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Wildschwein Eberhard genießt offensichtlich den Schutz der Kühe auf einer Weide bei Vollmerz im Main-Kinzig-Kreis - Fotos: Hans-Hubertus Braune

SCHLÜCHTERN Sie leben gemeinsam auf der Weide

Eine tierische WG: Wildschwein Eberhard liebt offenbar seine Kuh-Herde

08.06.25 - Diese Gemeinschaft ist zu süß und so wohl nur in der Tierwelt möglich. Auf einer Weide bei Vollmerz (Schlüchtern, Main-Kinzig-Kreis) ist diese wunderbare Geschichte seit einigen Monaten Realität. Hier hat eine Kuh-Herde einen ganz besonderen Mitbewohner in ihrer tierischen WG.

Diese Wohngemeinschaft ist so außergewöhnlich und besonders: An jenem 13. August im Sommer 2024 hat Landwirtin Klaudia Ortis das kleine Wildschwein neben ihren Kühen entdeckt. Sie konnte es erst auch nicht glauben. Wo kommt es her? Das ist bis heute unklar.

"Ein Bekannter aus dem Ort hat einige Zeit später berichtet, dass er oben an der Bahnstrecke eine tote Bache entdeckt hat. Das Tier wurde wahrscheinlich von einem Zug überfahren", sagt Ortis. Sie betreibt im Schlüchterner Stadtteil einen Hof für vom Aussterben bedrohte Rassen.

Männchen oder Weibchen?

Das Frischling hat sich vermutlich eine neue Familie gesucht und die Kühe für sich entdeckt. Diese waren von ihrem neuen Mitbewohner offenbar zunächst ein wenig irritiert und haben es weggeschubst. Mittlerweile funktioniert diese Wohngemeinschaft bestens. Die Kühe bieten dem Wildschwein ganz offensichtlich einen wunderbaren Schutz. Es genießt es, sich unter sie zu stellen und aus sicherer Distanz die staunenden Spaziergänger und Radfahrer zu beobachten. Eine Gassigängerin hat das Wildschwein einfach "Eberhard" getauft. Ob es Männchen oder Weibchen ist? Das wissen sie noch nicht so genau - spielt aber auch keine entscheidende Rolle.

"Abends kommt Eberhard immer wieder"

Und wenn der Trubel zu groß wird und es darauf keinen Bock mehr hat, dreht sich das Wildschwein um, rennt los und entschwindet unter dem Weidezaun, welcher extra so positioniert ist, dass es bequem darunter durch passt. "Abends kommt es dann wieder zu Herde", sagt Ortis. Auch bei den Jägern genießt es einen besonderen Schutz und wird auch von ihnen in Ruhe gelassen.

So, gar keine Lust mehr auf die glotzenden Menschen

Die Landwirtin wurde schon angesprochen, ob sie nicht eine Spendenbox an der Weide aufstellen wolle und die Leute für die besondere Tiergeschichte zahlen sollten? "Nein, ich kann doch nichts dafür, dass Eberhard hier ist. Mir geht das Herz auf, wenn ich sehe und hören, wie begeistert die Leute sind, wenn sie meine Kühe und das Wildschwein zusammen sehen", sagt Ortis.

Es ist aber zu süß und in gewisser Weise auch ein Vorbild an uns Zweibeiner. (Hans-Hubertus Braune) +++


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