
Dominik Weber, Filialleiter der Hauptstelle Buttermarkt der Sparkasse Fulda - Fotos: Marius Auth
FULDA
Häufung in letzter Zeit
"Gerade für kleine Geschäftsleute ärgerlich": Mehr Falschgeld in der Region
12.02.25 - Als Imbiss-Inhaber Michael Maasz vorletzte Woche die Tageseinnahmen zur Sparkasse gleich um die Ecke am Buttermarkt in Fulda bringt, gibt es eine böse Überraschung: Ein falscher Fünfziger wird unter den Scheinen gefunden - das kommt in Osthessen in den letzten Monaten häufiger vor.

Michael Maasz, Inhaber des "Extra Wurst"-Imbiss am Steinweg in Fulda
In der Schublade der "Extra Wurst" am Steinweg, gegenüber vom Galeria-Kaufhaus, hat Maasz noch den Geldscheinprüfstift liegen. Der kostet nur ein paar Euro und erkennt Spezialpapier dank der besonderen chemischen Zusammensetzung seiner Tinte. "Aber der ist zu langsam, wenn ich da jeden Schein mit bemalen will, dauert das", so Maasz. Deswegen gingen bis vor Kurzem im Imbiss die meisten Geldscheine ungeprüft in die Kasse - das ist jetzt anders: "Als ich die Tageseinnahmen von mehreren Tagen zur Sparkasse gebracht habe, hat der Herr am Schalter alle Scheine durch die Maschine laufen lassen - und dann einen Fünfziger herausgefischt und einkassiert. Der wird jetzt polizeidienstlich behandelt, es gibt ein Einzugsprotokoll, aber das Geld ist weg für mich. In dreißig Jahren ist mir das erst zum zweiten Mal passiert."
Betrug nicht nachweisbar

Bei Maasz wurde ein falscher Fünfziger in den Tageseinnahmen gefunden
Eine betrügerische Intention ist nicht nachweisbar - "der Kunde kann das Falschgeld genauso im letzten Laden ausgehändigt bekommen haben. Ich will niemanden etwas Böses unterstellen und gehe davon aus, dass jeder auf diese Art und Weise schon Falschgeld weitergegeben hat." Zur Sicherheit hat Imbiss-Inhaber Maasz sich ein besseres Prüfgerät zugelegt, das die Scheine in Windeseile einzieht und bei Verdacht sofort Alarm schlägt. "Das kostet zwar etwas mehr, aber der Gerätehersteller arbeitet mit der Bundesbank zusammen und es gibt Updates, wenn sich Sicherheitsmerkmale der Geldscheine ändern sollten." Sieben Sicherheitsmerkmale werden nach Herstellerangaben überprüft, danach soll mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Blüte ausgeschlossen sein. "Wir prüfen jetzt jeden eingehenden Schein, selbst Fünfer - damit sind wir auf der sicheren Seite, genau wie der Kunde, dem wir dadurch echtes Geld herausgeben können", erklärt Maasz.

Der Geldscheinprüfstift ist für Maasz zu langsam
"Besonders für kleine Geschäftsleute ist das natürlich ärgerlich", erklärt Dominik Weber, der Filialleiter der Hauptstelle Buttermarkt der Sparkasse Fulda, dessen Mitarbeiter die Blüte vom Imbiss aus dem Verkehr gezogen hat. Seit Ende des Jahres häufe sich das Falschgeld in der Region, kann Weber die Angaben der Polizei Osthessen bestätigen. Geprüft würde alles, was eingezahlt wird, auch am Automaten. "Das ist Pflicht. Wir haben Zählmaschinen, die von der Bundesbank zertifiziert sind, die werden einmal im Jahr überprüft. Wenn am Geldautomaten eingezahlt wird und es ist ein verdächtiger Schein dabei, wird der separat geprüft vom Kollegen an der Kasse."
Auch oberflächlich erkennbar

Deswegen hat er sich ein neues Geldscheinprüfgerät zugelegt
"Auch für den Privatverbraucher ohne Prüfgeräte lassen sich Blüten wenigstens oberflächlich gut erkennen: Die sogenannte Smaragdzahl, die gut sichtbar sein sollte, wenn der Schein gekippt wird, zeigt bei Banknoten von 5 bis 200 Euro den Wert an. Außerdem sind die Scheine an den Rändern geriffelt, sodass auch Blinde deren Wert erkennen können, so Weber. (mau) +++