sein und Spaß haben. Aber auch autoritär. Das ist kein Problem. Die Kids folgen mir". Ein Menschenfänger halt. Mit einer Maske, die Fußball heißt. 

Die Teilnehmerzahlen der Camps sind stetig gestiegen

Seine Aussagen sind nicht aus der Luft gegriffen. Kapelles Erfahrungswerte haben Grund und Boden. "Das lief so gut bisher. Die Resonanz seitens der Eltern und der Vereine war groß." Die Zahl derer, die mitmachen wollen bei den Veranstaltungen der Audi Schanzer Fußballschule, wächst ständig. "Bei fast allen Camps, die wir durchgeführt haben, sind die Teilnehmerzahlen gestiegen. Das ist schön zu sehen."

Auch in Osthessen ist die Fußballschule aktiv. An Ostern ist sie im nächsten Jahr wieder bei der TSG Lütter zu Gast, Fronleichnam beim SV Flieden, in den Sommerferien in Hünfeld - hier kreuzt sie seit fast zehn Jahren auf -, außerdem in Bebra, Großalmerode, Wartenberg oder im Oktober in Schwarzbach. Neu im Boot sind die SG Werratal und die SG Sinntal. Für eine bayerische Fußballschule sei das viel im Nachbarland, und aufs Neue schlüpft Kapelle in die Rolle des Botschafters. "Zehn Standorte in Hessen. Wir sind die größte Fußballschule Deutschlands." Ihre Präsenz im gesamten Land ist enorm. Nur Hamburg fehlt noch auf ihrer Visitenkarte. 

Starke Präsenz auch in Osthessen - "Kinder sagen dir immer die ehrliche Meinung"

Einige Trainer der Region Fulda beteiligen sich an der Audi Schanzer Fußballschule. Bastian Stumpf etwa, Ex-Kicker in Ehrenberg und ehemaliger Trainer von Barockstadts Nachwuchs - aktuell coacht er B- und D-Junioren der JSG Eitratal. Oder Christian Dittmer aus Lütter. Viola Pape und Hanna Büchel von Gläserzells Frauen. Katja Reichwein aus Rückers, neue Lehrreferentin des Hessischen Fußballverbandes. Oder Michael Jäger vom DFB-Stützpunkt in Hünfeld. Zudem sind der Steinbacher Fabian Göb, Phil Kramer aus Eiterfeld, Kilian Farnung aus Elters und Max Vogel aus Hofbieber im Trainerpool der Schanzer.

Finanziell lohnt sich Kapelles Engagement. Auch wenn er sagt: "Ich habe auf ein bisschen Geld verzichtet." Es ist und bleibt eine Herzensangelegenheit. "Wenn man sein Hobby und seine Passion zum Beruf machen kann, muss man das machen." Es gibt Sprachbilder, die sagen mehr als tausend Worte. Und wer seine Botschaft noch immer nicht verstanden, dem liefert er den Schlüssel: "Es gibt keine größere Dankbarkeit als das, was ich mache. Kinder sagen dir immer die ehrliche Meinung. Im Prinzip ist es der einzige Job der Welt, in dem man jeden Tag ein ehrliches Feedback kriegt." 

Wer aber meint, Kapelle habe in den Wintermonaten nichts zu tun, der irrt. "Ich bin für den gesamten Trainerbereich verantwortlich. Und für die Camp-Leitung", betont der Rimmelser. "Im Sommer bin ich draußen in Deutschland und der ganzen Welt. Im Winter für alle Trainer. Das sind 250 Leute. Die müssen koordiniert werden, eingeteilt und weitergebildet werden. Wer kann wann und wo?  Die Arbeit fängt jetzt an. Aber sie macht Spaß." (wk)

Trainermäßig ist die Audi Schanzer Fußballschule ordentlich aufgestellt. Wer dennoch Interesse hat, kann sich gerne bei Matthias Kapelle melden. Das gilt auch für einen Verein, der am Camp interessiert ist. Telefon 0171 - 8923140 oder E-mail: [email protected]

Zur Person

MATTHIAS KAPELLE (42) ist A-Lizenz-Inhaber. In Osthessen ist sein Name bestens bekannt. Seine Trainertätigkeit begann bei den Frauen der SG Buchfinkenland, mit denen er in die Gruppenliga aufstieg. Anschließend war er drei Jahre Spielertrainer der SG Praforst, dann drei Jahre als Trainer beim 1. FC Nüsttal. Es folgten zweieinhalb Jahre bei der TSG Lütter - hier fehlten ihm und dem Team in der Relegation ein Tor zum Aufstieg in die Gruppenliga. Matthias, der seit acht Jahren Trainer des Nachwuchses im DFB-Stützpunkt Hünfeld ist, wohnt in Rimmels. Sein drei Jahre jüngerer Bruder ist Andreas, ein Kind des 1. FC Nüsttal. Er ist Fuldas Regionalbeauftragter des Juniorenfußballs und wohnt in Hofaschenbach. +++


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