Kickers-Sportdirektor Marc Stein - Fotos: Kickers Stuttgart

STUTTGART Nächster Gegner der SG Barockstadt

Stuttgarter Kickers: Nah an den Fans und neue Gesichter in der "blauen Familie"

30.09.23 - Dass die Stuttgarter Kickers ein Traditionsverein bekannten Namens im deutschen Fußball sind, dürfte jedem klar sein. Zweimal gaben die Kickers ein je einjähriges Gastspiel in der Bundesliga, gehörten lange der Zweiten Bundesliga an, waren 1987 Finalist im DFB-Pokal und standen 2000 im Halbfinale dieses Wettbewerbs. Doch so schön diese Erfolge für die Vereinshistorie sind - kaufen kann man sich in der heutigen Realität davon nichts. Das weiß auch Sportdirektor Marc Stein im Gespräch mit OSTHESSEN|NEWS. 

Trainer Mustafa Ünal

Die Kickers im GAZi-Antep-Stadion auf der Waldau

Die Kickers nah an den Fans: das gehört zusammen

Fünf Jahre am Stück spielten die Kickers zuletzt in der Oberliga Baden-Württemberg, zweimal bestritten sie auch die Aufstiegs-Relegation - ehe ihnen im Sommer dieses Jahres der Meistertitel und damit der direkte Weg in die Regionalliga Südwest glückte. Mit dem bemerkenswerten Zuschauer-Schnitt von 2.814. Trainer ist seit September 2021 der seit Kurzem 40-jährige Mustafa Ünal, Sportdirektor der zwei Jahre jüngere Marc Stein. Mehr als 600 Spiele bestritt der gebürtige Berliner in den obersten vier Ligen Deutschlands - kickte einige Jahre für den Bundesligisten Hertha BSC, zudem für Hansa Rostock, Energie Cottbus, den FSV Frankfurt oder Kickers Offenbach. Auch für seinen jetzigen Verein, die Stuttgarter Kickers, war er aktiv.

Was den Verein mit seiner umfangreichen Fan-Unterstützung ausmacht, möchte O|N auf Anhieb wissen. "Ja, eine große Tradition. Das ist auch viel, das in unserem Verein steckt", betont Stein. Doch so sehr er das aktuelle sportliche Dasein einordnet, so sehr blickt er auch über den Tellerrand hinaus. "Es sind ja erst neun Spiele absolviert. Und wir wollen erst einmal richtig in der Liga ankommen" - und im gleichen Atemzug verdeutlicht er: "Für uns gilt es, bei uns zu bleiben. Wir wollen unsere Themen weiterentwickeln. Dafür haben wir bei uns eine ordentliche Struktur."

Stein: Wollen ganz klar unseren Weg gehen

"Den Blauen" läuft keiner davon

Dies zu tun und es zu bewerkstelligen, das gehört auch zu seinem Job. Aus dem Menschen Stein schält sich zunächst der Fußballer Stein heraus. "Wir wollen ganz klar unseren Weg gehen. Und so früh wie möglich Planungssicherheit haben." Auch die Stärken der Kickers benennt er noch beim Namen. "Wir arbeiten sehr gut gegen den Ball. Sind sehr aggressiv. Sind sehr geordnet und kommen über eine gute Grundordnung. Und darüber geht's. Harte Arbeit soll und muss im Vordergrund stehen."

Bemüht man in der osthessischen Region bei kleineren Vereinen hin und wieder den Vergleich des Gallischen Dorfes, sieht das Stein bei den Kickers, die im Schatten des großen VfB schon immer ein eigenes Profil entwickelt haben, ähnlich. "Wir können nur zusammen den Weg gehen. Gemeinsam unseren Weg. Und da versuche ich, meine Erfahrungen, die ich auf Profi-Ebene gesammelt habe, weiterzugeben. Die Jungs zu unterstützen, wo ich nur kann." 

Und noch einmal grenzt er die Kickers aus dem Stuttgarter Stadtteil Degerloch ein. Das Spezielle sei, so Stein, dass man "von einer blauen Familie" spreche. Natürlich wolle man in die Dritte Liga zurück, "doch wir wollen nahbar und erlebbar sein. Wollen nahe an den Fans sein. Und mit viel Transparenz nach außen gehen. Wir wollen unsere Stärken in den Vordergrund stellen. Und nicht danach gucken, was andere machen. Tradition ja, aber wir wollen auch eine neue Generation schaffen. Mit neuen Gesichtern".  

Marc Stein im Interview

Ehemals bekannte Spieler, die aus den Stuttgarter Kickers hervorgingen und im Degerloch spielten: Das sind eine ganze Reihe - und nebenbei können Sie, wenn Sie es denn mit Fußball halten, ihr Wissen testen. Ab und an werden Sie vielleicht auch verblüfft sein.

Beginnen wir mit Albert Sing. Der bestritt neun A-Länderspiele und war beim legendären ersten WM-Titel Deutschlands, dem "Wunder von Bern" im Jahre 1954, Co-Trainer unter Sepp Herberger.

Edmund Conen: 28 A-Länderspiele, 14 davon als Kickers-Spieler.

Springen wir zu Robert Prosinecki. Fußball-Kennern und Kroaten wird das Wasser im Mund zusammenlaufen. Der blonde Mittelfeldspieler spielte in der Jugend bei den Kickers - später wurde er Europapokalsieger der Landesmeister und mit Kroatien WM-Dritter 1998.

Walter Kelsch: Der Rechtsaußen begann seine Profikarriere in Degerloch. Später wechselte er zum VfB und wurde dort 1984 Deutscher Meister.

Karl Allgöwer: Auch er startete bei den Kickers - bestritt dort 116 Zweitliga-Spiele und schoss 59 Tore. Auch er wechselte zum Lokalrivalen VfB - für seinerzeit stolze 700.000 D-Mark. Und auch der schussgewaltige Allgöwer feierte mit dem VfB 1984 die Deutsche Meisterschaft.

Der Trainer betritt die Bühne

Guido Buchwald: Auch er stammt aus der Kickers-Jugend und wurde dort immerhin 1979 Deutscher A-Jugend-Meister. Wie nicht anders zu erwarten, schloss auch er sich dem großen VfB an. Wurde dort sogar zweimal Deutscher Meister. Und 1990 Weltmeister. Wurde gern auf Diego Maradona angesetzt - neue Berufsbezeichnung: "Der weiße Maradona". Später Sportdirektor bei den Kickers. Fast drei Jahre im Präsidium. 

Jürgen Klinsmann: Jugendspieler bei den Kickers. Später Welt- und Europameister, der Bäcker aus Geislingen. Zwei Jahre Trainer der Deutschen Nationalmannschaft. Coach bei der Fußball-WM in Deutschland, als die DFB-Elf beim "Sommermärchen" im eigenen Land Dritter wurde. Klinsmann kickte auch in der Premier League bei Tottenham Hotspur.

Fredi Bobic: Auch er machte sich beim Nachwuchs der Kickers einen Namen. Auch er wurde 1996 - unter Trainer Berti Vogts - Europameister. Später erfolgreicher Manager bei Eintracht Frankfurt.

Auch Alois Schwarz, der finnische Nationalspieler Ari Hjelm und Jonathan Akpoborie, der das Kunststück fertigbrachte, in einer Regionalliga-Saison in 32 Spielen 37 Tore zu erzielen und auch für sein Land Nigeria im Einsatz war, machten sich bei den Stuttgarter Kickers einen Namen. (wk)

OSTHESSEN|NEWS meint: Gibt es jetzt noch einen Grund, das Spiel am Samstag zwischen der SG Barockstadt Fulda-Lehnerz und den Stuttgarter Kickers nicht zu besuchen? +++

 

 

 

 

 

 

 




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