
Katastrophenschutzübung in Hintersteinau: Menschenleben in Gefahr - Fotos: privat
STEINAU/STR.
Drohnenstaffel im Einsatz
Katastrophenschutzübung in Hintersteinau: Menschenleben in Gefahr
26.05.25 - Am vergangenen Samstag, Punkt 16:15 Uhr, heulten in Hintersteinau die Sirenen – für viele Bürgerinnen und Bürger ein ungewohntes Geräusch, doch für die Einsatzkräfte der Feuerwehr Hintersteinau begann damit eine realitätsnahe Katastrophenschutzübung. Schnell wurde klar: Es handelt sich um einen simulierten Ernstfall mit dem Einsatzstichwort H1Y – Hilfeleistung, Menschenleben in Gefahr.
Gemäß der Alarmmeldung wurde eine vermisste Person gemeldet. Noch auf der Anfahrt informierte die Leitstelle, dass sich eine einweisende Person am Ortsausgang befinde. Diese führte die ersteintreffenden Kräfte der Feuerwehr Hintersteinau in ein nahegelegenes Waldstück. Dort berichtete sie unter Schock, dass ihr Ehemann seit mehreren Stunden vermisst werde. Unterstützt wurde der Einsatz durch die Feuerwehr Ürzell sowie die Feuerwehr Steinau-Innenstadt, die mit einem Einsatzleitwagen (ELW) und einem Rüstwagen (RW) anrückten. Nach der Lageerkundung durch die Gruppenführer war die weitere Vorgehensweise schnell klar: Das Waldgebiet wurde systematisch von drei Seiten abgesucht.
Drohnenstaffel im Einsatz
Um die Personensuche zu beschleunigen und professionell zu unterstützen, wurde die Drohnenstaffel des Deutschen Roten Kreuz aus Neuhof alarmiert. Aus der Luft konnte das Suchgebiet großflächig überblickt und schließlich die vermisste Person entdeckt werden – eingeklemmt unter einem umgestürzten Baum, in unwegsamem, steilen Gelände.
Die Bergwacht war als rettungsdienstliche Komponente eingebunden und sicherte gemeinsam mit den Feuerwehren die medizinische Versorgung. Um die verletzte Person zu befreien, wurde der Baum zunächst mit einem Seilzug gegen weiteres Verrutschen gesichert und anschließend mithilfe von Hebekissen angehoben. Die Rettung gestaltete sich aufgrund des unwegsamen Geländes als besonders anspruchsvoll. In mühsamer Arbeit wurde die verunfallte Person in einer Schleifkorbtrage mit vereinten Kräften aus dem Wald gebracht.
Doch damit war der Einsatz noch nicht beendet: Kaum aus dem Waldstück befreit, verschlechterte sich der Zustand der geretteten Person plötzlich drastisch. Ein Herz-Kreislauf-Stillstand wurde simuliert. Sofort begannen die Einsatzkräfte mit Reanimationsmaßnahmen. Gleichzeitig wurde der Bereich gegen neugierige Blicke mit Decken und Tüchern geschützt – ein wichtiges Detail, das auch in realen Einsätzen leider immer häufiger notwendig ist.
Realitätsnahe Nachforderung
Im Verlauf des Szenarios wurde zudem ein Rettungshubschrauber sowie ein Notarzt vom Rettungsdienst zur Einsatzstelle "geordert", um eine realitätsnahe Nachforderung medizinischer Spezialkräfte zu üben. Ein weiterer wichtiger Bestandteil der Übung: Die Kameraden aus Ulmbach übernahmen die Rolle der Leitstelle und simulierten die Einsatzkommunikation mit den Einheiten vor Ort – ein wertvoller Beitrag zur Übungsrealität und zur Verbesserung der Abläufe im Funkverkehr.
Nach rund 90 Minuten konnte die Übung erfolgreich beendet werden. Im Anschluss präsentierte die Drohnenstaffel aus Neuhof ihre Ausrüstung und Einsatzmöglichkeiten – für viele der Beteiligten ein spannender Einblick in moderne Einsatztechnologien. Abgerundet wurde der Übungstag durch ein gemeinsames Essen am Feuerwehrgerätehaus Hintersteinau. Bei Würstchen, Steaks und kühlen Getränken klang der Abend in geselliger Runde aus. Die Übung zeigte eindrucksvoll, wie wichtig die enge Zusammenarbeit verschiedenster Einheiten ist – und dass im Ernstfall jeder Handgriff sitzen muss. Am Einsatzgeschehen waren insgesamt 47 Personen beteiligt. Fazit: Eine realistische, fordernde Übung, die allen Beteiligten viel abverlangte, aber auch die Leistungsfähigkeit und Professionalität der Einsatzkräfte unter Beweis stellte. (mau/pm) +++