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24.12.09 - TISCHTENNIS

Aktualisiert: TTC RS FD-Maberzell heiß auf FINAL FOUR in Dortmund

In diesen Tagen fiebern die meisten Menschen dem Weihnachsfest entgegen. Das ist auch in Maberzell so. Doch der eine oder andere Tischtennis-Fan wird zumindest insgeheim hoffen, dass die Weihnachtsfeiertage schnell vorübergehen und sich am Sonntag die große Tischtennis-Bühne in der Dortmunder Westfalenhalle öffnet. Dort wird im Final Four der Deutsche Tischtennispokal-Sieger ermittelt und gekürt. Vier Mannschaften treten zunächst um 12:30 Uhr in den beiden Halbfinalspielen an: Borussia Düsseldorf mit Superstar Timo Boll gegen den amtierenden Pokalsieger SV Plüderhausen sowie der heimische TTC Rhönsprudel Fulda-Maberzell gegen die TTF Liebherr Ochsenhausen.

Die beiden Sieger stehen sich dann um 16 Uhr im Endspiel gegenüber. "Wir kämpfen bis zum letzten Ball", sagte Maberzells junger Schwede Robert Svensson. Er wird gemeinsam mit Wang Xi, Jan-Ove Waldner und Spielertrainer Qing Yu Meng versuchen, dass "Wunder von Dortmund" in die Tat umzusetzen. Während die Spieler mit Funktionären und Betreuern bereits am zweiten Weihnachtsfeiertag nach Dortmund reisen und am Sonntagvormittag noch ein Aufwärmttraining absolvieren werden, setzt sich am Sonntagmorgen gegen acht Uhr eine Karawane von rund 150 osthessischen Fans in Bewegung. Mit zwei Bussen und zahlreichen Autos geht es in die Ruhrpott-Metropole. "Die Jungs sind heiß und wollen unserem Verein ein schönes, nachträgliches Weihnachtsgeschenk bereiten", freut sich auch Vizepräsident Claus-Dieter Schad auf das Final Four. Dies dürfte besonders auf Jan-Ove Waldner zutreffen. Er hat gute Erinnerungen an die Westfalenhalle und würde nur allzu gerne nochmals einen Titel holen. "Der Waldi ist hochmotiviert und freut sich auf Dortmund", berichtet Schad. Er schätzt die Chancen im Halbfinale gegen die starken Ochsenhausener auf "50:50" und hofft, dass auch Glücksgöttin Fortuna den Osthessen hilft. Denn zumindest Fulda-Maberzell, Ochsenhausen und Plüderhausen dürften in etwa gleichstark sein - da wird wohl die Tagesform und eben das nötige Quentchen Glück entscheiden.

Topfavorit ist einmal mehr der amtierende Deutsche Meister Borussia Düsseldorf. Ein Timo Boll in Normalform ist in Europa nahezu von keinem Spieler zu bezwingen. Doch was ist schon normal und ein - vielleicht auch schon etwas abgedroschenes, altes Sprichwort besagt: Der Pokal hat seine eigenen Gesetze. Da ist Dortmund - wenn auch im Fußball ein gutes Stichwort. Der BvB verlor überraschend im DFB-Pokal in Osnabrück - da hat auch niemand mit gerechnet. Und vielleicht kann gerade Jan-Ove Waldner seine Routine ausspielen und vor großer Kulisse die entscheidenden Punkte für die Maberzeller "einfahren".

Das Deutsche Sportfernsehen wird am Sonntag während zweier Sendungen die Halbfinals und das Endspiel - etwas zeitversetzt - übertragen (ab 14 Uhr und ab 19:30 Uhr). Zudem haben sich rund 50 Journalisten akkreditiert - auch die Redaktion von osthessen-news ist am Sonntag live vor Ort und berichtet "hautnah" aus der Westfalenhalle. (Hans-Hubertus Braune)

Nachfolgend das offizielle Mannschaftsportrait des TTC Rhönsprudel Fulda-Maberzell aus Sicht des Deutschen Tischtennis-Bundes: Als Dritter im Bunde präsentiert sich in Dortmund ein Klub aus einer alten Bischofsstadt in Osthessen und hat - im Gegensatz zu den renommierten Konkurrenten - noch nicht einen einzigen Titel vorzuweisen. Bisher noch nicht! Beim Play-Off-Halbfinalisten der letzten beiden Jahre TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell geht es nämlich ganz gezielt nach oben, von Saison zu Saison steigert man sich.

Und Fulda hat eine ungemein attraktive Mannschaft vorzuweisen mit dem hageren, sympathischen Chinesen Wang Xi als Spitzenspieler, den man ohne Übertreibung als einen der besten Defensivakteure der Welt bezeichnen kann. Der 25-jährige Spezialist für knappe Match-Ausgänge zählt nunmehr im dritten Jahr zu den TOP-3 der DTTL. Zudem straft Wang immer wieder aufs Neue die selbsternannten Experten Lügen, die meinten, ab der zweiten Saison würde es für den Verteidigungsspezialisten mit dem knallharten Vorhandangriff ungleich schwerer sein, da die gesamte Liga auf sein Spiel eingestellt und der Überraschungseffekt dahin sei.

Der schwedische Nationalspieler Robert Svensson darf als echter Teamplayer gelten und spielt gerade seine bisher beste Saison in Deutschland. Und dann gibt es da noch das Tischtennis-Genie schlechthin, den berühmten Jan-Ove Waldner. Der „Mozart des Tischtennissports“ hat zwar mittlerweile 44 Jahre auf dem Buckel, seine tolle Hand und das außergewöhnliche Ballgefühl kann ihm jedoch Keiner nehmen - das scheint angeboren. Die Figur Waldner besitzt zudem nach wie vor eine besondere Ausstrahlung und Anziehungskraft - so freut sich Fulda über einen Zuschauerschnitt von 1.040 Menschen pro Spiel und auch auswärts kommen viele Fans, allein schon um „Waldi“ in Aktion zu sehen. Beim FINAL FOUR werden die beiden „alten Schweden“ Waldner und Persson die prominentesten Akteure sein neben Superstar Timo Boll.

Eigentlich spielt man in Fulda - gemessen an der Vorsaison - in unveränderter Besetzung, dennoch hat man sich, zumindest auf dem Papier, verstärkt: Mit dem 41-jährigen Tischtennis-Promi Ma Wenge, bis 2008 Frickenhausener Galionsfigur und Publikumsliebling, hat man einen namhaften Neuzugang im Kader, der allerdings nur dann eingesetzt werden darf, wenn sein überaus erfolgreicher Landsmann Wang pausiert, was ganz selten der Fall ist. Komplettiert wird der Erstligakader durch Spielertrainer Qing Yu Meng, mittlerweile auch Sportdirektor beim TTC. Meng, der die deutsche Staatsbürgerschaft besitzt, ist inzwischen fast schon ein Fuldaer Urgestein. Der Linkshänder ist besonders als Doppelspezialist gefürchtet und kommt in der Liga meist dann zum Einsatz, wenn Not am Mann ist. Unlängst schlug er im Meisterschaftsspiel Grenzaus Patrick Baum, aktuelle Nummer 31 der Welt, und deutete an, wozu er noch fähig ist.

Die „Marke“ Fulda boomt, die Stadt darf als neue deutsche Tischtennis-Hochburg angesehen werden. Die Führungsriege um den Vorsitzenden Frauenholz und seinen Stellvertreter Schad ist stolz auf einen Pool von inzwischen fast 90 Sponsoren, die einen soliden Etat gewährleisten.

Stefan Frauenholz beschreibt die Stärken seiner Truppe: „Die Leistung unserer Spieler, die immer alles geben, bis zum Umfallen kämpfen und sich mit dem Verein identifizieren, ist einer unserer Pluspunkte.“ Einen Titelgewinn hält er für nicht ausgeschlossen „Prinzipiell ist in dieser Form eigentlich alles möglich, natürlich müssten wir Düsseldorf als Gegner ausschalten, um ganz oben zu landen. In jedem Fall werden wir weiter mit Nachdruck am Ausbau der Tischtennis-Hochburg Fulda arbeiten.“ Und „Vize“ Claus-Dieter Schad betont: „Jetzt gilt die gesamte Konzentration dem Final Four. Unser Team hat sich einiges vorgenommen und wird alles geben.“

In ihrer fünften Bundesligasaison in Folge haben sich die Osthessen mittlerweile zum Düsseldorf-Verfolger Nummer eins gemausert und die Vorrunde mit 14:4 Zählern auf Rang zwei abgeschlossen. Im ETTU-Cup hegt man Titelambitionen und würde natürlich zu gerne auch beim DTTB FINAL FOUR in der Westfalenhalle ein dickes Ausrufungszeichen setzen. Wer die Maberzeller unterschätzt, ist selbst daran schuld!

Im Viertelfinale schalteten Wang Xi & Co. übrigens den Steger-Klub TTC Frickenhausen in einem rassigen Pokalfight aus und lösten damit das Ticket für Dortmund. Fulda wird sicher von zahlreichen Fans aus der ganz und gar „tischtennisverrückten“ Region nach Dortmund begleitet werden und sich stimmgewaltiger Anfeuerung erfreuen. Das Team wird als Geheimtipp gehandelt. Sollten Waldner und Kollegen tatsächlich die hohe Halbfinalhürde Ochsenhausen meistern - ein klassisches 50:50 Match -, wäre im Endspiel alles möglich, selbst ein Sieg gegen Rekordchampion Düsseldorf. (DTTL).+++

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