18.02.25 - "Keine Liebe für Nazis”: Am Freitag kamen um 16 Uhr Hunderte Menschen in Fulda zusammen, um für Menschenrechte und gegen Rechts zu demonstrieren. Die Organisatoren der Veranstaltung sprechen von 500, andere Quellen von 350 Teilnehmenden. Ins Leben gerufen wurde die Demonstration vor allem von den Fuldaer Ortsgruppen von "Fridays for Future” und "Seebrücke”.
Viel los am Wochenende in Fulda, der politische Endspurt bis zur Wahl ist auch hier zu spüren. Bereits Freitagmittag startete "One Billion Rising” mit gemeinsamem Tanz am Universitätsplatz für Selbstbestimmungsrechte und gegen Gewalt an Frauen.
Auf den Tanz für Frauenrechte folgte die Demo gegen Rechts. Seit Wochen wurde für die Veranstaltung im Netz geworben: Vor allem müsse verhindert werden, dass "die nächste Bundesregierung in vielen Bereichen, wo es Fortschritte gab, wieder Rückschritte macht".
Die Bahnhofstraße und der Universitätsplatz füllten sich allmählich mit mehr und mehr Plakaten und Fahnen, um 16 Uhr durften die Rednerinnen und Redner dann vor einem großen Publikum am Uniplatz über den Rechtsruck, Menschenrechte, Barrierefreiheit, Inklusion und Klimawandel sprechen. "Alle standen in einem großen Halbkreis um die Bühne und lauschten gespannt den einzelnen Vorträgen. Die Menge hatte eine ruhige und angenehme Stimmung", berichtet Mark.
Vom Universitätsplatz aus setzte sich die Menge in Bewegung. Der Demozug führte zunächst Richtung Hauptbahnhof, dann in einem Bogen am Stadtschloss und Dom vorbei und schließlich wieder zurück zum Startpunkt über die Königstraße und die Petersberger Straße. Die Polizei war jederzeit präsent, kümmerte sich um Straßensperrungen und begleitete den Zug.
Gemeinsam wurde laut gesungen, sich beschwert und gegenseitig Hoffnung gemacht. Immer wieder lautete der Aufruf: "Alle zusammen gegen den Faschismus”. Kim, eine Teilnehmerin des Demozugs, berichtet von einer "friedlichen, aber lauten und mitreißenden Stimmung. Viele beobachteten den Zug aus Wohnungen, Geschäften und vom Straßenrand.”
Wie fiel die Reaktion der Fuldaer Passanten aus?
Die große Masse an Menschen schien die Aufmerksamkeit vieler Vorbeilaufenden und Schaulustigen geweckt zu haben. Meist ruhig wurden sich die Plakate angeschaut - viele mit zustimmender, einige auch mit skeptischer Miene. Die ein oder andere Person stimmt vorbeilaufend mit auf die Lieder ein, wieder andere machen ihr Unverständnis für den Umzug hörbar.
Ein persönlicher Höhepunkt war eine Frau, die eigentlich mit ihrem Kind auf einen Bus am Stadtschloss wartete und sich in einer Kurzschlussreaktion dem Demozug anschloss. Am Universitätsplatz wurden noch drei weitere Reden zu Fluchterfahrungen und sozialer Gerechtigkeit gehalten sowie Kritik am aktuellen politischen Diskurs geübt: "Lasst uns einstehen für eine Gesellschaft, in welcher Menschen frei und sicher leben können, ganz unabhängig ihrer Herkunft, ihrer Hautfarbe, ihrer Sexualität oder ihres Geschlechts.”
Auf die Frage, ob die Demonstration ihren Zweck erfüllte, antworten Mark und Kim:
"Ich hoffe, dass ich nicht nur für mich spreche, wenn ich sage, dass diese Demonstration definitiv Wirkung gezeigt hat und inspirieren konnte, sich vor allem im eigenen Alltag mehr zu engagieren.” - Kim
"Ich finde definitiv, dass die Veranstaltung ihren Zweck erfüllt hat. Sie hat gezeigt, dass es auch in Fulda eine große Menge an Menschen gibt, die gewillt sind, gegen Rechtsextremismus auf die Straße zu gehen.” - Paul (pm/ mp) +++