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11.12.09 - Fulda

Tanz gegen Drogen: Erfolgreiches Suchtpräventionsprojekt „Kribbeln im Bauch“

„Es war Schwerstarbeit“, räumt Liane Klein ein. Zwei Wochen lang hat sie mit 40 Schülern aus zwei neunten Klassen gearbeitet, hat versucht, den Jungen und Mädchen über Bewegung und Tanz einen neuen Umgang mit Gewalt, Frustration oder Drogen zu vermitteln. Beim Finale des Projektes „Kribbeln im Bauch“ waren Schülerinnen und Schüler der Brüder Grimm Schule dabei. Tanzlehrerin Klein - Inhaberin des Holodeck Dance Centers - weiß aus Erfahrung, dass man über Hip-Hop oder Swing an Jugendliche herankommt, die sonst nicht zu erreichen sind.

„Wir wollen die Stärken der Schülerinnen und Schüler herausarbeiten, damit sie mehr Eigenverantwortung für ihr Leben übernehmen können“, umreißt Projektleiterin Tina Wienröder, von der Fachstelle für Suchtprävention der Diakonie, das Ziel des Vorhabens. Wie auch Liane Klein ist sie seit Jahren in der Suchtprävention tätig. Das von der AOK Hessen, dem Schulamt Fulda Bereich Schule und Gesundheit, dem Verein Zukunft Bildung und der Firma Förstina angeschobene Projekt soll Jugendlichen helfen, besser mit schwierigen Situationen in Schule und Familie, mit Problemen in der Pubertät und der Verführung durch Drogen umzugehen. Entwickelt wurde das Projekt in Bremen wo bereits erste Ergebnisse vorliegen: Der Erfolg ist messbar. Nach dem ersten Durchlauf in Bremen im vergangenen Jahr gab von 104 befragten Schülern aus den beteiligten neunten Hauptschulklassen knapp die Hälfte an, dass sie rauchten. Von denen habe ein Drittel ganz aufgehört oder den Nikotinkonsum drastisch reduziert.

Gefragt nach ihrem Alkoholkonsum, erklärten nur 17, in den letzten 30 Tagen „gar nicht“ betrunken gewesen zu sein. Am Ende des Projektes waren es immerhin 39. Zum weit verbreiteten Kiffen wollten die meisten nichts sagen. (In Fulda werden auch bald aktuelle Zahlen vorliegen.) Bei der Abschlusspräsentation am Freitag wurde auch nicht gekifft. Die Jugendlichen kicherten unsicher, schubsten und alberten herum, waren durch die ungewohnte große Aufmerksamkeit etwas aufgedreht. Beobachter merkten, dass die meisten Neuntklässler aus schwierigen sozialen Verhältnissen kommen.

„Bloß nicht meinen Namen in der Zeitung!“, war ihnen wichtig. „Sonst nervt mich mein Bruder!“, wehrte ein Mädchen alle Nachfragen ab. Für Herrn Möller, Leiter der AOK Fulda, Dr. Hans Unbehauen und Gudrun Schwechla vom stattlichen Schulamt, Abteilung Schule und Gesundheit, Herrn Seufert, Inhaber der Firma Förstina, ist das Projekt ein voller Erfolg. Um im nächsten Jahr wieder wirksame Suchtprävention mit sozial benachteiligten durchführen zu können, benötigt die Fachstelle für Suchtprävention Unterstützung von Sponsoren. Weitere Infos und Hintergründe zum Projekt über [email protected] +++

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