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Marco Trabert aus Hausen/ Rhön hat allen Grund zum Strahlen: er hat eine überaus erfolgreiche Saison hinter sich und wird im kommenden Jahr an der Waldarbeitsweltmeisterschaft in Kroatien teilnehmen. - Foto: eva

Marco Trabert möchte bis zur WM 2010 seine Leistungen perfektionieren, Verbesserung erhofft er sich vor allem beim Kettenwechsel (im Bild), einer von insgesamt fünf Disziplinen der Waldarbeitermeisterschaften.

24.11.09 - HAUSEN

Der mit der Motorsäge "tanzt": Marco TRABERT (40) qualifiziert sich für die WM

Marco Trabert aus Hausen ist bei der Waldarbeiterweltmeisterschaft in Kroatien im kommenden Jahr mit von der Partie. Der Forstwirtschaftsmeister hat sich beim Ausscheidungswettbewerb in Ochsenberg (Baden-Württemberg) für das deutsche Nationalteam qualifiziert. Für den 40-Jährigen ist es die zweite Teilnahme an dem internationalen Wettbewerb, er war bereits 2008 bei der WM vertreten, bei der Deutschland nicht nur Gastgeberland war, sondern auch den Titel holte. Trabert konnte dabei zudem in der Einzelwertung mit dem vierten Rang einen großen Erfolg landen.

Seit knapp zehn Jahren betreibt der Rhöner professionelles Sportholzfällen und war zwischenzeitlich auch in der Stihl-Timbersport-Series aktiv, in der er mit zu den besten Athleten Deutschlands zählte. Timbersports und klassische Waldarbeitsmeisterschaften waren aus zeitlichen Gründen auf Dauer nur schwer unter einen Hut zu bringen, weshalb Trabert sich schließlich entschied, sich voll und ganz auf letztere Sportart zu konzentrieren – mit Erfolg, wie die lange Liste mit Siegen und vorderen Platzierungen bei diversen Meisterschaften belegt.

2008 und 2009 sind bislang die erfolgreichsten Jahre in der Karriere Traberts. Allein heuer konnte der Deutsche Vizemeister fünf Titelgewinne verbuchen, u.a. bei der Unterfränkischen, bei der Rhöner und bei der Hessischen Waldarbeitermeisterschaft. Bei allen Wettbewerben kam er weit über die 1.600 Punkte-Marke, was als außergewöhnliche Leistung zu sehen ist, wie Kenner der Szene wissen. Trabert hat darüber hinaus einige persönliche Bestleistungen aufgestellt und in der Disziplin Entastung deutsches Rekordergebnis erzielt.

„2008 lief so toll, da bin ich heuer erst mit etwas gemischten Gefühlen gestartet, weil ich dachte, das Vorjahresniveau sei gar nicht zu toppen“, denkt Trabert an den Beginn der Saison zurück. Doch die guten Ergebnisse ließen nicht lange auf sich warten, leistungsmäßig war noch einiges herauszuholen und zur Krönung gab es nun zum Jahresende noch das WM-Ticket als Belohnung.

Bei der WM-Kaderfindung in Ochsenberg waren die zwölf besten Sportholzfäller Deutschlands zusammengekommen, um im gemeinsamen Wettstreit zu ermitteln, wer nächstes Jahr im September im kroatischen Zagreb die Nation vertreten wird. Sie mussten vier komplette Wettkämpfe mit den fünf Disziplinen Baumfällung, Kettenwechsel, Kombinations- und Präzisionsschnitt sowie Entastung absolvieren, die drei besten Durchgänge wurden gezählt. Der Athlet aus Hausen sicherte sich schließlich den zweiten Platz hinter seinem bayerischen Forstkollegen Gerhard Briechle. Mit ihm und dem drittplatzierten Thomas Wickert (Hessen) wird er das neue Nationalteam stellen. Mit nach Kroatien darf auch Florian Huster (Sachsen) fahren, er vertritt Deutschland in der Altersgruppe U 24.

Trabert, der die deutsche Bestenliste der letzten Jahre anführt, strahlt und ist vollauf zufrieden, zumal zwei Tage vor der WM-Kaderfindung noch seine Motorsäge ihren Dienst aufgegeben hatte und er mit einem völlig anderen Gerät antreten musste. „Ich musste mich erst umgewöhnen und da war zu Beginn der Wettkämpfe schon noch etwas Unsicherheit im Spiel, doch dann ging noch alles gut über die Bühne“, so Trabert, der sich einmal mehr nervenstark zeigte – eine Eigenschaft, die ihn schon nach manch schwachem Wettkampf-Start letztlich doch noch zum Erfolg geführt hat, ganz getreu seinem Motto „Nie aufgeben, bis der letzte Ast gefallen ist.“

Für den inzwischen dreifachen Familienvater steht jetzt erst einmal die Winterpause an und er freut sich, mehr Zeit mit Frau Gaby und den Kindern verbringen zu können. Aus der Übung im Umgang mit Axt und Säge dürfte der Forstwirtschaftsmeister aber allein schon aus beruflichen Gründen nicht kommen. Im Frühjahr beginnt er dann wieder mit intensiven Training, dabei will er an den einzelnen Disziplinen noch etwas feilen, „vor allem beim Kettenwechsel muss ich mich noch verbessern“, hat sich Trabert vorgenommen. Als Vorbereitung für die WM stehen darüber hinaus Übungswochenenden mit seinen Mannschaftskollegen und die Teilnahme an verschiedenen Landesmeisterschaften auf dem Programm. Der ehrgeizige Rhöner Athlet kann sich mit seinen Teamkollegen gute Chancen bei der WM ausrechnen. Als besonders starke Gegner stuft Trabert die Schweiz, Österreich und Liechtenstein ein. (eva) +++

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