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Was ist nur los? Sedat Gören - Archivfoto: Eibner Pressefotogafie

FULDA Nachdreher zur SG Barockstadt

Gören: Das Spiel in Hoffenheim war für uns ein Signal für die Zukunft

17.04.23 - Keine Frage, eine Fußball-Weisheit ist platt - doch in diesem Fall ist sie angebracht: nach dem Spiel ist vor dem Spiel. Nachdem das 0:3 der SG Barockstadt Fulda-Lehnerz am Samstag in der Regionalliga bei der U23 der TSG Hoffenheim unterschiedliche Fußball-Welten zusammenführte, gilt der Fokus des Fuldaer Teams den beiden Heimspielen dieser Woche: am Mittwoch das Nachsitzen gegen den KSV Hessen (19 Uhr, Johannisau) und am Samstag gegen Astoria Walldorf (14 Uhr, Johannisau). Das heißt, so mal eben zur Tagesordnung übergehen sollte man nicht. 

Die reale Welt: SGB-Coach Sedat Gören wusste gar nicht so recht, wie er den Unterschied zwischen beiden Teams am Samstag ausdrücken und auf den Punkt bringen sollte. Er versuchte es so: "Man hat gesehen, dass wir arbeiten gehen - und die Jungs aus Hoffenheim vom Technischen oder der Sauberkeit im Passspiel und Umgang mit dem Ball unter anderen Bedingungen arbeiten. Das war nicht unser Gegner. Er war uns in allen Belangen überlegen." Oder auch so - und die Differenz war noch plakativer: "Das sind Profis - wir Feierabend-Fußballer. Das hat man gesehen."

"Bis zum 0:1 haben wir gut gegen den Ball gearbeitet"

Szene aus dem Hinspiel gegen Hoffenheim: Kevin Hillmann (links) im Zweikampf ...O|N-Archivfotos

Das Positive: "Gegen den Ball haben wir gut gearbeitet. Bis zum 0:1", erklärte Barockstadts ehrgeiziger Trainer. Das mannschaftliche Miteinander-Arbeiten passte. Alle machten mit, die SGB hielt die Räume klein und eng, die Abstände zwischen den Mannschaftsteilen stimmten. Hoffenheim, das nach seinen jüngsten Erfolgen mitten in der Verlosung um den Titel ist, rang nach Lösungen.

Das weniger Gute: Das Gegentor zum 0:1 etikettierte Gören zu Recht als Knackpunkt. "Wir haben da keinen Druck auf den Gegner ausgeübt", monierte der Coach, "waren weder geschlossen noch kompakt. Wir hätten den Ballführenden unter Druck setzen müssen." Das tat sein Team nicht - und wurde bestraft. Der Ballführende durfte einen präzisen Chipball hinter die Kette, besser gesagt in den zentralen Zwischenraum spielen, Marius Grösch ließ sich rauslocken, Kristian Gaudermann rückte nicht ein und machte die "innere Schiene" nicht zu - Torschütze Kelati nahm die Kugel mit der Hacke an, überlupfte den reagierenden Frey - und schloss sehenswert ab. "Gerade vor der Halbzeit. Ich weiß nicht, was dann passiert."

Davon wird Zapico Lopez doch nicht träumen ...

Die Bank der SGB. Links O|N-Fotografin Carina Jirsch

Das passierte: Asllani schloss mit der Innenseite ins lange Eck zum 0:2 aus SGB-Sicht ab. Nach einer Stunde. Nur zwei Minuten später das 0:3. Ein Gegentor, von dem SGB-Keeper Zapico Lopez hoffentlich nicht träumte in der Nacht. Er berechnete den Ball seines Gegenüber Noll, als die Kugel vor dem Torwart der Gäste aus Fulda aufsprang und von dort ins Tor ging, einfach falsch - oder gar nicht. Fußball ist ein Fehlerspiel - das kann passieren. "Wir haben darauf hingewiesen, dass der Torwart die Bälle immer 60 oder 70 Meter raushaut. Der Platz war nass. Ich kann mich darauf vorbereiten", sagte Gören.

Verbesserungswürdig auch: das Verhalten im Spiel mit dem Ball. Mutige 20 Anfangsminuten, in denen die SGB nach Chancen von Gaudermann und Ganime durchaus hätte führen können - und das war's. "Das war aber zu wenig", beanstandete der Trainer, der sich mehr Ballbesitz oder Ball-Stafetten gewünscht hätte, einfach mal den Ball laufen zu lassen. Was ihm zudem missfiel: "Über außen haben wir uns zu leicht den Ball abnehmen oder uns einfach wegdrücken lassen."

Kassel, eine abgezockte Mannschaft - Eins-gegen-eins über das ganze Feld

Damals eine Sensation - jetzt gelten andere Vorzeichen

Ehe wir die beiden Heimspiele der SGB anreißen, sollte man die Worte des Trainers hören. "Die Niederlage und unser Verhalten ärgern mich. Wer mich kennt, der weiß: Ich will niemals verlieren. Heute oder morgen kommen wir nicht dahin, uns mit Hoffenheim messen zu können. Heute - das muss man akzeptieren. Das Spiel am Samstag ist aber ein Signal für die Zukunft."

Der Ausblick: In der vor uns liegenden Woche stehen zwei Heimspiele an für die SGB: am Samstag gegen Walldorf - und zunächst das Nachholspiel gegen den KSV Hessen (Mittwoch, 19 Uhr). Jeder erinnert sich gerne an den 3:0-Hinspielsieg der Fuldaer - doch jetzt ist der Zugang ein anderer. "Kassel hat sich gefangen. Und mit Alban Meha sowie Sercan Sararer erfahrene Kräfte geholt. Die brauchst du im Abstiegskampf." Meha war zuvor im Nachwuchsbereich der Nordhessen tätig und ist für gefährliche Freistöße bekannt, Ex-Zweitliga-Profi Sararer kickte bei Greuther Fürth und in Paderborn, war zuletzt aber vereinslos und gab ein kurzes Gastspiel bei Türkgücü München.

"Eine abgezockte Mannschaft, die sich gefunden hat. Sie werden uns keine Räume lassen und verteidigen Eins-gegen-eins über das ganze Feld", weiß Gören. Er wünscht sich verbesserte Zweikampf-Führung von seinem Team - und mehr Ruhe am Ball. "Wir müssen nach uns gucken und wieder eine Reaktion zeigen." Zwei Heimsiege, sechs Zähler - dann wären es 41 Punkte. Lassen wir das Träumen. (wk) +++


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