

Campingsaison steht in Startlöchern: Run auf Wohnwagen und Wohnmobile
24.03.25 - Das schöne Wetter hat die Osthessen schon vor zwei Wochen ihre Camper und Wohnwagen entmotten oder gleich neue kaufen lassen - denn wenn es um die Urlaubsmobile geht, sind Konsumenten mehr als spendierfreudig.
Kathrin Günther von Günther Caravaning in Eichenzell-Kerzell im Landkreis Fulda steht vor einer Reihe Luxusliner vom Traditionshersteller Knaus, die bei 140.000 Euro noch nicht ausgereizt sind. Absatzprobleme gibt es keine, obwohl der Corona-Boom längst wieder abgeflaut ist. Aber eine ganz eigene Logik, sowohl für Händler als auch für Interessenten: "Für uns geht das Modelljahr von Caravan Salon zu Caravan Salon - der ist Ende August und vorher gibt es immer Abverkäufe, die sich richtig lohnen. Deswegen haben wir schon Ende Januar die verstärkte Nachfrage gemerkt, es gab ja keinen strengen Winter. Die Leute schauen gezielt nach Frühlingsangeboten: Knaus Tabbert etwa bietet eine Klimaanlage beim Kauf eines Neufahrzeugs, die kostet sonst 3.000 Euro. Und die Interessenten kommen aus ganz Deutschland, weil wir so zentral gelegen sind."
Nach Fulda mit dem Auto, nach Südtirol mit dem Wohnmobil
Das merkt auch Benjamin Jakob, Geschäftsführer von Libenti Reisemobile am Andreasberg in Fulda-Neuenberg. "Wir haben viele Kunden, die unsere Wohnmobile mieten, dafür aber erst etwa von Berlin nach Fulda zu uns kommen, ob mit dem Zug oder dem Auto - und dann mit dem Wohnmobil weiter nach Südtirol fahren. Das spart Zeit." Preisvorteile von bis zu 25 Prozent bei Wohnmobilen würden momentan zur Vor-Salonzeit die Interessenten anlocken - aber eine Klientel, die bis zu 250.000 Euro fürs rollende Wohnzimmer ausgibt, schaut nicht auf den Geldbeutel: "Viele kommen rein und sagen: 'Den will ich!' - auch wenn es der Hymer Venture S ist, der schon mal 260.000 Euro kostet. Beliebt sind aber auch ganz kleine Wohnwagen wie der Hymer Troll, ein echter Klassiker, da kann man dann aber nur zu zweit ein Wochenende drin verbringen. Die kleinen Wohnwagen kaufen sich inzwischen auch mehrere Freunde zusammen und dann geht es aufs Festival damit, ein Kühlschrank ist ja meistens schon drin." Kleine Wohnwagen erfreuten sich auch bei Studenten einer gestiegenen Beliebtheit, so Günther: "Als kostengünstige Alternative zum WG-Zimmer - die gibt es ab 15.000 Euro, wenn man das finanziert, kommt man günstiger weg."
Zur Nebensaison ist das Mieten von Wohnmobilen besonders günstig, sowohl bei Günther Caravaning als auch bei Libenti Reisemobile geht es bei knapp über 80 Euro pro Nacht los. Wohnwagenvermietung dagegen wird momentan nicht angeboten, aus einem einfachen Grund: "Viele haben weder den Führerschein noch die Anhängerkupplung dafür. Ab 2026/27 soll aber der Führerschein aufgebrochen werden, so dass auch für spätere Jahrgänge das Gewichtslimit wenigstens 4,25 Tonnen beträgt - das ist eine magische Grenze bei Reisemobilen", erklärt Günther. (mau) +++