Auch wenn der TTC Rhönsprudel Fulda-Maberzell im Bundesliga-Heimspiel am kommenden Freitag (19:30 Uhr, Esperanto-Halle in Fulda) klarer Favorit ist - die Mannschaft um Abwehr-Ass Wang Xi ist der Senkrechtstarter der Saison 2009/10 und derzeit Düsseldorf-Verfolger Nummer eins -, darf der Partie doch mit einiger Spannung entgegengesehen werden. Das liegt auch am tollen Ambiente - das Spiel findet in der maximal 3.100 Menschen fassenden Esperantohalle statt. Am 15. Mai sahen in dieser modernen Eventhalle im Fuldaer Kongresszentrum 2.000 Zuschauer das Play-Off-Halbfinale zwischen Fulda und Düsseldorf.
Bei den Gastgebern sind alle Mann an Bord, so dass Spielertrainer Qingyu Meng (unser Archivbild von Hendrik Urbin), der zuletzt selbst glänzen konnte, die Qual der Wahl in Sachen Aufstellung hat. Wahrscheinlich wird er aber Tischtennis-Ikone Jan-Ove Waldner - bisherige Ligabilanz 0:7 - die Chance geben, endlich sein erstes DTTL-Einzel der laufenden Saison zu gewinnen. Der im bisherigen Rundenverlauf überragende Wang Xi und "Waldis" seit vielen Wochen souverän aufspielender Landsmann Robert Svensson dürften ebenfalls gesetzt sein. Fulda (12:2 Punkte) könnte bei einem Sieg mit Ligaprimus Düsseldorf gleichziehen, der momentan mit 14:2 Zählern die Tabelle der stärksten Liga Europas anführt.
Die Brüder-Grimm-Städter, die derzeit auf Rang acht und somit auf dem angestrebten Nichtabstiegsplatz stehen, müssen auf den starken 20-jährigen Taiwanesen Chiang Hung-Chieh verzichten, der bei den East Asian Games am Start ist. Dafür weilt sein von der Schweinegrippe genesener "Stellvertreter" Lee Jung Sam zum zweiten Mal in dieser Saison in Hessen und steht am Freitag im TGH-Kader. Es ist nicht ganz unwahrscheinlich, dass der 25-jährige Südkoreaner mit der mörderischen Vorhand auf Fuldas Asiaten Wang trifft - das wäre ein reizvolles Duell zwischen einem extrem risikofreudigen Angriffsspieler und einem der stärksten Vertreter des kultivierten modernen Defensivspiels weltweit. Desweiteren stehen bei Hanau "Leader" Jörg Roßkopf sowie die Nachwuchskönner Ruwen Filus, Steffen Mengel und Patrick Franziska zur Verfügung und hoffen auf ihren Einsatz.
Stefan Frauenholz freut sich auf das Hessen-Highlight am Freitag, warnt aber davor, den Gegner zu unterschätzen: "Natürlich hoffen wir nach zwei Play-Off-Niederlagen letzte und vorletzte Saison gegen Düsseldorf mit Timo Boll diesmal auf unseren ersten Sieg in der Esperantohalle und rechnen nach der Tabellensituation auch damit. Allerdings ist die Leistungsdichte in der Liga dieses Jahr besonders groß und mit etwas Pech hätten wir auch fünf unserer sechs bisher gewonnenen Spiele knapp verlieren können." Fuldas Vorsitzender und Manager weiß aber auch: "Unsere Spieler kämpfen immer bis zum Umfallen und sind gerade dann, wenn es darauf ankommt, voll da." Frauenholz ist sicher: "Das Spiel in der Esperantohalle wird ein tolles Event und wir werden so viele Zuschauer haben wie noch nie zuvor in Fulda. Am Dienstag waren bereits 1.800 Karten abgesetzt. Vier Tagessponsoren, nämlich RhönSprudel, Technolit, Marotech und WSD, sind mit im Boot und haben alleine jeweils 100 Karten für ihre Mitarbeiter im Paket erworben." Als besonderes Nikolaus-Highlight können sich Schüler- und Jugendspieler kostenlos das hessische Prestigeduell anschauen, sofern sie sich ihre Karte im Vorverkauf sichern. Ihre Begleitpersonen sind zum Preis von 5 Euro mit dabei. ( http://www.ttc-maberzell.de )
Hanaus Generalmanager Johannes Herrmann blickt der außergewöhnlichen Partie erwartungsvoll entgegen: "Wir freuen uns sehr auf dieses Hessen-Derby. Alle Voraussetzungen sprechen für ein großartiges Spiel: Die Halle, die Bemühungen des TTC Fulda-Maberzell, die bisherige Resonanz und selbstverständlich die Präsenz im DSF. Wir haben sogar einen eigenen Fanblock in der Esperantohalle." Auch wenn TGH-Trainer Helmut Hampl im Vorfeld meint, dass "alle 18 Bundesligaspiele für uns gleichermaßen wichtig" sind, "ob nun 100 oder 2.000 Zuschauer dabei sind", würde sich der Cheftrainer des Hessischen Tischtennis-Verbandes natürlich über einen Überraschungscoup seiner Talentschmiede in der "Höhle des Löwen" außerordentlich freuen. Hampl: „Entscheidend für uns ist, dass wir versuchen, uns beim haushohen Favoriten so teuer wie möglich zu verkaufen und mit Kampf und Glück vielleicht sogar zu einem Erfolg zu kommen.“
Der Gast aus Hanau hat einen Fanbus nach Fulda gechartert. Wer noch mitfahren möchte, sollte sich umgehend unter [email protected] melden, wie uns der Verein mitzuteilen bat. Für die TGH-Anhänger wurde sogar ein eigener Fanblock in der Esperantohalle unmittelbar hinter der Hanauer Mannschaftsecke reserviert. (DTTL-Mediendienst; Dr. Stephan Roscher/red) +++