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Der neue Inhaber Dariusz Widera. - Fotos: Rene Kunze

WARTENBERG Firmenübernahme mit Herz

Familie trifft Business: Dariusz Widera übernimmt Malerbetrieb Ruhl

17.06.25 - Unverhofft kommt oft: Eigentlich war die Übernahme erst in ein bis zwei Jahren geplant, doch seit rund einem Monat ist Dariusz Widera Inhaber der Baufirma Ruhl in Wartenberg-Angersbach (Vogelsbergkreis). Der Grund ist jedoch ein bedrückender - sein Vorgänger ist plötzlich verstorben.

Das Unternehmen besteht seit 1949 und wurde zunächst von Firmengründer Heinrich Ruhl geleitet. Von 1979 bis 2016 führte sein Sohn Hubert Ruhl den Betrieb, bevor dieser in die Hände des langjährigen Mitarbeiters Manfred Glitsch überging. Nach dessen plötzlichem Tod im März 2025 steht das Unternehmen nun vor einem neuen Kapitel.

"Für mich ist das ein Neustart"

Dariusz Widera mit seinem Schwiegervater und Vorgänger, Hubert Ruhl. Foto: privat / Dariusz Widera

Der 41-jährige Widera erzählt im Gespräch mit OSTHESSEN|NEWS, dass ihm die Eltern seiner Lebensgefährtin schon vor längerer Zeit die Übernahme der Firma angeboten haben. "Herr Glitsch wollte eigentlich in einigen Jahren in Rente gehen und wir wollten die Übernahme dann fließend gestalten", so Widera, der seit letztem Jahr für das Unternehmen arbeitet. Aufgrund des plötzlichen Todes im März diesen Jahres sei der Übergang aber ganz anders verlaufen als gedacht. Bereits geplante Aufträge mussten noch abgeschlossen werden, damit die Kunden einen sauberen Abschluss haben. Erst vor rund einem Monat habe der neue Inhaber dann den Neustart wagen können.

Familientradition mit Modernität vereinen

"Ich bin jung, dynamisch und möchte in die Modernität gehen", heißt es hinsichtlich der Zukunft des Unternehmens. Dennoch sei sein zukünftiger Schwiegervater Hubert Ruhl immer beratend an seiner Seite. Diesem sei wichtig, dass die Firma läuft, danach könnten Pläne der neuen Führung umgesetzt werden. Deshalb habe Widera den Namen "Baufirma Ruhl" auch belassen und seinen Namen nur als Inhaber hinzugefügt. "Mir ist wichtig, dass man weiß, wir sind ein Familienunternehmen in der dritten Generation - das ist heutzutage etwas Besonderes. Es ist gut, Expertise und zeitgemäße Dynamik zu vereinen."

Dahingehend wolle er sich weiterbilden und das Angebot der Firma expandieren. Aktuell seien zwei Mitarbeiter eingestellt, für die Zukunft habe er aber bis zu fünf geplant. "Ich möchte, wie man so schön sagt, dass die ganze Welt uns kennt", fährt der 41-Jährige fort. Dafür sei es wichtig, das Vertrauen der Stammkunden mit dem Gewinn neuer Kunden zu vereinen. "Bisher sind wir vor allem hier in Angersbach bekannt, das soll sich aber ändern." Er selbst komme nämlich aus Lauterbach, habe zudem lange in München gelebt und weiß, dass ein Inhaberwechsel manchmal schwierig sein kann.

Trotzdem wagt Dariusz Widera den plötzlichen Sprung in die Selbstständigkeit - mit dem Senior an seiner Seite, wie er selbst sagt. "Natürlich kann ich nicht wissen, wie es laufen wird. Wir können nicht alles, aber ich möchte in Zukunft mehr als Tapezieren, Streichen und Verputzen anbieten. Wir wollen Häuser von oben bis unten gestalten", verriet er gegenüber O|N. (Emely Schrön) +++


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