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20.12.09 - TISCHTENNIS

DTTL-Zwischenbilanz: die zehn Klubs zwischen Anspruch und Wirklichkeit

Bestens im Plan liegt Herbstmeister Borussia Düsseldorf. Der Weggang von Dimitrij Ovtcharov konnte kompensiert werden, da Christian Süß mit einer 13:2- und Neuzugang Seiya Kishikawa mit einer 8:1-Bilanz auftrumpften. Drei Vorrunden-Einsätze von Topstar Timo Boll (3:0) reichten aus, um mit 16:2 Zählern - wie gewohnt - die Rolle des Ligaprimus zu übernehmen. Es gab nur 3:0- und 3:1-Siege, lediglich beim Verfolger Fulda setzte es am 11. Oktober eine 1:3-Niederlage. Auch in den weiteren Wettbewerben läuft bisher alles wie am Schnürchen. So blieb man in der Champions League sechsmal ungeschlagen und zog als Gruppensieger ins Viertelfinale ein. Und das DTTB FINAL FOUR am 27.12. in Dortmund will man unbedingt als Deutscher Pokalmeister 2009 beenden.

Der TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell folgt mit hervorragenden 14:4 Punkten. Endlich gelang den ambitionierten Osthessen einmal ein Saisonstart nach Maß. Überragend Abwehrkönner Wang Xi (12:3 / Foto: Hendrik Urbin) und Robert Svensson (7:3), die die „Auszeit“ von Ikone Jan-Ove Waldner (1:7) gekonnt wettmachten. Die Fans stehen hinter dem Klub und dem Team, das stets bis zum Umfallen kämpft. Auch im ETTU-Cup lief bisher alles wunschgemäß. Nach zwei Siegen gegen starke Gegner steht man inzwischen im Viertelfinale und möchte noch ein ganzes Stück weiter kommen.

Hinter Fulda folgt ein breites vorderes Mittelfeld von vier bis fünf Teams, die allesamt auf die Play-Offs schielen. Gute Karten scheint diese Saison der TTC Zugbrücke Grenzau zu haben, der derzeit Rang drei einnimmt und mit frischem Wind im Verein höhere Ziele anvisiert. Bei den Westerwäldern gibt es keine Überflieger, sondern ein ausgeglichenes Team mit dem gut eingeschlagenen Neuzugang Patrick Baum (8:5) und dem wieder erstarkten Lucjan Blaszczyk (6:4) sowie den beiden starken Ersatzleuten Kenji Matsudaira und Mattis Burgis - beide bereits erstligatauglich - in der Hinterhand. In Grenzau, das ebenso gegenwärtig zehn Pluspunkte aufweist wie die nächstplatzierten Mannschaften aus Saarbrücken und Frickenhausen, muss sich kein Spieler über eine negative Bilanz grämen. Auch im ETTU-Pokal lief es gut. Man schlug „on Tour“ - in Löf und Wangen - starke Gegner aus Italien und Frankreich vor begeisterten Zuschauern und steht inzwischen in der Runde der besten Acht.

Der bereits vor der Saison als stark eingeschätzte Aufsteiger 1. FC Saarbrücken erwies sich auch als homogene, gut harmonierende Truppe, die nach einigen unglücklichen Niederlagen zuletzt sehr erfolgreich auftrat. Auch hier ist die Ausgeglichenheit hervorstechendes Merkmal, Bojan Tokic (7:4), Leung Chu Yan (6:4) und Andrej Gacina (8:4) liegen auf einem Level und können alle punkten, wenn es darauf ankommt. Der gegenwärtige Platz unter den besten Vier muss keine kurze Momentaufnahme bleiben. Wie bemerkte Coach Matthias Landfried kürzlich so treffend: "Wer in dieser ausgeglichenen Liga den Abstiegskampf hinter sich lässt, spielt automatisch um die Play-Offs mit."

Der TTC Frickenhausen, Deutscher Meister 2007 und 2007, schwächelte sechs Spieltage lang - nicht zuletzt aufgrund seines indisponierten Megatalents Kenta Matsudaira (1:8) -, nahm dann aber elegant die Kurve und spielte sich durch drei Siege in Folge wieder in die Regionen hinein, in denen man an die Play-Offs denken darf. Überragend seit den Polish Open Nationalspieler „Basti“ Steger (10:4), der etwa in den richtungsweisenden Spielen in Grenzau und gegen Fulda fantastisches Tischtennis zeigte. Selbst der kleine China-Kroate Tan Rui Wu, bei dem monatelang Sand im Getriebe war, kam gegen Schluss der Vorrunde wieder recht gut in Fahrt.

Enttäuschend Platz sechs für Vizemeister TTF LIEBHERR Ochsenhausen, der in der Champions League Bäume ausreißt, nicht aber in der Liga (8:10). Immerhin ist der Sprung in die Play-Off-Ränge bei einer sehr guten Rückrunde noch zu schaffen. Chuang Chih-Yuan, Adrian Crisan und Tiago Apolonia spielten allesamt nur knapp positiv, während der Schwede Pär Gerell bisher noch kein Match gewann. In der Königsklasse sahen wir eine ganz andere, durch und durch überzeugende Mannschaft, die fünf von sechs Gruppenspielen gewann und zuletzt sogar den Mitfavoriten Niederösterreich in der „Höhle des Löwen“ bezwingen konnte. Man steht als Gruppenerster verdient im Viertelfinale. Als erste und bislang einzige deutsche Mannschaft bestritt man ein ECL-Spiel im weltbekannten Münchner Circus Krone.

Nach der Traumsaison 2008/09 läuft diesmal Manches unglücklich für den SV Plüderhausen, der in der Königsklasse mit Ach und Krach Gruppendritter wurde und in der Liga nur auf Rang 7 mit 6:12 Punkten steht. Es bedürfte schon einer fantastischen Rückrunde mit imposanter Siegesserie des SVP, soll es mit dem Saisonziel Play-Off-Teilnahme noch etwas werden. Monatelang enttäuschte der Remstaler „Nationalheld“ Aleksandar Karakasevic (3:7), während sich seine Mitstreiter Jörgen Persson (6:4) und Jakub Kosowski (6:3) ein ganzes Stück erfolgreicher präsentierten. Das Königsklassen-Debüt des SVP verlief eher mittelprächtig, immerhin zog man als Gruppendritter über diesen Umweg wieder in den ETTU-Cup ein, wo man sich allerdings in der nächsten Runde mit dem Topfavoriten Orenburg, für den kein Geringerer als Vladimir Samsonov spielt, auseinanderzusetzen hat.

Punktgleich dahinter steht der SV Werder Bremen, der bis nach dem 7. Spieltag die rote Laterne inne hatte, dann aber die Kurve bekam und sich durch zwei Siege in Folge erst einmal aus der Abstiegsregion verabschieden durfte. Wäre es nach den Norddeutschen gegangen, hätte es gar keine Winterpause geben dürfen, die schließlich den kleinen Lauf der Truppe um Jens Lundquist (6:6), Taku Takakiwa (5:6) und den lange glücklosen Lars Hielscher (2:7) erst einmal unterbrochen hat. Die durch Adrian Dodean ergänzte Truppe von der Weser scheint mittlerweile jedoch gefestigt genug, im Januar an die Leistungen des Dezembers anzuknüpfen.

Weniger gut sieht es für die - mit Ausnahme des Rekordnationalspielers und künftigen Herren-Bundestrainers Jörg Roßkopf - Youngster-Truppe der TG 1837 Hanau aus, die als Seiteneinsteiger und Gönnern-Erbe zwar bereits reichlich Sympathien erwerben konnte, nach zuletzt drei glatten Niederlagen in Folge jedoch mit 4:12 Zählern auf einen sportlichen Abstiegsplatz zurückgefallen ist. Bei einer Niederlage in Grenzau würde man sogar einstweilen auf den letzten Rang zurückfallen. Immerhin zeigt die Entwicklung der jungen Spieler Filus, Mengel und Franziska eindeutig nach oben, so dass in der Rückserie noch Einiges gehen könnte. Nur der öfters fehlende Taiwanese Chiang Hung-Chieh (4:4) hat keine negative Einzelbilanz aufzuweisen. In der DTTL blieb Hanaus Boy-Group oft noch unter ihren Möglichkeiten, nicht so im ETTU-Cup, wo man zunächst Turin besiegte und sich anschließend sensationell beim Vorjahresfinalisten Moskau durchsetzte.

4:14 Punkte weist das momentane Schlusslicht TTC indeland Jülich auf, bei dem Leistungsträger Yang Zi (7:7) aus Singapur nicht zu ersetzen ist. Die drei Neuzugänge Freitas, Bobillier und Szymanski spielen recht ordentlich mit, warten aber noch auf den Durchbruch. Immerhin hat die wohl preisgünstigste Truppe der deutschen Eliteliga namhafte Klubs wie Frickenhausen und Ochsenhausen bezwingen können. Auch in der alten Herzogstadt am Niederrhein besteht noch berechtigte Hoffnung, nicht dort zu verbleiben, wo man augenblicklich steht.

Gewinner und Verlierer: Blick auf die Zwischenbilanzen der Spieler

Ein kurzer Blick auf die Einzelbilanzen zeigt uns einen überragenden Christian Süß (13:2) vor einem gewohnt starken Wang Xi (12:3), dem Düsseldorfer Senkrechtstarter Seiya Kishikawa (8:1) und einem Bastian Steger (10:4), der gerade in den letzten Vorrundenspielen durch großartige Auftritte glänzte. In richtig guter Form präsentierten sich auch die Saarbrücker Andrej Gacina (8:4), Fuldas Robert Svensson (7:3), Grenzaus Patrick Baum (8:5), Gacinas Teamkollege Bojan Tokic (7:4) und Plüderhausens Jakub Kosowski (6:3). Timo Bolls 3:0 ist natürlich dem Umstand geschuldet, dass die aktuelle Nummer vier der Welt bislang lediglich gegen Saarbrücken, Frickenhausen und Ochsenhausen zum Einsatz kam. Weniger erfreulich lief es bei so renommierten Akteuren wie Jan-Ove Waldner und Kenta Matsudaira (beide 1:8), Pär Gerell (0:5), Trinko Keen (1:5), Lars Hielscher (2:7), Aleksandar Karakasevic (3:7) oder "Mr. Tischtennis" Jörg Roßkopf (2:6). Die zumindest phasenweise Flaute solcher unbestreitbaren Könner ihres Fachs hängt auch mit dem hohen Niveau einer ausgeglichen besetzten Liga zusammen, in der ein Spieler schnell den Anschluss verliert, wenn es nicht von Anfang an optimal läuft, und er es dann schwer hat, mit leicht angeknackstem Selbstvertrauen wieder in die Erfolgsspur zu gelangen.

Noch wenig aussagekräftig sind die Doppelbilanzen, da die meisten Formationen erst einmal gespielt haben. Immerhin deuteten die Frickenhausener Bastian Steger/Tan Rui Wu, die bereits zweimal erfolgreich waren, an, dass sie bestens miteinander harmonieren.

Standardergebnis 3:1

Zwölfmal entschied im Übrigen das Doppel über Sieg und Niederlage, ebenso viele der insgesamt 44 Partien endeten mit einem glatten 3:0. Das Standardergebnis lautet folglich 3:1 – 20 Mal trug der Oberschiedsrichter dieses Endergebnis in seinem Spielbericht ein. Doch viele dieser 3:1-Spiele waren äußerst umkämpft, manche dauerten rund drei Stunden.

Apropos 3:1: Borussia Düsseldorf stellte zu Beginn der Runde einen ganz und gar ungewöhnlichen Rekord auf: Die ersten acht Spiele des Rekordmeisters endeten allesamt mit 3:1 zugunsten der Borussia - fünf in der DTTL, drei in der Champions League. Bis zum 11. Oktober hatte die fast unheimliche 3:1-Serie Bestand, dann beendete sie Verfolger Fulda, der seinerseits die Rheinländer mit 3:1 abfertigte.

Zuschauerzahlen als Gradmesser der Attraktivität

Der Zuschauerschnitt der Vorrunde ging in den letzten Partien noch leicht zurück (vgl. DTTL attraktiv für Zuschauer), lag aber mit 629 noch leicht über dem bereits recht guten Wert der Hinrunde 2008/09 (623).

Zuschauerkrösus ist - wie schon in der vergangenen Spielzeit - Ligaprimus Düsseldorf mit einem Besucherschnitt von 1.096, dicht gefolgt von Fulda-Maberzell (1.040). Auch Vizemeister TTF Liebherr Ochsenhausen (860) und Liganeuling TG 1837 Hanau (856) können sich über mangelndes Faninteresse nicht beschweren. Schlusslicht in dieser Kategorie und extremer Ausreißer nach unten ist Jülich mit nur 187 Zuschauern im Schnitt. Eigentlich schade, bekommen die Fans in der Nordhalle doch fast immer spannendes Tischtennis zu sehen. Hier sollte in der Rückserie zugelegt werden, zumal der spannende Abstiegskampf zunehmend in den Fokus rücken wird und sich mit der Düsseldorfer Borussia der zugkräftigste Klub der Liga zum Westderby ansagt (9. April). Der Vorletzte des Zuschauer-Klassements Frickenhausen steht mit durchschnittlich 325 Besuchern zwar schon wesentlich besser da, kann damit aber nicht zufrieden sein angesichts noch nicht sehr lange zurückliegender großer Zeiten, in denen man in der Sporthalle auf dem Berg regelmäßig 600 und mehr Zuschauer zählte. Durch zuletzt überzeugende Leistungen scheint der „Tälesklub“ allerdings inzwischen auf einem guten Weg zu sein, die Fangemeinde zurückzugewinnen.

Rekordbesuch waren die 2.900 Menschen im Düsseldorfer Burg-Wächter Castello beim Saisonauftakt des Rekordmeisters gegen Aufsteiger Saarbrücken, gefolgt von 2.300 Tischtennisfans, die in der Fuldaer Esperantohalle das Hessenderby zwischen Maberzell und Hanau am vorletzten Spieltag sahen - eine höchst ungewöhnliche Zuschauerzahl für ein Spiel ohne Beteiligung von Borussia Düsseldorf mit ihrem Publikumsmagneten Timo Boll. Die 1.900 Besucher am 8. November in der Arena Ludwigsburg beim Match zwischen „Vize“ Ochsenhausen und dem Titelverteidiger können sich auch sehen lassen, ebenso die 1.480 Menschen, die am 6. September den Auftritt des Tabellenführers in Hanau live miterlebten.

125 Minuten Spitzentischtennis zum fairen Preis

Insgesamt sahen die Zuschauer 6.180 Minuten fast immer hochklassigen, bisweilen dramatischen Tischtennissport, das ergibt eine durchschnittliche Spieldauer von etwas über 140 Minuten. Zieht man die Pause ab, ergibt sich als Mittelwert eine reine Spielzeit von zwei Stunden und fünf Minuten - eigentlich ein sinnvolles, angebrachtes Maß, entspricht dies doch locker einem DFB-Pokalspiel im Fußball inklusive Verlängerung, das man gemeinhin mit dem Gefühl verlässt, richtig viel Sport für sein Geld geboten bekommen zu haben.

Bisweilen dauert es aber auch viel, viel länger: Den Vogel in der Hinrunde schoss der Thriller zwischen Jülich und Ochsenhausen am 4. Oktober ab, der die Nerven der Fans 225 Minuten lang strapazierte, also eine reine Spielzeit von dreieinhalb Stunden hatte. Die Begegnung zwischen Bremen und Plüderhausen am ersten Spieltag dauerte immerhin 210 Minuten, also 195 Minuten nach Abzug der Pause. Nur eine einzige Minute kürzer war das Spektakel zwischen Fulda und Grenzau am 15. November, das die Osthessen im Zielfinish mit 3:2 zu ihren Gunsten entscheiden konnten. Ausnahmen waren Spiele wie Hanau vs. Plüderhausen am 15.11. oder Plüderhausen-Düsseldorf am letzten Vorrunden-Spieltag, die insgesamt jeweils nur exakte 100 Minuten dauerten, also nach 85 Minuten reiner Spielzeit einen Sieger gefunden hatten - derartige sportliche "Kurzarbeit" steht nur in seltenen Ausnahmefällen zu befürchten, was bei der extremen Ausgeglichenheit der Liga nicht verwundert.

DTTL on Tour: Die Liga kommt zu ihren Fans

"Outsourcing" ist nach wie vor ein ganz heißes, topaktuelles Thema. "DTTL on Tour“ heißt die Devise 2009/10 und schließt auch Champions-League-Auftritte deutscher Vereine mit ein. Wir können zwei Kategorien unterscheiden: 1. Vom TV-Partner der Liga organisierte und vermarktete Events in originellem Ambiente, wie etwa das Schwabenderby Ochsenhausen vs. Frickenhausen in der Arena Hohenlohe in Ilshofen oder das ECL-Topspiel Ochsenhausen vs. Niederösterreich im Münchner Circus Krone Bau; 2. Von Bundesligavereinen unter Mitwirkung lokaler oder regionaler „Presenter“ selbst betreute Veranstaltungen, wie etwa die der Ochsenhausener gegen Düsseldorf in der Arena Ludwigsburg oder des Boll-Klubs in der Königsklasse gegen Hennebont in der Großsporthalle Berg Fidel in Münster.

Eine entscheidende Größe scheint dabei die Vorbereitungszeit zu sein, zudem spielen lokale Netzwerke in der Bewerbung eine wichtige Rolle. Spiele der zweiten Kategorie wurden über längere Zeiträume minutiös geplant und konnten auf bereits vorhandene Strukturen vor Ort zurückgreifen - folglich waren die Hallen sehr gut gefüllt. Events des ersten Typus hingegen - so ehrlich muss man sein - fanden mit 600 bis 1.000 Zuschauern noch nicht die Resonanz, die sie als großartige, außergewöhnliche Sportveranstaltungen verdient gehabt hätten. Das sind andererseits wichtige Erkenntnisse, die dazu beitragen, das Konzept künftig noch effektiver zu gestalten. Schließlich betritt man in mancher Hinsicht Neuland und befindet sich noch in der Lernphase. Dass die Richtung erfolgversprechend ist, steht jedoch längst außer Frage.

Dass es auch ein „Outsourcing“ im Kleinen geben kann, bewiesen unlängst die Grenzauer im ETTU-Cup. Beide Heimspiele wurden „auswärts“ ausgetragen und in Löf (Mosel) sowie Wangen (Allgäu) von den ansässigen Tischtennisklubs organisiert und beworben. Es kamen recht viele Zuschauer - die Halle in Löf war sogar ausverkauft - und die sahen packende Matches und gingen begeistert mit. Die Westerwälder wagen sich künftig auch an die großen Events heran und werden das DTTL-Spitzenspiel gegen Meister Düsseldorf am 31. Januar in der Koblenzer Oberwerth-Halle austragen, wo sie eine große Kulisse erwarten.

Die Zielrichtung, den schnellsten Rückschlagsport der Welt auf Topniveau verstärkt auch dort zu präsentieren, wo er normalerweise nicht zu sehen ist, ist sinnvoll und unumstritten. Es geht längst nicht mehr um das Ob, sondern nur noch um das Wie, Wo und Wann.

DTTL und Champions League in TV und Internet

Die TV-Präsenz der DTTL und ihrer Klubs war - wie schon in der Vorsaison - sehr gut. Die regelmäßigen Highlight-Zusammenfassungen im DSF und Live-Übertragungen im Internet erfreuen sich nach wie vor großer Beliebtheit, weit über die herkömmlichen Tischtennis-Fankreise hinaus, und die Zuschauer in den Hallen haben sich längst an die Moderatoren, Kommentatoren, High-Tech-Kameras, Kabelberge sowie Türme weiteren Equipments gewöhnt. Hunderttausende in Deutschland und in aller Welt verfolgten jedes der bisherigen neun TV-Spiele im Internet-Livestream und/oder am Fernsehschirm. Die Highlight-Zusammenfassungen im DSF hatten regelmäßig zwischen 150.000 und 280.000 Zuschauern. Die durch Ligapartner contenthouse in Zusammenarbeit mit PLAZAMEDIA produzierten bewegten Bilder aus DTTL und Champions League haben längst einen neuen Qualitätsstandard geschaffen und eine Messlatte für künftige Tischtennis-Übertragungen weltweit errichtet.

Auf dem Vormarsch: Bundesligisten in Königsklasse und ETTU-Cup

Sechs DTTL-Teams sind auf internationaler Ebene angetreten, alle sechs sind nach der Gruppenphase in der Königsklasse sowie dem Achtelfinale im ETTU-Pokal noch im Rennen. Besonders überzeugten die ECL-Gruppensieger Düsseldorf und Ochsenhausen. Als Überraschungsteam in den europäischen Wettbewerben darf Liga-Seiteneinsteiger Hanau gelten, der unter anderem Victoria Moskau, einen der Mitfavoriten auf den Titel, aus dem ETTU-Cup warf. Kein anderes europäisches Land hat derzeit noch so viele internationale Eisen im Feuer wie Deutschland - die kontinentale Dominanz der DTTL, die schon letzte Saison mit dem Gewinn sämtlicher Titel evident war, scheint ungebrochen.

Die "Marke DTTL": Ausstrahlung und Philosophie

Es läuft noch längst nicht alles optimal, jedoch befindet sich die Herren-Bundesliga weiterhin auf einem äußerst erfolgversprechenden Kurs. Die Aufbruchsstimmung in unserem Sport ist am Beispiel der DTTL besonders intensiv spürbar, die Entwicklung heraus aus der Schulturnhallen-Tristesse, hinein in die Brennpunkte großen Sportgeschehens ist deutlich erkennbar und war überfällig. Es ist eine Stärke auch der Topliga Europas, dass wir in Deutschland mit 600.000 Aktiven so viele Tischtennisexperten haben wie nirgends auf der Welt mit Ausnahme Chinas. Ein reiner Expertensport - wie es Tischtennis in manchen Bereichen jahrzehntelang war - darf es nicht sein beziehungsweise nicht mehr werden. Die „Message“ unseres Sports und seine Ausstrahlung sind auch im größeren Maßstab konkurrenzfähig, nicht bloß unter Insidern. Auch in diesem Sinne soll und will die „Marke DTTL“ richtungsweisend und wegbereitend wirken - anscheinend mit gutem Erfolg.

Ausblick

Die Rückrunde im neuen Jahr verspricht spannend zu werden, die Titelverteidigung des Rekordmeisters aus Düsseldorf ist noch längst nicht beschlossene Sache. Die erfolgshungrigen Rivalen jagen Boll & Co. und wollen ihnen zumindest den einen oder anderen möglichen Titel streitig machen, wie es letzte Saison dem "Nobody" aus Plüderhausen gelang, der sich in die Herzen nicht nur der schwäbischen Fans gespielt hat. Die gesamte Tischtennis-Community darf sich zunächst auf das nachweihnachtliche "Cup + Concert"-Event in der Westfalenhalle und danach auf die Entscheidungen des Jahres 2010 freuen. Rassiges Tischtennis auf Weltklasseniveau ist angesagt - Gewinner soll nicht nur ein Verein sein, sondern der gesamte Tischtennissport und alle, die ihn mögen. (DTTL - Dr. Stephan Roscher) +++

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