Die zweite Auflage des Handball Supercups der Frauen - die Premiere in Rotenburg an der Fulda - war ein voller Erfolg. Sowohl die 1.240 Zuschauer als auch die beiden Teams kamen bei der Partie, die im VfL Oldenburg mit 30:28 (16:13) den verdienten Sieger fand, voll auf ihre Kosten. Beide Mannschaften nutzen den Supercup, um sich wieder voll auf die nun anstehende Fortführung der Bundesliga zu konzentrierten.
Der VfL Oldenburg war von der ersten Minute an etwas konzentrierter bei der Sache und war während der ersten Hälfte zu keinem Zeitpunkt in Rückstand. Mit 14:10 gingen die Oldenburgerinnen sogar in der 22. Minute in Führung und hielten diese nahezu bis zur 16:13 Pausenführung. Garantin hierfür war Angie Geschke, die aus der linken Rückraumposition die leipziger Abwehr ein ums anderes Mal in Verlegenheit brachte.
Insgesamt war sie mit 10 Toren erfolgreichste Schützin ihres Teams und wurde im Anschluss auch dementsprechend zur besten Spielern des VfL Oldenburg gewählt. Dass es in der zweiten Halbzeit noch einmal richtig spannend wurde, lag entscheidend an der Leipziger Spielerin Mette Ommundsen, die von Rechtsaußen nach dem Seitenwechsel richtig aufdrehte und Oldenburg immer wieder vor Probleme stellte. Tor um Tor holten die Deutschen Meister aus Leipzig auf und schafften nach dem 9:9 vor der Halbzeit in der 50. Minute mit dem 23:23 erstmals wieder den Ausgleich. In dieser Phase schien ein Sieg vom HC Leipzig möglich, denn der VfL Oldenburg ließ in diesen Minuten ein konsequentes Angriffsspiel vermissen, hatte zu viele Fehlversuche und deckte nicht eng genug. Doch unter den Augen von Bundestrainer Rainer Osmann stabilisierten sich die Spielerinnen aus Oldenburg wieder und gingen mit 28:27 durch Wiebke Kethorn wieder in Führung. Der Fanblock aus Oldenburg begann bereits zu feiern als Julia Wenzl auf 29:27 erhöhen konnte. Der zwischenzeitliche Anschlusstreffer von Mette Ommundsen half Leipzig nicht mehr, denn im Gegenzug stellte Julia Wenzl mit ihrem insgesamt sechsten Treffer den Endstand von 30:28 für den VfL Oldenburg her. Die Freude bei den Spielerinnen um Oldenburgs Trainer Leszek Krowicki war riesengroß und die Motivation für die nächste Woche wieder beginnende Bundesligasaison erhielt durch den erstmaligen Gewinn des Supercups einen deutlichen Schub.
Stimmen zum Spiel:
Leszek Krowicki (Trainer VfL Oldenburg): Ich denke auch die Zuschauer haben gesehen, dass wir heute verdient gewonnen haben. Unsere Vorgabe war, dass wir das phantstische Team des HC leipzig nicht ins Spiel kommen lassen. Das ist uns über weite Strecken der Partie gelungen. Trotz der zwei verworfenen 7-Meter in der Schlussphase haben wir tolle Moral gezeigt. Wenn wir gesund bleiben sind wir in dieser Form auch in der Liga für die ein oder andere Überraschung gut. Innden Play-offs ist alles möglich, doch für mich bleibt auch weiterhin der HC leipzig Favorit. Herzlichen Dank für die tolle Organisation, wir haben uns in Rotenburg sehr wohl gefühlt.
Heine Jensen (Trainer HC Leipzig): Trotz der Niederlage bin ich mit meinem Team zufrieden. man hat einfach gesehen, dass wir seit sechs Wochen durch die Handball-WM kein gemeinsames Training absolviert haben. Wir müssen uns da erst wieder reinfinden. Der VfL Oldenburg ist heute als verdienter Sieger vom feld gegangen. Ich bin aber froh, dass wir so lange gut mitgehalten haben, mein Kompliment an die Mannschaft.
HC Leipzig: Ommundsen (7/1), Holmgren (3), Ulbricht (6), Hellriegel, Augsburg (2), Daniels, Eriksson, Schülke, Schulze, Kudlacz (1), Viren (2), Müller (5/3), Urne (2), Plöger
VfL Oldenburg: Renner, Hetmanek, Schirmer, Wenzl (6), Burde, Surkova, Kethorn (3), Neuendorf (2/2), Stange (5), Geschke (10), Balthazar, Herr, Parchina (4). +++