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29.10.09 - Region

Grüne MdL Hölldobler-Heumüller zu Klimawandel und Nutzung der Wasserkuppe

„Die jüngsten Ausführungen des Klimaforschers Prof. Dr. Graßl zeigen wichtige Aspekte zur Planung und Gestaltung von Rhön und Wasserkuppe auf. Vor allem die Zukunft der Wasserkuppe, die manche gerne als Skizentrum wie Willingen sehen würden, kann nicht losgelöst vom kommenden Klimawandel betrachtet werden“, kommentiert die Grüne Landtagsabgeordnete Margaretha Hölldobler-Heumüller den Vortrag des Wissenschaftlers. Wesentlich sei, dass alle Planungen die klimatischen Veränderungen berücksichtigten, daher dürfe man nicht auf den Wintersport setzen. Das Biosphärenreservat biete die Chance, Mensch und Natur in Einklang zu bringen, wie es die Biosphärenrichtlinien forderten - wenn man es denn mit Leben fülle, das sich auch den Besuchern der Wasserkuppe erschließe.

„2009 ist das 'Jahr der Biosphärenreservate'“, erinnert die Grüne. „Auf der Bundesgartenschau in Schwerin stellte sich die Rhön mit einem recht konservativen Programm dar, das nicht einmal als rhöntypisch zu bezeichnen ist: mit Rhönmähern, Zitherspieler, Korbflechter und Kräuterfrau. Das hebt nun wirklich keine Einzigartigkeit im Vergleich zu anderen Landschaften hervor. Auch Motorradtreffen sind nur schwerlich in Einklang zu bringen mit dem originären Motto der Wander- und Erlebniswelt sowie den Fliegern, Seglern und Gleitschirmgleitern.“ Das schon im Vorfeld hochgejubelte Motorradtreffen habe bei Vielen Missmut hinterlassen, nicht zuletzt bei den Gastronomen, die den utopischen Zahlen vertraut hätten. Wenn es sich bei den Motorrädern auch um das Hobby des Landrats handele, so wäre es dennoch erfreulicher, wenn er seinen Focus auf das Herzstück an Natur und die vorhandenen Möglichkeiten richte, denn die Rhön brauche ein klares Profil und nicht eine Ansammlung von beliebigen kurzfristigen Ideen.

Auch bis zu 1.800 Parkplätze rund um den Gipfel der Wasserkuppe, in der Presse als Teil des Masterplans ausgeschildert, trügen beileibe nicht dazu bei, dass sich den Besuchern die Einzigartigkeit der Rhön erschließe. „Sicher sind mehr Parkplätze nötig, aber doch nicht rund um den Gipfel oder zusätzlich zu den vorhandenen an der Fuldaquelle. Das Resultat wären nicht offene, sondern vor allem zubetonierte Flächen, und das auf dem attraktivsten Berg Hessens“, kritisiert Hölldobler-Heumüller. Der zunehmende Kfz-Verkehr müsse mit Alternativen wie einem zuverlässigen Bus-Pendelverkehr an den Wochenenden und in den Ferien kanalisiert werden. Denkbar sei sogar ein Sessellift von einem tiefer gelegenen Parkplatz für Menschen, die nicht gut zu Fuß seien. Sie fordert eine stärkere Einbindung der umliegenden Orte an die Wasserkuppe entsprechend den Vorschlägen des Klimaexperten Graßl, mit innovativen Ideen den Schrecken des Klimawandels abzufedern.

Nur die Flieger und Gleitschirmsportler seien an die Wasserkuppe gebunden: „Wenn sich Parkplätze mit Anschluss an die Pendelbusse in den umliegenden Orten befänden, dann könnten die dortigen Gaststätten ebenfalls stärker von den Ausflüglern profitieren, und es könnte auch dort Angebote für Kinder und Familien geben.“ Es müsse der Wasserkuppe mitsamt den umliegenden Gemeinden eine Zukunft aufgezeigt werden, die möglichst viele Besucher möglichst naturschonend ihre Freizeit genießen lasse. Auch wenn es in der Rhön einmal keinen Schnee mehr geben sollte, meint die Grüne Landtagsabgeordnete.+++

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