08.02.25 - Markus Pflanz gilt als mit Abstand renommiertester Fußballtrainer in Osthessen. Unter anderem war der Langenschwärzer Coach in der belgischen Jupiler Pro League aktiv - im Profifußball des deutschen Nachbarlandes. Nun setzt er wichtige Impulse für die Region: Der Besitzer der UEFA Pro Lizenz, der höchsten Ausbildungsstufe für Fußballtrainer, bietet künftig Training in Kleingruppen, Fortbildungen für Trainer und deren individuelle Entwicklung an. Wer im Fußball dazulernen möchte, sollte diese Angebote wahrnehmen.

Als Trainer in Ostende. In der Mitte Alex Blessin, heutiger Coach des FC St. Pauli ...
"Nein, das keine herkömmliche Fußballschule, bei der man ein Trikot, Hose, einen Ball oder eine Ausrüstung bekommt. Bei mir geht's wirklich um Fußball - und darum, um besser zu werden." Pflanz, ein Aushängeschild Osthessens, setzt also bewusst Schwerpunkte in Deutschlands Sportart Nummer 1 - und er legt damit den Finger in die Wunde. ""Wer sich verbessern möchte, der ist bei mir richtig."
Seine Zielgruppe ist weit gespannt: Kids und Jugendliche ab 10 sind ebenso willkommen - wie die bis ins hohe Alter, seinetwegen bis 99. Der Profitrainer in den belgischen Klubs Ostende und St. Truiden bietet Individualtraining in 3er-Gruppen, 6er-Gruppen und 10er-Gruppen. Er ist - wie auch OSTHESSEN|NEWS - auf die Resonanz auf dieses neuartige Angebot und seines spannenden Inputs gespannt. Einen Flyer hat er noch nicht herausgegeben, "es geht jetzt erst los", beschreitet er einen ersten Schritt in die Öffentlichkeit. Natürlich hat er bei einigen seiner ehemaligen Spieler Mund-zu-Mund-Propaganda betrieben - drei Bundesliga-Spieler hätten, so der 49-Jährige, ihre Bereitschaft signalisiert, mitzumachen. Angemietet hat er zwei Sportstätten in Osthessen: den Platz in Asbach und den bei Borussia Fulda. Zeiten und Kosten erfolgen nach Absprache.

Als Coach des VfR Aalen bei der SG Barockstadt
Pflanz weiß, wovon er spricht - und er weiß, wo Bedarf besteht und woran es krankt. Schließlich trainierte er die Nationalspieler Reitz (Gladbach) und Theate (Frankfurt; hat ihm mehr zu verdanken als nur, das Nationaltrikot zu tragen. "Alle wollten ihn wegschicken. Alle. Ich hab' gesagt: Gebt ihm einen Vertrag"), die Japaner Kagawa und Okazaki oder den Stuttgarter Al Dakil. Nicht zuletzt aufgrund dieser Expertise könne er sich ein Urteil über den Fußball im Allgemeinen, in Deutschland und im Besonderen auch über den in Osthessen erlauben.
Der Fußball-Lehrer aus der Gemeinde Burghaun wirft ein Licht auf die Ausbildung. Die Frage, die sich Eltern stellen sollten, sei halt: "Schicke ich mein Kind in eine Fußballschule, in der sie zum Beispiel 140 Euro berappen müssten -dort aber nicht viel mitnehmen werden. Bei mir geht's nur um den Fußball - und die Frage, sich zu verbessern."

Pflanz für die luxemburgische U19 aufs Feld
Pflanz, dessen - nach seiner Belgien-Zeit - kurzes Engagement beim Regionalligisten Aalen Ende April endete, bringt es auf den Punkt, woran es hapert: "Bei meinen Sportplatz-Besuchen habe ich, auch und nicht zuletzt in unserer Region, festgestellt, dass viele Spieler schlecht ausgebildet sind. Das gilt übrigens auch für NLZ-Spieler." Also für solche aus den Nachwuchs-Leistungszentren.
Die Basics trainieren
Ein Spieler aus dem Herren-Bereich habe ihn mal gefragt, ob im Pflanz per Video-Analayse erklären könne, wie er sich in den richtigen Raum und auch darin bewegen könne. Der Coach entgegnete: "Natürlich kann ich dir das zeigen. Aber es bringt ja nichts. Wir müssen die Basics trainieren." Nicht die Einstellung oder den Kampf. Sondern im Spiel mit dem Ball also, den ersten Kontakt in diesem Raum, das Passspiel oder das Dribbling. Was ihn zu dieser Idee, diese Dinge anzubieten, bewogen habe? "Ich hab's ja aktuell Zeit. Und mir hier in der Gegend auch ein paar Jugendspiele angeguckt. Ich finde es grausam, was ich da gesehen hab'. Wie nehme ich den Ball an und mit? Das kann man trainieren. Und das muss man trainieren."
Oder auch die Aufgabe "Wie kann ich aus vollem Lauf eine Flanke schlagen". Das beträfe auch Bundesliga-Spieler. Pflanz' Rat auch hier: das individuell üben, auch nach dem Training. Und jetzt merkt man, dass er Trainer ist und welche Rolle der Fußball bei ihm und für ihn spielt. "Wie ist die Hüftstellung", fragt er. "Wie stehe ich zum Ball? Wann, wo und wie muss ich den Ball treffen? Wie ist meine Körperstellung?" Ehe er zu dem Schluss kommt: "Eine Flanke zu schlagen, ist koordinativ höchst anspruchsvoll."
Von kognitiven Fähigkeiten oder den Arten der Schnelligkeit. Pflanz ist mittendrin
Pflanz spricht auch von kognitiven Fähigkeiten, von Handlungs- oder der Fähigkeit des Wahrnehmens. Und dass es zwei Arten der Schnelligkeit gebe. Die physisch erkennbare mit den Beinen und jene im Kopf - auch das könne man trainieren. Allein beim Telefonat ist Pflanz also mittendrin.
Doch Markus Pflanz bietet noch mehr an: Trainer-Fortbildungen zum Beispiel. Auch für kleine Vereine oder solche, die Jugend-Trainern eine Fortbildung zukommen lassen wollen. Pflanz spricht jene Maßnahme an, die er kürzlich als Gast der Trainervereinigung Hersfeld-Rotenburg gab. Zum Thema "Pressing und Gegenpressing." Oder Trainingseinheiten für eine Mannschaft. Oder die individuelle Trainer-Entwicklung. "Das wird immer mehr kommen", prognostiziert der Langenschwärzer, "dass zumindest Profi-Vereine immer mehr Trainer-Entwickler einstellen".
Hört sich alles verdammt spannend an. Verbunden mit der Frage und Anregung, ob Spieler und Vereine aus Osthessen nicht bewusst einer anderen Ausrichtung des Fußballs widmen sollten? Keiner oberflächlichen - sondern einer speziellen und durchdachten. (wk)
Wer Interesse hat, kann sich gerne bei Markus Pflanz melden: 0160 - 90202918 +++