Das Wort des Jahres «Krisenmodus» steht auf einem Smartphone-Display (gestellte Szene) - Foto: picture alliance/dpa | Julian Stratenschulte

WIESBADEN Kussskandal auf Platz zehn

Krisenmodus ist das Wort des Jahres 2023

08.12.23 - Das Wort des Jahres 2023 ist Krisenmodus. Diese Entscheidung traf eine Jury der Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) in Wiesbaden. Krisen gab es schon immer. Aber in diesem Jahr scheinen die Krisen und ihre Bewältigung zu kulminieren.

Um einen Satz des Vizekanzlers zu modifizieren: Wir sind umzingelt von Krisen.

Noch nicht bewältigte Krisen wie Klimawandel, der Russland-Ukraine-Krieg oder die Energiekrise werden von neuen Krisen eingeholt. Nahostkrieg, Inflation und Schuldenkrise kamen nun hinzu und auch die Bildungskrise spitzte sich zu. Der Ausnahmezustand ist längst zum Dauerzustand geworden. Gefühle wie Unsicherheit, Ängste, Wut, Hilflosigkeit und Ohnmacht prägen den Alltag vieler Menschen. Zwischen Apathie und Alarmismus zu einem angemessenen Umgang mit den andauernden Ausnahmesituationen zu finden, fällt schwer. Linguistisch zu beobachten ist dies an einer zunehmenden sprachlichen Radikalisierung im öffentlichen Raum.

Antisemitismus und leseunfähig

Antisemitismus (Platz 2) ist hierzulande durchaus kein neues Phänomen; er existierte lange vor dem Nationalsozialismus und ist auch nach dem Zweiten Weltkrieg nie ausgestorben. Spätestens der Angriff der islamistischen Terrororganisation Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 offenbarte aber, dass es in Deutschland nicht nur rechts-, sondern auch linksradikalen Antisemitismus gibt. Ebenso trat eine islamistisch geprägte und in Teilen der muslimischen Bevölkerung wahrnehmbare Judenfeindlichkeit deutlich zutage. Mit dem Slogan »Nie wieder ist jetzt!« zeigen dagegen viele Menschen Flagge gegen Antisemitismus, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit.

Um die Lesefähigkeit der Bevölkerung ist es nicht gut bestellt – die Schulschließungen während der Pandemie und die Deutschkenntnisse von Migrantinnen und Migranten dürften die Situation noch verschlimmert haben. In jüngsten Studien erfüllen bis zu 31 Prozent der Viertklässler nicht die Mindeststandards beim Lesen. Das Adjektiv leseunfähig (Platz 3) bezieht sich jedoch darüber hinaus auch auf das Verstehen komplexerer Texte, das offenbar immer mehr Menschen Schwierigkeiten bereitet, und ist ein Verweis auf eine grundlegende Bildungsmisere in Deutschland.

Die Wörter des Jahres 2023

1. Krisenmodus
2. Antisemitismus
3. leseunfähig
4. KI-Boom
5. Ampelzoff
6. hybride Kriegsführung
7. Migrationsbremse
8. Milliardenloch
9. Teilzeitgesellschaft
10. Kussskandal. (pm) +++


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