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16.10.09 - TISCHTENNIS

Kellerkind gegen Düsseldorf-Bezwinger: Werder empfängt Fulda

Am kommenden Sonntag steht eine weitere Begegnung des 6. Spieltags der DTTL auf dem Programm, bei der die Fronten scheinbar klar sind, aber eben nur scheinbar. Dem SV Werder Bremen geriet der Saisonstart gründlich daneben - mit 2:8 Punkten ziert man momentan das Tabellenende. Gegner Fulda-Maberzell dagegen schwimmt bisher auf einer Woge des Erfolgs. Mit 8:2 Zählern gehört man zur Spitzengruppe der Liga und hat zuletzt sogar Rekordmeister Düsseldorf in überzeugender Manier die erste Saisonniederlage beigebracht. Trotz eines Jan-Ove Waldner, der noch keinen Einzelsieg verbuchen konnte, sind die Osthessen richtig gut in Fahrt - schließlich punktet nicht nur Wang Xi regelmäßig, sondern auch Waldners Landsmann Robert Svensson.

Sonntag, 15:00 Uhr: SV Werder Bremen - TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell

Die Ausgangslage ist eindeutig vor dem Schlüsselspiel im Sportturm der Bremer Universität, fast zu eindeutig. Trotz allem fahren die Mannen aus der Rhön nicht als turmhoher Favorit in den hohen Norden. Zu dicht liegen die Mannschaften der DTTL diese Saison leistungsmäßig beeinander, so dass auch am Sonntag Einiges auf die Tagesform sowie den besseren Start ins Match ankommen wird. Schafft Werder die Wende - ein Sieg gegen den starken Kontrahenten würde auch dem zuletzt angeknacksten Selbstbewusstsein einiger Spieler richtig gut tun - oder verbleibt man für die nächsten Wochen im Tabellenkeller? Erhält Fuldas Enthusiasmus einen Dämpfer, wie ihn einmal in dieser Runde bereits der SV Plüderhausen der Meng-Truppe verpassen konnte, oder zementieren die Osthessen ihre Position als Düsseldorf-Jäger? Derzeit scheinen lediglich noch die Genzauer ganz oben mithalten zu können, während Ochsenhausen ebenfalls noch Ambitionen hat, weiter vorzustoßen. Wird Tischtennis-Genie Waldner seine Flaute (0:5) überwinden, gelingt dem berühmten Skandinavier in Deutschlands Norden der fast überfällige Durchbruch? Eine aufschlussreiche, ja richtungsweisenden Partie steht also bevor. Das treue Bremer Stammpublikum wird den SV Werder sicher nicht im Stich lassen. Zudem zieht Waldner auch mit 44 Jahren noch immer zusätzliche Zuschauer an, wo immer er auftritt.

Trotz der vier Niederlagen in Folge glaubt Werder-Manager Sascha Greber an seine Truppe: „Wir sind weiterhin der festen Überzeugung, dass wir die nötige Qualität für eine erfolgreiche Saison haben. Die Leistungsdichte der DTTL ist im diesen Jahr sehr eng, Kleinigkeiten entscheiden da häufig über die entscheidenden Punkte. Greber ist überzeugt, dass der Erfolg zurückkehrt, wenn alle an einem Strang ziehen und positiv denken: "Es hilft nichts, den Kopf hängen zu lassen. Gerade jetzt müssen wir alle gemeinsam unsere Jungs unterstützen, damit wir die ‚Big Points’ wieder auf unserer Seite haben.“ Der Bremer Teamchef räumt ein: „Die Heimniederlage gegen Hanau hat uns zurückgeworfen, wir hatten uns dort mehr vorgenommen und konnten es trotz der tollen Unterstützung nicht umsetzen.“ Die Außenseiterolle beim Heimspiel gegen Fulda kommt Greber nicht ungelegen: "Wir müssen uns das Selbstbewusstsein über Erfolgserlebnisse hart erarbeiten. Unsere Fans auf den Rängen können uns gerade bei diesem starkem Gegner zu wichtigen Punktgewinnen verhelfen.“

Stefan Frauenholz versucht sich erst gar nicht in diplomatischem Understatement: "Natürlich fahren wir als Favorit nach Bremen." Fuldas Vorsitzender weiß aber, dass der Gegner besser ist als es die Tabelle vermuten lässt: "Man muss bedenken, dass Bremen vor der Saison als Play-Off-Anwärter galt und nur aufgrund der Krankheit von Lundquist und der Formschwäche von Hielscher Tabellenletzter ist. Spielen beide wieder in Normalform, dann ist es ein offenes Spiel." Frauenholz rechnet nicht damit, dass sich sein Erfolgsterzett nach dem Riesenspiel gegen den Ligaprimus in Bremen unter Wert verkaufen könnte: "Dass die Mannschaft nach dem Sieg gegen Düsseldorf in ein Loch fällt, glaube ich nicht. Die Spieler sind Profis und alle wissen, um was es geht. Wir hoffen alle, dass 'Waldis' Serie in Bremen bricht." In Fulda bleibt man auf dem Boden und möchte das Saisonziel noch nicht umformulieren und von Titeln träumen - neben der Meisterschaft wären ja auch der Ligapokal sowie der ETTU-Cup diesbezüglich Optionen. Andererseits würde man sich gegen einen hochkarätigen Siegespokal in der Vereinsvitrine auch nicht wehren. Frauenholz: "Obwohl es sicher schwer ist, einen Titel zu holen, wollen wir in allen drei Wettbewerben soweit wie möglich kommen." (DTTL/Roscher). +++

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