Über den Dächern von Hünfeld: Bürgermeister Benjamin Tschesnok, Agenturleiter Waldemar Dombrowski und Agentur-Geschäftsführer operativ Horst Kramer (von links). - Fotos: Lenz

HÜNFELD Pressegespräch mit Rückschau und Ausblick

Im dritten Krisenjahr - Heimischer Arbeitsmarkt zeigt sich erstaunlich robust

18.01.23 - Corona-Pandemie, Ukraine-Krieg, hohe Rohstoff- und Energiepreise, Fachkräftemangel: 2022 hielt einmal mehr große Herausforderungen bereit, die sich auf viele Bereiche unseres Lebens ausgewirkt haben und weiterhin auswirken werden. Gleichwohl zeigt sich der heimische Arbeitsmarkt erstaunlich robust, ist das vergangene Jahr gut verlaufen. So die Einschätzung von Waldemar Dombrowski, Leiter der Agentur für Arbeit Bad Hersfeld-Fulda. Das größte Manko sei noch immer der Fachkräftemangel. 

Gemeinsam mit Horst Kramer, Geschäftsführer operativ der Arbeitsagentur, und dem Hünfelder Bürgermeister Benjamin Tschesnok hatte Dombrowski am Dienstagvormittag zum Jahres-Pressegespräch in das umgebaute Rathaus der Konrad-Zuse-Stadt eingeladen. 

Um es vorwegzunehmen: Obgleich wir uns im nunmehr dritten Jahr im Krisenmodus befinden, wartet der Agenturbezirk hessenweit mit den besten Zahlen auf, was die Arbeitslosenquote angeht. Diese lag 2022 im Jahresschnitt bei 3,1 Prozent, auf Landesebene bei 4,8 und im Bund bei 5,3 Prozent. Zum weiteren Vergleich: Gießen kam auf 4,4, Kassel auf 5,5, Frankfurt auf 5,8 und Wiesbaden auf 6,1 Prozent. Allesamt Werte, von denen unsere Region "meilenweit entfernt ist" (Dombrowski).  

Hinter den erwähnten 3,1 Prozent verbergen sich 5.939 Menschen, die im Agenturbezirk Bad Hersfeld-Fulda 2022 arbeitslos gemeldet waren - nach 5.676 (3,0) in 2019 und 6.258 (3,3) in 2021. Auf den Landkreis Fulda bezogen, lag die Quote im vergangenen Jahr bei 2,9 Prozent (2.620), im Kreis Hersfeld-Rotenburg bei 3,6 (2.319) und im Altkreis Hünfeld bei 2,2 (433) - ein Wert, den der Agenturleiter mit "phantastisch" bezeichnete.  Ebenfalls "erstaunlich" sei die Zahl von 97.416 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten zum Stichtag 30. Juni 2022 im Landkreis Fulda (nach 94.241 in 2019 und 95.363 in 2021). Der Wert in Hersfeld-Rotenburg: 49.599 in 2022 nach 49.147 in 2019 und 49.007 in 2021.   

Perspektiven für Hünfeld

Hünfelds Bürgermeister Benjamin Tschesnok.

Um bei Hünfeld zu bleiben: Bürgermeister Tschesnok zufolge hat auch die Konrad-Zuse-Stadt Anlass, mit Optimismus in die Zukunft zu blicken. Der Arbeitsmarkt zeige sich in Hünfeld und im Hünfelder Land besonders robust - trotz der anfangs erwähnten schwierigen Rahmenbedingungen. Der Verwaltungschef: "Damit haben wir einen nicht unerheblichen Anteil an der insgesamt günstigen Situation in Osthessen".

An der A 7 nahe der Anschlussstelle Hünfeld/Schlitz baut Tegut sein neues Logistikzentrum. ... Foto: O|N Archiv / tegut / aerial photographs Frank Löw

Im zweiten Quartal dieses Jahres werde Tegut sein Logistikzentrum hochfahren. Dort würden allein mehr als 800 Beschäftigte tätig werden, die Post plane ein neues Verteilzentrum in Hünfeld, und auch der Stellenwert als Behördenstandort werde weiter wachsen. Tschesnok: "Die Bundespolizei stellt wieder eine vierte Hundertschaft auf und will erweitern. Das Land hat im Doppelhaushalt 2022/23 Planungsmittel von über 30 Millionen Euro für einen Neubau und eine Erweiterung der HZD eingeplant. Alleine im Bereich des öffentlichen Dienstes werden in Hünfeld künftig um die 2.000 Mitarbeiter tätig sein, davon rund 1.000 Beamte, die nicht sozialversicherungspflichtig sind und daher in den Statistiken der Agentur nicht berücksichtigt werden".

Betrachtet man sich die Gesamtzahl von 5.939 Arbeitslosen im Agenturbezirk Bad Hersfeld-Fulda, so muss man laut Dombrowski registrieren, dass darunter 60 Prozent ohne abgeschlossene Berufsausbildung seien. Horst Kramer, Geschäftsführer operativ der heimischen Arbeitsagentur, stellte verschiedene Instrumente der aktiven Arbeitsmarktförderung vor.

Freie Ausbildungsstellen

Für den Sommer 2023 sind für den Landkreis Fulda rund 1.740 freie Ausbildungsstellen gemeldet, für den Kreis Hersfeld-Rotenburg gut 750. Anmeldung zur Berufsberatung unter 0661/17-111 oder 0800/4 5555 00. Weitere Infos unter www.arbeitsagentur.de.

Risiken und Chancen für 2023

Abschließend formulierten Dombrowski und Kramer Risiken und Chancen für das laufende Jahr. Unter erstgenannten Punkt fallen stark gestiegene Energiekosten, hohe Inflation, steigende Zinsen, beeinträchtigtes Konsum- und Investitionsklima, Lieferkettenprobleme und Materialengpässe, Fachkräftemangel und natürlich die kaum zu kalkulierende politische Lage in Europa.

Dem gegenüber stehen der relativ solide Arbeitsmarkt, die Beschäftigung auf hohem Niveau, robuste Branchen (Kalibergbau, Gesundheit/Pflege), öffentliche Investitionen auf stabilem Level und schließlich das Bewusstsein vieler Arbeitgeber, wonach Fachkräfte ein hohes und damit ein wertschätzendes Gut sind. (Bertram Lenz) +++


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