Bei einem Rind in Alsfeld wurde die Tierseuche nachgewiesen. - Symbolfoto: ON/Lea Hohmann

ALSFELD Tierseuche bei Rind nachgewiesen

Blauzungenkrankheit erreicht Osthessen - mit Folgen für Tierhalter

06.07.24 - In Hessen ist bei einem Rind die Blauzungenkrankheit (BTV) nachgewiesen worden. Wie das Landwirtschaftsministerium am Freitag in Wiesbaden mitteilte, war ein erkranktes Tier in Alsfeld (Vogelsbergkreis) entdeckt worden. Der Verdacht auf die Blauzungenkrankheit bestätigte sich durch Untersuchungen beim Landesbetrieb Hessisches Landeslabor in Gießen. Die Tierseuche befällt Wiederkäuer – neben Rindern sind das auch Schafe, Ziegen und Kameliden.

Die Blauzungenkrankheit hat Osthessen erreicht. Symbolfoto: ON/Luisa Heinz

Hessen verliert laut Ministerium dadurch den sogenannten BTV-Freiheitsstatus. Das hat unmittelbare Folgen für die Tierhalter. Ab sofort dürfen keine Tiere mehr in seuchenfreie Regionen innerhalb der EU transportiert werden, also auch nicht in angrenzende Bundesländer mit Freiheitsstatus. Da die Krankheit in Deutschland zuvor jahrelang nicht mehr nachgewiesen worden, galt die Bundesrepublik offiziell als seuchenfrei. Im Oktober 2023 wurde erstmals das Blauzungenvirus vom "Serotyp 3" in den Niederlanden nachgewiesen. Aktuell zirkuliert dieser Virustyp in Belgien, den Niederlanden und Deutschland. In der Bundesrepublik sind – neben Hessen – die Länder Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Bremen und Rheinland-Pfalz betroffen.

Hessen hat im vergangenen Monat die Impfung gegen die Blauzungenkrankheit für Wiederkäuer zugelassen. Das Land gibt zusammen mit der Hessischen Tierseuchenkasse auch einen Zuschuss in Höhe von zwei Euro pro Impfdosis bei Schafen und drei Euro pro Impfdosis bei Rindern. Für den Aufbau eines wirksamen Impfschutzes im Tier ist bei Rindern die Verabreichung von zwei Impfdosen im Abstand von rund drei Wochen erforderlich. Für Schafe und Ziegen reicht eine Impfung. Ein wirksamer Impfschutz liegt nach drei Wochen vor. In Hessen werden rund 400.000 Rinder und 165.000 Schafe gehalten.

Das Amt für Veterinärwesen und Verbraucherschutz des Vogelsbergkreises ist im Rahmen der Maßnahmen rund um den Blauzungen-Fall in Alsfeld involviert. In enger Abstimmung mit dem Ministerium führt das Veterinäramt dort die Beprobung der Tiere durch.

Hintergrund: Blauzungenkrankheit

Die Blauzungenkrankheit ist auch unter der englischen Bezeichnung "Bluetongue" (BT) bekannt. Dabei handelt es sich um eine durch ein Virus ausgelöste Krankheit, die Wiederkäuer befällt. Vor allem für Schafe und Ziegen endet sie oft tödlich. Das Virus wird dabei nicht von Tier zu Tier übertragen, sondern über kleine blutsaugende Mücken, sogenannte Gnitzen. Der Erreger ist nicht auf den Menschen übertragbar. Fleisch und Milch sowie daraus hergestellte Erzeugnisse können daher ohne Bedenken verzehrt werden.

Mehr Informationen auf der Homepage des Ministeriums. (pm) +++


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