14.04.23 - Es scheint, als sei die SG Barockstadt Fulda-Lehnerz um ihre Aufgabe in der Fußball-Regionalliga-Südwest am Samstag (14 Uhr) bei der U23 der TSG Hoffenheim nicht zu beneiden. Der Unterbau des Bundesligisten scheint - nicht zuletzt wegen seiner letzten Ergebnisse - formstark zu sein. Die Statements, die Trainer Vincent Wagner in einem Gespräch mit OSTHESSEN|NEWS tätigte, zeigen aber auch, welchen Stellenwert und Respekt, welche Anerkennung sich der Aufsteiger aus Fulda nach einem dreiviertel Jahr in der vierthöchsten deutschen Spielklasse erworben hat.
Es sind nette Geschichten, die der Fußball bisweilen hervorbringt. Erst vor wenigen Tagen, am 5. April, feierte Wagner Geburtstag. Der 27. war es. An diesem Mittwoch gewann das von ihm trainierte Team 2:0 bei Eintracht Trier. Nick Proschwitz, der im Hinspiel der TSG bei der SG Barockstadt spät zum 1:1-Ausgleich getroffen hatte, und David Mokwa Ntusu erzielten die Tore. Vorausgegangen war der Aufsehen erregende 9:1-Heimsieg gegen den Bahlinger SC - und dem Erfolg in Trier schloss sich ein glatter 5:0-Sieg auf eigenem Platz gegen Wormatia Worms an. Macht Platz vier. Mit fünf Punkten Rückstand auf Spitzenreiter Ulm.

Im Hinspiel trennten sich beide Mannschaften 1:1
Zwischen holprigem Start, Realitätssinn und dem Quäntchen Glück
Wagner ist Realist, hier und da aber um eine flotte Bemerkung nicht verlegen. "Zumindest sind wir noch nicht ganz raus." Natürlich meint er das Aufstiegsrennen. Viel lieber aber gibt er über die derzeitige Verfassung seines Teams Auskunft. Die Ergebnisse im April gerade genannt, lohnt es sich auch, einen Blick auf die Resultate im März zu werfen. Vier Pünktchen blieben da nur übrig aus fünf Spielen: 0:0 in Homburg, 2:2 gegen Stuttgarts U23, 1:1 in Kassel, 0:1 in Ulm und 0:0 gegen Steinbach Haiger.
"Wir sind ganz entspannt", betont er - wohl wissend, dass er das Ausbildungs-Team eines Bundesligisten trainiert. Und da gehen die Uhren anders. "Nach dem holprigen Start sind wir gut drin", ergänzt er. Seine Aussage könnte als Schablone des Saisonstarts im vergangenen Sommer dienen. "Wir hatten auch richtig Pech." Er meint die Vergleiche im März, oft habe sein Team Gelegenheiten nicht so gut ausgespielt. Im Nachholspiel in Homburg Ende Februar habe der Gegner zwei Gelb-Rote Karten bekommen und sein Team die doppelte Überzahl nicht nutzen können - beim 0:1 in Ulm habe der Kontrahent einmal aufs Tor geschossen. Gleich in Minute zwei war das. Ulm reichte das zum Sieg. "Wir hatten einfach nicht das nötige Quäntchen Glück." So einfach können Fußball-Analysen sein.
Hoffenheims U23 nutzt "im Moment jede zweite Großchance"
In diesen Tagen sagt Wagner: "Im Moment nutzen wir jede zweite Großchance." Dass sie derzeit so gut treffen, habe grundsätzlich mit der gesamten Mannschaftsleistung zu tun. Doch mehr, als sich in einem leichten Anflug von Glanz zu sonnen, widmet sich Wagner dem nächsten Gegner: der SG Barockstadt. "Sie war so nett, auch dem Letzten zu zeigen, wie gut und gefährlich sie ist." Das klingt überzeugend. Natürlich spricht er vom Fuldaer Empfehlungsschreiben beim 3:1-Sieg gegen Kickers Offenbach.
Jetzt hat offenbar die Realität Einzug gehalten bei ihm. "Wir wissen, was die Stunde geschlagen hat. Da kommt ein richtig guter Gegner am Samstag. Wir haben schon im Hinspiel erfahren, wie gut sie sind." Respekt, Anerkennung, branchenübliches Lob? Wohl von allem ein bisschen. Und Wagner weiß: "Das wird ein richtiges Brett." Der Coach freut sich noch über den "guten Rasenplatz", der seinem Team zur Verfügung steht im Dietmar-Hopp-Stadion. Und auch, wenn sich Hopp aus vorderster TSG-Reihe zurückgezogen hat: um die Spieler der SGB weht wieder ein Windchen aus der größeren Fußball-Welt. (wk) +++