17.06.25 - Die Nachricht kam überraschend: Vergangene Woche verkündete Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD), dass er sein Amt als Oberbürgermeister der Stadt zwei Jahre verfrüht niederlegen möchte. Am Montag teilte er in einer Pressekonferenz im Rathaus, zusammen mit Bürgermeister Dr. Maximilian Bieri (SPD) und Stadträtin Isabelle Hemsley (CDU), die Hintergründe mit.
"Meine Leidenschaft für Hanau hat mich getragen. Oberbürgermeister meiner Heimatstadt zu sein, war immer Berufung, nicht nur Beruf für mich", sagt der 65-Jährige. Die Entscheidung fiele ihm nicht schwer, aber auch nicht so leicht. Statt am 17. November 2027 wird er zum 30. September 2026 seinen Ruhestand nach 47 Berufsjahren antreten. "Ich bin überzeugt, der richtige Zeitpunkt ist jetzt", so Kaminsky.

Bürgermeister Maximilian Bieri (SPD)

Stadträtin Isabelle Hemsley (CDU)

"Es geht mir gut"
Durch eine Änderung in der Hessischen Gemeindeordnung konnte er den Antrag stellen, vor Ablauf der Wahlzeit in den Ruhestand zu gehen, ohne sich abwählen zu lassen und ohne vom Gesundheitsamt für dienstunfähig erklärt zu werden. "Diese Möglichkeit nutze ich nun", sagt Kaminsky. Der SPD-Politiker ist derzeit der dienstälteste Oberbürgermeister in Hessen. Er wurde 1995 erstmals zum Bürgermeister von Hanau gewählt und 2003 erstmals zum Oberbürgermeister. Seither wurde er dreimal im ersten Wahlgang wiedergewählt – zuletzt 2021 mit 56 Prozent der Stimmen.
"Dieser Moment ist ein ganz persönlicher", sagt er am Montag im Hanauer Rathaus. Am 15. März 2026, wenn die Kommunalwahlen stattfinden, werde es die Möglichkeit geben, die Oberbürgermeisterwahl in Hanau zum gleichen Datum durchzuführen. "Das ist für die Hanauer Steuerzahler gut, weil es die Dinge bündelt", so der Oberbürgermeister. Es sei außerdem für das politische Hanau gut. "

"Meine Leidenschaft für Hanau hat mich getragen."
"Ich habe versucht, Hanau zusammenzuhalten"
"Es geht mir gut, es ist auch nicht so, dass ich heute die Amtsgeschäfte weitergebe. Ich bin noch da, ich arbeite, schwerpunktmäßig ein bisschen mehr nach innen, als die letzten 30 Jahre", macht der 65-Jährige klar. Über seine Zeit bis heute sagt er: "Ich habe versucht, Hanau zusammenzuhalten. Gerade nach dem 19. Februar 2020 war das keine einfache Aufgabe - aber eine, der ich mich mit Herzblut gestellt habe."
Bürgermeister Dr. Maximilian Bieri sagt auf der Pressekonferenz: "Es sind beachtliche Zeiträume, die er in dieser Stadt gewirkt hat. Viermal in Folge wurde er im ersten Wahlgang als Oberbürgermeister gewählt. Das hat es bisher in Hessen noch nicht gegeben. Es ist eine enorm erfolgreiche Ära, die zu Ende geht." Und ganz persönlich erklärt ich: "Ich würde hier nicht sitzen als Bürgermeister, wenn es Claus Kaminsky nicht gäbe." Er sei ein Glücksfall für die Stadt Hanau und für ihn selbst.
Stadträtin Isabelle Hemsley macht klar, dass die Lebensleistung des Oberbürgermeisters im Mittelpunkt stehe: "Du hast bleibende Spuren hinterlassen. Die Stadtentwicklung wird maßgeblich mit deinem Namen verbunden sein. Danke, für das, was du für die Hanauerinnen und Hanauer geleistet hast und noch leisten wirst."
Es seit laut Kaminsky jetzt die Zeit für "neue, jüngere Impulse ohne Druck oder Zwang." Er sieht bei Bieri und Hemsley viel Potenzial für das Oberbürgermeister-Amt. Beide haben am Montag erklärt, für das Amt zu kandidieren. "Seien sie versichert, dass ich bis zum letzten Tag mich mit voller Kraft im Einvernehmen mit meinen Kollegen im Magistrat für die Stadt einsetze und auch das ein oder andere mit auf den Weg bringe", macht Claus Kaminsky abschließend deutlich.
(Moritz Pappert) +++