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Ingmar Merle (l.) trug für ein Jahr das Trikot von Borussia Fulda - Archivfoto: ON

KASSEL Ingmar Merle hat Fuldaer Vergangenheit

Ein ehemaliger Borusse leitet die Geschicke bei Hessen Kassel

31.03.23 - Spätestens seit März 2021 ist sein Name auch über die Grenzen Kassels hinaus bekannt. Damals wurde sein Tor aus 50 Metern von der ARD Sportschau zum Tor des Monats gewählt. Die Rede ist von Ingmar Merle. Zwei Jahre später hat die Identifikationsfigur des KSV Hessen Kassel das Trikot gegen das Sakko eingetauscht und plant seit Februar als sportlicher Leiter die Zukunft beim Regionalligisten. Wenn am Samstag (14 Uhr) sein KSV auf die SG Barockstadt trifft, geht es für ihn aber erst einmal zurück in die Vergangenheit. 

Denn für Merle ist Fulda kein unbekanntes Pflaster. Von 2015 bis 2016 spielte der 33-Jährige ein Jahr für Borussia Fulda in der Hessenliga. Noch heute denkt er gerne an diese Zeit zurück. "Ich habe nur die besten Erinnerungen an Fulda und auch immer noch Kontakt zu dem einen oder anderen Mitspieler von damals", sagt er. 28 Pflichtspiele machte er in seinem einjährigen Gastspiel, erzielte dabei sechs Tore und legte fünf vor. Dass er nicht länger in Fulda blieb, lag einzig an der unterschiedlichen Auffassung über die sportliche Zukunft. "Es war aber eine große Ehre, mal für Borussia spielen zu dürfen. Man hat schon damals gemerkt, dass dort was möglich ist, dass die Region Potenzial hat." 

Inzwischen ist er Sportlicher Leiter bei Hessen Kassel Foto: Verein

Verletzung zwang Merle zu Karriereende

Über den KSV Baunatal und den 1. FC Schwalmstadt ging es 2017 dann zurück zu Hessen Kassel, wo der gebürtige Ziegenhainer schon von 2012 bis 2015 spielte. Im vergangenen Sommer musste der Nordhesse dann nach 156 Pflichtspielen für die Löwen seine Karriere verletzungsbedingt beenden. Auch wenn ihm der Abschied vom Rasen schwerfiel, ein Abschied vom KSV und vom Fußball kam für ihn nie infrage. Seit 1. Februar ist Merle nun sportlicher Leiter bei den Löwen. "Ich kümmere mich um den kompletten sportlichen Bereich von der Jugend, über die Frauen-Abteilung bis zur Regionalligamannschaft", beschreibt er sein Tätigkeitsfeld. Er habe Zeit gebraucht, um sich einzuarbeiten, jetzt gehe der Blick aber schon langsam Richtung Sommer, auf die neue Planung zur neuen Saison. 

In welcher Liga sich der KSV dann wiederfindet, steht aktuell noch in den Sternen. Die Mannschaft steckt als 15. mitten im Abstiegskampf - und das nach einem starken siebten Platz in der vergangenen Saison. Wie kam es zu diesem Absturz? "Da muss man differenzieren. Uns hat in dieser Saison sicher auch mal das Glück gefehlt, das wir letzte Saison noch hatten. Hinzu kam, dass immer wieder wichtige Leistungsträger verletzt gefehlt haben. Bei einem solchen Negativlauf werden dann natürlich auch irgendwann die Beine schwerer. Man muss aber auch sagen, dass wir nie Konstanz reinbekommen haben und uns in der ein oder anderen Partie auch die richtige Einstellung gefehlt hat." 

Archivfoto: Memento36

"Ab und an juckt das Füßchen noch"

Gerade in solchen Momenten leidet Merle besonders. Er selbst war einer dieser Mentalitätsspieler, jemand, der die Mannschaft mit seiner Ausstrahlung und Erfahrung mitreißen konnte. Ihm fällt es in solchen Situationen teilweise schwer, nicht direkt helfen zu können. "Wer mich kennt, weiß, dass ich in allem, was ich mache, sehr straight bin, aber natürlich juckt das Füßchen ab und an noch", gibt er zu. Dass er gerne weitergespielt hätte, wenn es der Körper zugelassen hätte, ist kein Geheimnis. 

Ihm ist daher wichtig, so nah wie möglich an der Mannschaft zu sein. Merle ist jeden Tag vor Ort, spricht mit Spielern, analysiert mit den Trainern die Stimmung in der Mannschaft - und das trotz seines Hauptberufs als leitender Angestellter in der Volkswagen-Akademie. Gemeinsam möchte man nun so schnell wie möglich aus dem Tabellenkeller raus. Der 2:0 Sieg gegen den FC Homburg am Wochenende gibt schon mal Auftrieb und hat gezeigt, was die Mannschaft von Trainer Tobias Damm kann, wenn sie ihr Potenzial abruft. Jetzt gilt es, Konstanz in die Leistungen zu bekommen - am besten schon gegen die SG Barockstadt. (fh) +++


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