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10.12.09 - GERSFELD

Kreisgrüne kritisieren Freizeitpark-Pläne der Firma WIEGAND für Wasserkuppe

Der Fraktionsvorsitzende der Kreistagsgrünen, Helmut Schönberger, fordert Landrat Bernd Woide sowie die zuständigen Bürgermeister auf, sich tatsächlich an dem Masterplan Wasserkuppe zu orientieren und die Einmaligkeit des Berges zu unterstreichen, anstatt weiterhin Baumaßnahmen zu genehmigen, die erst einmal Josef Wiegand und seinen Spaßaktivitäten zugute kämen. „Leider sind offenbar die Diskussionen um den Masterplan nichts weiter als schiere Lippenbekenntnisse“, kritisiert Schönberger die neuen Ausbaupläne des Unternehmers Wiegand auf der Wasserkuppe. „Keine Spur von Rückbau der ins uferlose gewachsenen sogenannten Kinderbelustigungen. Selbstherrlich kann Herr Wiegand sogar behaupten, er bräuchte an der Märchenwiese gar keine Baugenehmigung.“ Noch ehe der Masterplan überhaupt konkret umgesetzt werde, würden schon wieder neue „Attraktivitäten“ präsentiert. „Es ist ausgesprochen ärgerlich, wie hier ständig der zweite Schritt vor dem ersten gemacht wird“, so der Grüne. „Selbst die Gersfelder SPD habe den Rückbau der nicht genehmigten Bauten gefordert. Wozu wird für teures Geld ein Masterplan erstellt, wenn noch nicht einmal der Landrat sich daran hält?“

Im Masterplan würden Segel- und Gleitschirmflug, Bildung und Jugend, Nachhaltigkeit und Natur, das Biosphärenreservat Rhön und die Geschichte der Wasserkuppe und alles rund ums Wetter als zentrale Themen benannt. Von Jugendbildung könne angesichts eines Klettergartens, an dem man „seinen Mut beweisen könne“, keine Rede sein. „Außerdem gibt es bereits Kletterangebote z.B. in der Jugendherberge Gersfeld oder auch beim Hotel Rhöngarden. Hier macht es auch in Anbindung an die bestehenden Einrichtungen Sinn. Der Alpenverein wird in Fulda sogar eine große Kletterhalle bauen, in der Kinder und Jugendliche unter fachlicher Anleitung tatsächlich klettern lernen können. Auf der Wasserkuppe ist ein Klettergarten so überflüssig wie ein Kropf.“

Mit dem Baumwipfelpfad wolle Wiegand angesichts des Klimawandels offenbar von Skipisten noch schnell als Trittbrettfahrer auf den „Naturzug“ aufspringen. „Dazu müssten zunächst einmal wieder Bäume gerodet und Fundamente für die Gerüste gebaut werden. Es gibt andere Gegenden in der Rhön, in denen ein Baumwipfelpfad tatsächlich lehrreich ist, in denen sich aus naturkundlicher Sicht ein alter Waldbestand den Menschen näher gebracht werden kann. In Deutschland gibt es zwei Baumkronenpfade, immer im Zusammenhang mit sehr hochwertigen Forschungseinrichtungen, z.B. im Nationalpark Hainich, wo in einem Buchenwald die Begehungen stattfinden. Der Sinn ist hier nicht, dass im Rahmen eines großen Rummelplatzes eine weitere Attraktion hinzukommt, nur damit die Menschen in luftiger Höhe halt mal so ein bisschen spazieren gehen können“, so Schönberger. „Wir wehren uns dagegen, dass weiterhin fragwürdige Baumaßnahmen auf der Wasserkuppe übers Knie gebrochen werden, die dort das letzte bisschen verbliebene Natur dem Wachstumswahn eines Herrn Wiegand opfern.“

Dass sich Landrat Woide bereit erklärt habe, einem Bebauungsplan zu erarbeiten, damit es künftig zu „keinen Irritationen und Unsicherheiten bei Projekten von Josef Wiegand komme,“ lasse allerdings aufhorchen. Hier soll eine Lösung gefunden werden, damit es keine Streitpunkte mehr über Genehmigungen für zukünftige Aktivitäten mehr gebe. „Dies sieht sehr nach einem Freifahrtschein für ungebremstes Bauen aus, „ bemängelt Schönberger und befürchtet einen Ausbau der Wasserkuppe, der mit den im Masterplan erklärten Zielen und der Bedeutung der Wasserkuppe als Zentrum des Unesco-Biosphärenreservates nicht zu vereinbaren sei. +++

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