Gestern Abend gewannen die Wasserfreunde Fulda im Deutschen Pokal (DSV- Pokal) gegen den ehemaligen Rekordmeister SC Rote Erde Hamm mit 11:10 (3:2; 3:2; 2:1;3:5). Die Osthessen zählen jetzt zu den besten 16 Mannschaften Deutschlands. Der Fuldaer Wasserball hat sich in den letzten Jahren zum wahren "Kultsport" entwickelt. Einzigartig für eine Zweitligamannschaft kommen zu jedem Heimspiel der Wasserfreunde rund 300 Zuschauer. Darunter viele Jugendliche, die die tolle Stimmung und den spannenden Sport als Einstieg in einen gelungenen Samstag Abend nutzen. Doch was gestern Abend im Sportbad Ziehers passierte, sprengte jeglichen Rahmen. Zum ersten mal musste eine Zusatztribüne hinter dem Tor aufgebaut werden. Den Pokalkracher Wasserfreunde Fulda gegen SC Rote Erde Hamm wollten sich cirka 500 Zuschauer nicht entgehen lassen.
Mit der Titelmusik von "Kill Bill" begrüßte Kommentator Andy Staubach die Zuschauer und die Mannschaften. Das Anschwimmen des ersten Spielviertels - zum ersten mal mit international gültigem Recht, wonach der Ball in der Mitte des Spielfelds liegt und nicht vom Schiedsrichter am Rand ins Wasser gelegt wird.
Nach nur 21 Sekunden mussten die Osthessen bereits das erste Gegentor hinnehmen. Ein "das-habe-ich-doch-vorher-gewusst"-Raunen ging durch die Zuschauermenge. Doch das Publikum wurde eines besseren belehrt. Joszef Katona mit der Kappennummer 12 war es, der eine Minute später zum Ausgleich traf. Christian Flamme verwandelte einen 5-Meter Strafwurf und Unter- und Überzahlsitationen führten nach den ersten acht Minuten zu einem Pausenstand von 3:2.
"Wir sind hier nicht so lahm, wie im Fußball", erklärte Kommentator Andy Staubach die nur zweiminütige Viertelpause. Im zweiten Spielviertel gelang es Fulda in Fahrt zu kommen. Jugendnationalspieler Marvin Hohmann begeisterte mit zwei passgenauen Fernschüssen, die beide ihr Ziel trafen. Hamm spielte jetzt nur noch mit, regte sich über Schiedsrichterentscheidungen auf und wurde zusehends aggressiver. Das zweite Spielviertel endete mit 6:4.
In der fünfminütigen Halbzeitpause wurden die Preise der riesigen "Pokal-Tombola" verlost. Wer ganz genau hinhörte konnte sogar die Ansprache der Fuldaer Trainer an die Mannschaft verstehen, die sich im oberen Frequenzbereich befand, da Volker Schunke und Andreas Hohmann angespannt zu sein schienen. "Wir dürfen jetzt nicht nachlassen", und "Ihr müsst am Center helfen!", hallte durch die Halle. Offenbar wurde die Ansprache von den Spielern erhört, denn die Mannschaft ließ die Gegner im dritten Spielviertel nur einmal treffen. Fulda traf zwar auch nur zweimal, legten mit 8:5 allerdings ein gutes Fundament für das letzte Viertel.
Zwei schnelle Tore zu Beginn der letzten acht Minuten und Fulda hatte plötzlich doppelt so viele Tore wie die Gäste. 10:5 stand es. Doch auf einmal drehte sich das Spiel. Mehrere aufeinanderfolgende Herausstellungen gegen Fulda brachten den Angereisten Torchancen ein. Sie kamen an 10:9 ran und 1:52 Minuten vor Schluss war wieder alles offen. Eineinhalb Minuten vor Schluss erzielte Christian Flamme das 11:9 und machte somit den "Sack zu", und das Publikum feierte so laut, dass der Anschlusstreffer der Gäste zum 11:10 - Endstand fast keinen mehr interessierte.
Die Fuldaer Mannschaft spielte gestern Abend gut zusammen. Das Training hat Wirkung gezeigt. Besonders Torwart Eric Siebeck zeigte eines der besten Spiele seiner Karriere und "fischte" so einige Bälle noch aus dem Tor, die eigentlich schon drin waren. Die Wasserfreunde haben es geschafft, dass von nun an jede Mannschaft Respekt vor einem Auswärtsspiel in Fulda hat. Mit seinen Fans im Rücken ist Fulda scheinbar unschlagbar.
Fulda spielte mit: Eric Siebeck (Tor), Balazs Borbely, Leopold Schollmeier, Andreas Reinhard (1 Tor), Lukas Geiger, Tarek Bary (1 Tor), Alexander Hörl, Marc Ritzel (1 Tor), Christian Flamme (3 Tore), Marvin Hohmann (3 Tore), Steffen Hoffmann, Joszef Katona (2 Tore), Phillip Müller
Das nächste Heimspiel der Wasserfreunde findet am Samstag, den 19. Dezember um 19 Uhr im Sportbad Ziehers statt. In der zweiten Bundesliga-Süd treten die Osthessen gegen den WV Darmstadt an. (Johannes Gebhardt) +++