Der TTC Rhönsprudel Fulda-Maberzell (unser Archivbild vom Spiel gegen Saarbrücken von Hendrik Urbin) bleibt Tabellenführer in der Deutschen Tischtennis Liga und hat zumindest den vierten Play-Off-Platz sicher. Die Osthessen gewannen am Abend in Plüderhausen nach einem Krimi über knapp zweieinhalb Stunden mit 3:2. Logisch: Spitzenspieler Wang Xi gewann seine beiden Einzel, wenn auch das Spiel der beiden "Einser" erst nach fünf Sätzen an Wang Xi ging. Jacub Kosowski zeigte große Gegenwehr, während Paul Drinkhall in drei Sätzen "kein Land" sah.
Dann trafen zwei absolute Publikumslieblinge aufeinander: Aleksandar Karakasevic ("King Kara") und der Ex-Plüderhausener Jan-Ove Waldner, beide zuletzt wieder in richtig guter Form und voller Spielfreude. Und es ging vier Sätze lang extrem ausgeglichen zu, bis dann der Linkshänder aus Serbien in Durchgang fünf nahezu jeden Ball traf (9:11, 11:9, 9:11, 11:9, 11:2) - 2:1 für den SVP.
Nun lastete der Druck auf den Gästen, namentlich auf den schmalen Schultern des Wang Xi. Gegen Kosowski war der hagere Defensivkünstler gewissermaßen zum Siegen verurteilt und nahm tatsächlich auch diese Kurve, allerdings haarscharf, glich erneut aus und schraubte seine Ligabilanz auf faszinierende 20:3. Aber es war zwischenzeitlich unglaublich spannend zwischen dem Chinesen und dem Polen beim 7:11, 11:9, 11:2, 9:11, 11:8. Kosowski hat riesige Fortschritte gemacht und ist zu einem Topspieler der Bundesliga avanciert - Einzelbilanz 11:4. Nur gegen Wang Xi fehlte noch ein winziger Tick, aber eben nicht viel, obwohl der schmächtige SVP-Akteur gerne von sich selbst sagt, dass er gegen Abwehr nicht so gerne und eher mäßig spiele
2:2 also und das Doppel musste entscheiden, ob sich der Spitzenreiter für die überraschende 1:3-Schlappe im Hinspiel würde revanchieren können. Und es blieb ein echter Krimi bis zum Schluss, spannender als jeder Tatort: Auch dieser letzte Akt des Aufeinandertreffens zweier Mannschaften auf Augenhöhe ging in den Entscheidungsdurchgang. Nach 1:2-Rückstand standen Meng/Waldner gegen Drinkhall und Karakasevic schon mächtig mit dem Rücken zur Wand, lagen in vierten Durchgang ständig hinten und mussten sogar drei Matchbälle abwehren, um sich und ihre Maberzeller in den fünften Satz zu retten, in dem ihnen dann alles gelang (11:8, 3:11, 6:11, 14:12, 11:2). Der Fuldaer Tross jubelte ausgelassen, die Schwaben ließen die Köpfe hängen, auch wenn sie dem Tabellenführer einen tollen Kampf geliefert hatten. Mit nunmehr 22:4 Punkten im Gepäck traten die Osthessen glücklich die Heimreise an.
Um am nächsten Spieltag wartet dann das Hammerspiel auf die Tischtennis-Fans. Der Tabellenführer zu Gast beim Tabellenzweiten. Der TTC Rhönsprudel Fulda-Maberzell reist als Spitzenreiter in das Rheinland zum amtierenden Deutschen Meister und Topfavoriten Borussia Düsseldorf. Das Topspiel der Liga steigt am Sonntag, 14. Februar 2010 ab 14 Uhr. Am Fastnachtssonntag also in der Hagener Phoenix-Halle. Die Osthessen haben allerdings derzeit drei Spiele mehr ausgetragen (22:4 Punkte, Düsseldorf 18:2 Punkte, einzige Niederlage bisher im Hinspiel in Fulda beim 1:3 in der Wilmington-Halle). Vor dem Fulda-Spiel reisen die Düsseldorfer noch nach Saarbrücken. (Hans-Hubertus Braune)
Die Redaktion hatte auch am Dienstagabend mit einem Live-Ticker vom Spiel in Plüderhausen die Fans auf dem "Laufenden" gehalten: Der derzeitige Tabellenführer der Deutschen Tischtennis Liga TTC Rhönsprudel Fulda-Maberzell spielt heute Abend in Plüderhausen und hat bei den Schwaben eine schwere Aufgabe vor sich. Hier der aktuelle Zwischenstand:
Jacub Kosowski - Robert Svennson 3:1 (12:10, 11:8, 10:12, 11:8)
Paul Drinkhall - Wang Xi 0:3 (4:11, 4:11, 5:11)
Aleksandar Karakasevic - Jan-Ove Walder 3:2 (9:11, 11:9, 9:11, 11:9, 11:2)
Jacub Kosowski - Wang Xi 2:3 (11:7, 9:11, 2:11, 11:9, 8:11)
Karakasevic/Drinkhall - Waldner/Meng 2:3 (8:11, 11:3, 11:6, 12:14 - mehrere Matchbälle abgewehrt -, 2:11). +++
