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20.01.10 - RALLYESPORT

Rückkehr ins Cockpit für Klaus WICHA auf Intercontinental Rallye Challenge

2008 konnte Klaus Wicha als Copilot des Österreichers Andreas Aigner den Titel in der Rallyeweltmeisterschaft für seriennahe Fahrzeuge feiern. Doch nach dem erfolgreichsten Jahr seiner Rallyekarriere folgte für ihn ein Jahr mit sporadischen Einsätzen in Deutschland und Österreich. Im Jahr 2010 steigt der Bad Hersfelder Profi-Beifahrer wieder in eine internationale Meisterschaft ein. Gemeinsam mit Franz Wittmann junior sollen acht Läufe zur Intercontinental Rally Challenge (IRC) in Angriff genommen werden. Den Auftakt bildet die Rallye Monte-Carlo, die am morgigen 21. Januar startet. Dabei bringt das österreichisch-deutsche Duo einen Peugeot 207 S2000 des oberhessischen Teams Romo-Motorsport an den Start.

FRAGE: War es nicht eine Enttäuschung, nach einem Weltmeistertitel gewissermaßen arbeitslos zu sein?

Klaus Wicha: Vor dem Finallauf der Weltmeisterschaft 2008 rechneten wir uns aufgrund des Tabellenstands keine Chancen mehr aus. Umso überraschter waren wir dann, als wir doch den Titel in der Sparte der Produktionswagenkathegorie gewinnen konnten. Bereits vorher stand fest, dass die Sponsoren ihr Engagement für Andreas Aigner und mich beenden würden. Umso enttäuschender war es dann, als sich trotz des Titels an dieser Entscheidung nichts änderte.

Wie hast Du das vergangene Jahr genutzt?

K.W.: Es war schwierig, die Motivation hoch zu halten, da sich selbst ein Rumpfprogramm in nationalen Meisterschaften nicht umsetzen lies. Gemeinsam mit Jan Becker fuhr ich fünf Läufe zur ADAC Masters-Serie. Wir waren im Mitsubishi Lancer zwei mal siegreich, hatten aber auch drei technisch bedingte Ausfälle zu verbuchen. Auf dem Sachsenring bei Zwickau betätigte ich mich weiter als Instruktor bei Fahrsicherheitstrainings. Fit gehalten habe ich mich wie bisher durch das Fahrradfahren. Claus Fietze und Jürgen Wagner spornten mich immer wieder zu Höchstleistungen an. Den von ihnen anvisierten Fahrradmarathon ließ ich dann aber doch sein.

Wer ist Franz Wittmann junior?

Franz Wittmann junior ist 26 Jahre alt und gehört aus meiner Sicht zu den drei aussichtsreichsten Talenten in Österreich. Ich fuhr mit ihm im Jahr 2006 bereits vier Rallyes. Im Jahr 2008 wurde er Vizemeister in Österreich. 2009 startete er auf Mitsubishi Lancer in der IRC. Sein Vater bestritt viele Weltmeisterschaftsläufe und wurde zwölf Mal österreichischer Staatsmeister.

Was verbirgt sich hinter der Intercontinental Rally Challenge (IRC)?

K.W.: Die IRC ist eine Serie von hochrangigen internationalen Rallyes. Sie stellt für mich die ranghöchste Meisterschaft nach der Rallye-Weltmeisterschaft dar. Der TV-Sender Eurosport vermarktet die Serie und sorgt so für Fernsehübertragungen und sogar Liveberichte.

Soll die komplette Meisterschaft bestritten werden?

K.W.: Wir beginnen mit der Rallye Monte-Carlo und werden voraussichtlich acht Rallyes bestreiten.

Welche Ziele setzt Du Dir gemeinsam mit dem jungen Fahrer?

K.W.: Bei der starken Konkurrenz und Leistungsdichte geht es zunächst darum, ein gutes Gesamtbild abzugeben. Der Umstieg von der seriennahen Gruppe auf ein S2000-Fahrzeug wird am Anfang nicht leicht sein. Ein oder zwei Siege und am Ende unter die ersten drei zu kommen, könnte schon möglich sein.

Das Interview führte Peter Knierim. +++

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