Die Ariane-6, Europas neue Schwerlastträgerrakete, ist am 9. Juli um 16.00 Uhr Ortszeit (+5 Std., d. h. um 21.00 Uhr MESZ) zum ersten Mal vom europäischen Raumflughafen in Französisch-Guayana aus in den Weltraum gestartet - Foto: Ariane Group

REGION Weltraumstart für Europas neue Trägerrakete

Erscheinung am Nachthimmel wohl die Rakete Ariane 6

10.07.24 - "Hallo, wir saßen draußen und haben heute Abend ein komisches Teil am Himmel gesehen. Gibt es da eine Erklärung dazu?", schreibt eine Leserin am späten Dienstagabend aus Hohenroda. Auch die Jungs vom Haune-Rock-Festival haben die Erscheinung am Nachthimmel über Odensachsen entdeckt.

Lichtkugel in der Mitte mit mal starkem mal schwachen Lichtring drum herum - gesichtet ...Foto: Oliver Krenz

Vermutlich die Auflösung: Starlink-Satelliten? Screenshot: Haune-Rock

Fotos (2): Dennis Vogel

Sind es die Starlink-Satelliten von Elon Musk fragt einer? Oder doch ein Lichtstrahler von einer Veranstaltung, einer Kirmes irgendwo? Aber am Dienstagabend? Oder ist es eher die Rakete Ariane 6, welche über Osthessen geflogen ist? Oder doch etwas ganz anderes? Vermutlich handelt es sich tatsächlich um die Starlink-Satelliten. In einem Video vom Haune-Rock-Festivalgelände, welches uns zugespielt wurde, sind sie zu sehen:

Nein, doch eher die "gute" Ariane. Die Rakete Ariane 6 ist am Dienstagabend um 21 Uhr unserer Zeit vom europäischen Weltraum-Bahnhof Kourou in Französisch-Guayana (Südamerika) aus gestartet. Sie soll Satelliten für kommerzielle und öffentliche Auftraggeber ins All transportieren." Meine Vermutung ist, dass es sich hierbei um einen Raketenkörper ( evtl. der des Ariane 6 Starts) handelt. Als Hilfsmittel nutzte ich die App Night Sky, welche an der Stelle der Erscheinung ebenfalls einen Raketenkörper anzeigte", erklärt O|N-Leser Louis Fröhlich.

Hintergrund zum Start der Rakete Ariane 6

Fotos (2): Ariane Group

Nachfolgend die offizielle Pressemitteilung von der ESA, CNES, ArianeGroup und Arianespace zum Start der Ariane 6:Die Ariane-6, Europas neue Schwerlastträgerrakete, ist am 9. Juli um 16.00 Uhr Ortszeit (+5 Std., d. h. um 21.00 Uhr MESZ) zum ersten Mal vom europäischen Raumflughafen in Französisch-Guayana aus in den Weltraum gestartet.

Die Ariane-6 löst als neueste Ausführung der verschiedenen europäischen Ariane-Träger die Ariane-5 ab und ermöglicht mit ihrem modularen und vielseitigen Konzept den Start von Missionen in erdnahe Umlaufbahnen bis hin zum interplanetaren Weltraum.

"Es kommt nicht oft vor, dass völlig neu entwickelte Trägerraketen gestartet werden, und ein Erfolg ist in so einem Fall bei weitem nicht garantiert. Deswegen kann ich heute mit Stolz erklären, dass ich Zeuge dieses historischen Moments sein durfte, in dem der erste Träger der neuen Ariane-Generation – wohlgemerkt erfolgreich – gestartet ist und somit Europa wieder einen Zugang zum Weltraum eröffnet", gab ESA-Generaldirektor Josef Aschbacher zu Wort.

"Dieser Erstflug war ein gewaltiges Unterfangen, für das Tausende von Menschen jahrelang unablässig gearbeitet haben. Dieser gleich beim ersten Mal geglückte Bilderbuchstart ist ein Beweis für ihre Hingabe, aber auch für das herausragende Know-how Europas im Ingenieurwesen und in der Spitzentechnologie. Mein aufrichtiger Dank gilt daher den Teams der ESA, des CNES, der ArianeGroup und von Arianespace für ihre harte Arbeit, die uns die Erreichung dieses Meilensteins ermöglicht hat. Ich möchte auch nicht zuletzt den Mitgliedstaaten der ESA dafür danken, dass sie das Programm Ariane-6 eingeleitet und unterstützt haben. Dieser Weg war nicht immer einfach, aber heute zeigt sich, dass es sich gelohnt hat durchzuhalten."

Der heutige Erstflug VA262 ist ein Demonstrationsflug, mit dem die Fähigkeiten und Leistungen der Ariane-6 bei der Überwindung der Schwerkraft der Erde und ihrem Einsatz im Weltraum unter Beweis gestellt werden sollen. Die Ariane hatte jedoch trotz dieses Demonstrationscharakters mehrere Nutzlasten an Bord.

Um 17.06 Uhr löste sich eine Stunde nach dem Start ein erstes Paket an Satelliten von der Raketenoberstufe, die in 600 km Höhe über der Erde ihre Umlaufbahnen erreichten. Zu den auf dem Erstflug mitgeführten Nutzlasten gehören Satelliten und Experimente verschiedener Raumfahrteinrichtungen, Unternehmen, Forschungsinstitute, Hochschulen und junger Fachkräfte.

Mit diesem Start wurden jedoch nicht nur die Leistungsmerkmale des Trägers, sondern auch die Funktionsabläufe der neuen Startanlage und der Bodenbetriebstätigkeiten auf Europas Raumflughafen demonstriert. So ermöglicht der eigens für die Ariane-6 von der französischen Raumfahrtagentur CNES errichtete Startplatz eine höhere Startrate für die neue Trägerrakete.

Philippe Baptiste, der Vorstandsvorsitzende des CNES, erklärte nach dem Start: "Dieser erste erfolgreiche Start der Ariane-6 hat Europa endlich wieder seine Kapazitäten für einen eigenständigen Zugang zum Weltraum zurückgegeben. Ich selbst bin von diesem Ereignis tief bewegt und möchte in erster Linie all den Teams in Kourou, Paris, Vernon, Les Mureaux, Toulouse, Bremen, Lampoldshausen, Lüttich, Barcelona, Collefero, Zürich und überall in Europa dafür danken, dass sie diesen Erfolg überhaupt erst möglich gemacht haben. Würdigen möchte ich außerdem das Engagement der Beschäftigten des CNES, der ESA, der ArianeGroup, von Arianespace und unserer Unterauftragnehmer. Die letzten Monate waren sehr arbeitsintensiv, weswegen ihnen allen mein Dank gebührt. Europa kann stolz sein auf sein Raumfahrtprogramm, und es kann stolz sein auf sein Know-how und seine Fachkenntnisse. Gemeinsam werden wir die Zukunft der Trägerraketen und die Zukunft der Raumfahrt gestalten."

Die Ariane-6 wurde unter der Leitung der ArianeGroup gebaut, die sowohl Hauptauftragnehmer als auch die für die Entwurfsarbeiten zuständige Stelle ist. "Mit dem erfolgreichen Erstflug der Ariane-6 hat ein neues Kapitel in der europäischen Raumfahrt begonnen", so Martin Sion, Vorstandsvorsitzender der ArianeGroup. "Dieser historische Start zeigt das unermüdliche Engagement unserer Teams und Partner, denen ich für diesen Erfolg, der ein Erfolg der gesamten europäischen Industrie ist, herzlich danken möchte. Der erste Weltraumflug von Europas neuer Trägerrakete markiert den Höhepunkt eines außergewöhnlichen technischen und technologischen Abenteuers und den Beginn eines langen Einsatzzeitraums für die Ariane‑6. Die nächsten Flugmodelle befinden sich bereits in der Fertigung, und die Trägerstufen für den kommenden Ariane-6-Flug, der zum ersten Mal kommerzieller Natur sein wird, werden noch diesen Herbst nach Französisch-Guayana gesandt."

Nächster Schritt: Technologiedemonstrationen, kontrollierte Entfernung aus der Umlaufbahn sowie Aussetzung von zwei Kapseln

Mit der Einbringung der Satelliten in ihre Umlaufbahnen hat die Ariane-6 unter Beweis gestellt, dass sie erfolgreich Nutzlasten in den Weltraum befördern kann. Die Bodenkontrolle hat für diesen Erstflug jedoch noch weitere Manöver geplant, denn in der nächsten Stunde wird die Oberstufe der Ariane-6 zeigen, dass sie ihr Vinci-Triebwerk mit dem neuen Hilfsantriebssystem erneut zünden kann. Dank dieser Fähigkeit zur erneuten Triebwerkszündung wird die Ariane-6 in der Lage sein, auf ihren künftigen Flügen mehrere Nutzlasten in verschiedene Umlaufbahnen auszusetzen und am Ende ihrer Mission ein Deorbit-Manöver vorzunehmen.

Für den weiteren Flugverlauf ist geplant, dass die Raketenoberstufe zwei Kapseln freisetzt, die wieder in die Erdatmosphäre eintreten sollen, bevor auch die Oberstufe selbst beim Wiedereintritt in die Atmosphäre sauber verglühen und somit in der Umlaufbahn keine Raumfahrtrückstände hinterlassen wird.

Die nächste Ariane-6 soll noch dieses Jahr zum ersten Mal für einen kommerziellen Start mit Arianespace als Startdienstbetreiber eingesetzt werden. "Der Erfolg dieses Erstflugs markiert den Beginn des regulären Einsatzes der Ariane-6, der Europa einen eigenständigen Zugang zum Weltraum sichern wird", betonte der Vorstandsvorsitzende von Arianespace, Stéphane Israël. "Das Auftragsbuch der neuen Trägerrakete ist der beste Beweis für die Vielseitigkeit der Ariane‑6, ihre Fähigkeit, ein breites Spektrum an Missionen in verschiedene Umlaufbahnen zu bringen, sowie das Vertrauen, das die Kunden sowohl für ihre institutionellen als auch ihre kommerziellen Missionen in die Ariane-6 setzen. Deshalb blicken wir dem Einsatz unserer neuen Trägerrakete erwartungsvoll entgegen."

Foto: Lisa-Marie Hofmann

Foto: Stefan Langlotz


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