Archiv
Die Ehrenberger Gruppe mit Botschaften vor dem Dom: gelebte Fairness und Nächstenliebe. - Fotos: Gemeinde Ehrenberg

FULDA Interreligiöser Austausch

Glaubensbrücken zwischen Dom und Moschee: Gemeinsamer Dialog

28.06.25 - Eine Gruppe aus der Rhöngemeinde Ehrenberg hat sich auf eine besondere Reise begeben – eine Reise der Verständigung, des Miteinanders und des gemeinsamen Glaubens an den Frieden. Unter dem Motto "Toleranz ist die Grundlage für ein gelingendes, friedvolles Zusammenleben" machten sich mehr als 20 Ehrenberger Bürgerinnen und Bürger – Einheimische und muslimische Geflüchtete – auf den Weg nach Fulda.

Ziel: eine interreligiöse Begegnung der besonderen Art, organisiert von den Ehrenberger Sportcoaches Bernhard Vey, Thomas Happel und Reza Jafari sowie dem "Runden Tisch Asyl".

Bereits zu Beginn wurde die Gruppe auf dem Domplatz überrascht: Weihbischof Karlheinz Diez, zuständig für den interreligiösen Dialog innerhalb der deutschen Bischofskonferenz, ließ es sich nicht nehmen, spontan einige Grußworte an die Teilnehmer zu richten. Er bestärkte sie in ihrem Vorhaben und lobte den Einsatz für ein besseres Miteinander.

Pfarrer Bittner und Imam Janjua im Dialog: Gemeinsamkeiten erkennen, Unterschiede ...

Anschließend führte Pfarrer Winfried Bittner durch den barocken Fuldaer Dom und schlug dabei Brücken zwischen den Religionen. Abraham als gemeinsamer Stammvater der monotheistischen Religionen, Engel als göttliche Boten in Bibel und Koran, und der missionarische Charakter beider Glaubensrichtungen – Pfarrer Bittner zeigte auf, wie viel Christen und Muslime verbindet, trotz aller Unterschiede. Besonders bewegend: drei Friedensgebete, die er am Ende der Führung vortrug und in denen die geschwisterliche Nächstenliebe im Mittelpunkt stand. Vor dem Domportal hielten die Teilnehmer abschließend selbst gemalte Bilder zum Thema "Hilfsbereitschaft und Fairness" in die Kamera – Werke von Grundschülern aus Wüstensachsen.

Empfang mit offenen Armen

Der zweite Teil der Begegnung fand in der neu errichteten Moschee der Ahmadiyya-Gemeinde Fulda statt. Dort empfing Imam Ijaz Janjua die Gruppe mit offenen Armen. In seinem Vortrag erläuterte er die fünf Säulen des Islam: das Glaubensbekenntnis (Shahada), das Gebet (Salah), die Armensteuer (Zakat), das Fasten im Ramadan (Saum) und die Pilgerfahrt nach Mekka (Hadsch). Sein Credo: "Liebe für alle, Hass für keinen" – das Leitmotiv der Ahmadiyya-Gemeinde war bei dieser Begegnung mit Händen zu greifen.

Nach dem Austausch wurden die Gäste mit Kaffee und Kuchen bewirtet, ein Akt der Gastfreundschaft, der sichtlich Eindruck hinterließ. Als Dankeschön überreichten die Besucher aus Ehrenberg dem Imam sowie Pfarrer Bittner Präsentkörbe mit regionalen Produkten aus der Rhön.

In Zeiten globaler Spannungen, wachsender Ausgrenzung und religiöser Konflikte sei es wichtiger denn je, Dialog zu ermöglichen und Vorurteile abzubauen – so der einhellige Tenor der Teilnehmer. Einer von ihnen brachte es zum Schluss auf den Punkt: "Wir alle wünschen uns ein Leben in gegenseitigem Verständnis und in Frieden – und heute haben wir ein Stück davon gespürt." (pm/cb) +++


Über Osthessen News

Kontakt
Impressum
Cookie-Einstellungen anpassen

Apps

Osthessen News IOS
Osthessen News Android
Osthessen Blitzer IOS
Osthessen Blitzer Android

Mediadaten

Werbung
IVW Daten


Service

Blitzer / Verkehrsmeldungen Stellenangebote
Gastro
Mittagstisch
Veranstaltungskalender
Wetter Vorhersage

Social Media

Facebook
Whatsapp
Instagram
TikTok

Nachrichten aus

Fulda
Hersfeld Rotenburg
Main Kinzig
Vogelsberg
Rhön