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Trägerin des Bundesverdienstkreuzes: Doris Herscu (87) gestorben - Foto: Charlie Rolff

FULDA Eine Kämpferin für den Sport

Trägerin des Bundesverdienstkreuzes: Doris Herscu (87) gestorben

03.03.25 - Sie kämpfte für den Sport. Für das Sport­abzeichen. Für Frauen in Führungspositionen. Ihr ehrenamtliches Engagement war beispiellos. Nun ist Doris Herscu, die ehemalige langjährige stellvertretende Vorsitzende des Sportkreises Fulda, Trägerin des Bundesverdienstkreuzes am Bande, im Alter von 87 Jahren gestorben.

2015 legte Doris Herscu – mit einem weinenden und einem lachenden Auge – ihre Ämter im Sportkreis nieder, hatte sie ihren Lebensmittelpunkt doch schon von Lehnerz nach Berlin verlegt, um im Kreise ihrer Kinder Michael und Bettina und deren Familien den Lebensabend zu verbringen.

Familie und Sport – diese beiden Dinge waren Doris Herscu immer besonders wichtig. Dafür kämpfte sie. Und sie gehörte zweifelsohne zu den Persönlichkeiten, die nicht ihr Fähnchen nach dem Wind hängten, sondern sie setzte sich vielmehr vehement für die ihr so wichtige Sache ein, leistete Überzeugungsarbeit – manchmal mit dem nötigen Nachdruck.

Im Sportkreis Fulda war sie lange Jahre das "Gesicht" und die "Mutter des Sportabzeichens". Doch Doris Herscu darauf zu beschränken, wäre zu wenig. Mehr als 35 Jahre fungierte sie als Übungsleiterin beim TSV Lehnerz, die meiste Zeit zudem als Abteilungsleiterin, war Leichtathletik-Kampfrichterin, Sportabzeichenprüferin und Sportabzeichenobfrau, Frauenwartin im Sportkreis bis hin zur stellvertretenden Sportkreisvorsitzenden.

Doris Herscu leistete als Mitbegründerin der Frauengruppe "Sport nach Krebs" und Gründerin einer integrativen Frauensportgruppe wertvolle Arbeit, engagierte sich im Landesausschuss für Frauen im Sport und erhielt 2005 den Lu-Röder-Preis für außergewöhnliche Leistungen von Frauen für Frauen im Sport. Ferner fungierte die ehemalige Bankkauffrau acht Jahre als Schöffin am Amts- und Landgericht Fulda und war vier Jahre Beisitzerin im Ausschuss des Landkreises Fulda für Wehrdienstverweigerer.

Bundesverdienstkreuz im Alter von 75 Jahren erhalten

Im Alter von 75 Jahren wurde Doris Herscu für ihr Lebenswerk ausgezeichnet und ihr das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen. Zu den Gratulanten in Wiesbaden zählte auch Dr. Heiko Wingenfeld, damals noch in seiner Funktion als Fuldas Erster Kreisbeigeordneter. Auf die Frage, was ihn an Doris Herscu fasziniere, antwortete er: "Ihre­ Ausstrahlung, ihre Leidenschaft, ihr unermüdlicher Einsatz und natürlich ihre Herzlichkeit." Der damalige Vorsitzende des Landessportbundes Hessen, Dr. Rolf Müller, bezeichnete Doris Herscu als "Glücksfall" für den Sport, und Sportkreisvorsitzender Martin Schäfer sagte aus voller Überzeugung: "Ich bin stolz auf diese Frau."

Gemeinsam mit ihrem Mann Rolf, der zwölf Jahre lang an der Spitze des Sportkreises stand, fungierten die Herscus als gut harmonierendes Duo: Die Herscus gab es nur im Doppelpack. Bis zu Rolf Herscus Tod im Jahr 2008. Jetzt ist ihm seine Doris gefolgt.

Der Sportkreis Fulda-Hünfeld, alle Mitstreiterinnen und die große Sportabzeichen­familie sind traurig und denken mit einem Lächeln an Doris und ihr Wirken. (Angelika Kleemann) +++


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